Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Landschaftsschutzgebiet Bungsberg: Wangels plädiert für Erweiterung
Lokales Ostholstein Landschaftsschutzgebiet Bungsberg: Wangels plädiert für Erweiterung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:33 26.10.2018
Der Kreis will den Bungsberg und seine Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausweisen. Quelle: LOUIS GÄBLER
Wangels

Die Gemeinde Wangels hat sich für eine Erweiterung des geplanten Landschaftsschutzgebietes rund um den Bungsberg ausgesprochen. Trotz vieler kritischer Stimmen hat die Gemeindevertretung am Donnerstag mehrheitlich eine entsprechende Stellungnahme verabschiedet (7:5 Stimmen). CDU und SPD stimmten gegen den Vorschlag der BGW.

9017 Hektar soll das Landschaftsschutzgebiet laut derzeitigem Stand voraussichtlich umfassen. „Aufgrund der topografischen Gegebenheiten, der eindrucksvollen Landschaft und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen einzelner Bürger erachten wir eine Erweiterung (. . .) als absolut sinnvoll“, heißt es nun im von der BGW verfassten Beschluss. Die Fraktion plädiert dafür, das Areal entlang der Straße „Am Steinberg“ nach Wasbuck, über Barensdorf bis zur Buschkate und dort bis zum benachbarten Landschaftsschutzgebiet des Kreises Plön auszudehnen. Den aktuellen Plänen zufolge würde der Bereich südlich von Wasbuck enden.

Kritik vom Kreisbauernverband

CDU und SPD stellten in der jüngsten Sitzung den Sinn des Vorhabens generell in Frage, kritisierten die Pläne von Landrat Reinhard Sager (CDU) scharf. Auch der Kreisbauernverband hat bereits gegen das Projekt protestiert (die LN berichteten); in der Einwohnerfragestunde in Wangels bemängelte ein Landwirt zudem insbesondere den jetzigen Vorstoß für eine mögliche Erweiterung. Auch aus der BGW-Fraktion selbst gab es kritische Stimmen: Er sehe ebenfalls keinen Sinn in dem Landschaftsschutzgebiet, sagte etwa Matthias Frahm, habe mit seiner Fraktion nun jedoch einen Kompromiss gefunden. So ist im Beschluss beispielsweise auch explizit festgehalten, dass der Landwirtschaft durch das Schutzgebiet keine Nachteile entstehen dürfen.

Einig waren sich die Gemeindevertreter darin, dass das Vorhaben „nicht zu verhindern“ sei. „Es stößt übel auf, dass der Landrat alleine über das Projekt entscheiden kann“, so CDU-Fraktionschef Sebastian Graf von Platen-Hallermund, „aber leider ist es so.“ Kein Verständnis konnte er jedoch für den Vorschlag aufbringen, das Gebiet freiwillig noch vergrößern zu wollen: Die Planungsfreiheit der Gemeinde werde durch das Projekt eingeschränkt, warnte er, jeder Quadratmeter mehr verstärke diesen Effekt noch. Holger Blöhs (SPD) betonte ebenfalls, er habe „noch keinen Vorteil in dem Schutzgebiet entdecken können“. Mögliche Windkraftflächen würden durch die Regionalpläne des Landes ausgewiesen; dafür brauche man den zusätzlichen Schutz nicht. Bürgermeister Eckhard Klodt (BGW) sprach dagegen von einem „Mehrwert für die Region“ und erklärte: „Ich wundere mich, dass das Thema hier so kritisch gesehen wird.“ Die hiesige Landschaft sei schützens- und erhaltenswert – und genau darum gehe es.

„Pufferzone“ für Dorfschaften

Einigkeit herrschte derweil darin, dass das Entwicklungspotenzial der Ortschaften durch die Pläne nicht eingeschränkt werden dürfe. Mindestens 250 Meter „Pufferzone“ fordert die Gemeinde, damit die einzelnen Dorfschaften sich bei Bedarf vergrößern und zusätzliche Bauflächen ausweisen können.

Als „kurzsichtig“ und „schlecht beraten“ bewertet Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, die Entscheidung der Wangelser Gemeindevertretung. „Natürlich können demokratisch gewählte Vertreter beschließen, was sie für richtig halten“, so Schädlich. Dieses Votum sei allerdings eine Bürde für die nächste Generation. „Ihr wird eine große Last auferlegt, weil die künftige Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe in einem Landschaftsschutzgebiet gefährdet sein könnte.“

Bürger können noch bis zum 15. November Stellungnahmen zu den Plänen des Kreises einreichen. Der Entwurf der Kreisverordnung kann unter www.kreis-oh.de/naturschutz eingesehen werden.

Jennifer Binder und Louis Gäbler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die politischen Gremien haben noch keine konkrete Entscheidung zur Schule getroffen. Die Stadt hofft auf 2,1 Millionen Euro Fördergelder. Im November wird weiter diskutiert.

26.10.2018

Gemeinsame Ermittlungsgruppe Schwarzarbeit (EGS) der Kreise Ostholstein und Plön sowie der Stadt Neumünster kontrollierte 2017 insgesamt 1298 Baustellen.

26.10.2018

Drei Männer sind am Donnerstagabend bei einem Verkehrsunfall auf der A 1 auf Höhe Neustadt verletzt worden. Im Baustellenbereich der Abfahrt Neustadt-Pelzerhaken überschlug sich das Fahrzeug und landete auf dem Dach.

26.10.2018