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Ostholstein War Gaarz ein kleines Starigard?
Lokales Ostholstein War Gaarz ein kleines Starigard?
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18:17 04.10.2016
Stephan Meinhardt vom Oldenburger Wallmuseum beleuchtete in seinem Vortrag die Frage: War Gaarz die kleine Schwester Starigards? Quelle: Marc Hofmann

War Gaarz die kleine Schwester Starigards? Dieser Frage ging Stephan Meinhardt, Geschäftsführer des Oldenburger Wallmuseums, in seinem Vortrag im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde Oldenburg/Ostholstein in der Begegnungsstätte in Lensahn nach. „Die Befunde sind nicht ganz klar. Vieles deutet aber darauf hin, dass Slawen bereits 726 nach Christus auf der wagrischen Halbinsel gesiedelt haben“, so der Archäologe.

„Angreifer waren den Bogenschützen ausgeliefert.“Frank Wilschewski

In Ostdeutschland seien an Orten mit dem Namen „Ga(a)rz“ oder „Gartz“ in der Regel Überreste einer Burg gefunden worden. Die Suche danach sei in Ostholstein besonders schwierig, da daumengroße Bleikugeln – wie sie die Gilden beim Vogelschießen verwenden – das Absuchen des Bodens mit Metalldetektoren stark erschwerten, so Meinhardt. Auch wenn der endgültige Beweis noch ausstehe, gebe es Hinweise, dass Gaarz ein Zweitwohnsitz der Fürsten von Wagrien oder zumindest ein Verwaltungszentrum war.

Da sich Meinhardt aus privaten Gründen verspätet hatte, war Dr. Frank Wilschewski vom Zeittor-Museum in Neustadt zuvor mit einem Impulsvortrag eingesprungen und erläuterte die intelligente Burgenbauweise der Slawen. Sie seien immer durch natürliche Hindernisse geschützt gewesen, offene Flanken habe es nur zur rechten Hand gegeben.

„Angreifer, die in der Regel ihr Schwert rechts trugen, waren den Bogenschützen so ausgeliefert“, erläuterte der Historiker, während Vorstand und knapp 100 Mitglieder interessiert lauschten.

In der vorangegangenen Jahreshauptversammlung des in Oldenburg beheimateten Vereins hatte Uwe Stock, zweiter Vorsitzender und Schriftleiter des Jahrbuchs, einen Vorgeschmack auf die Jahrbuch-Ausgabe 2017 gegeben. Dieses Jahr wird es unter anderem einen Beitrag über die Johanneskirche in Oldenburg von Professor Martin Möllers geben, der bei der Versammlung auch in den Beirat der Arbeitsgemeinschaft gewählt wurde. Des Weiteren stehen der Marienaltar in Petersdorf auf Fehmarn und Sierksdorf während des Ersten Weltkriegs im Fokus der Jubiläumsausgabe zum 60. Erscheinen.

Das Jahrbuch voller Texte über die Geschichte Ostholsteins, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, wird im November an die knapp 1100 Mitglieder verschickt und ist dann auch für jedermann im Buchhandel erhältlich. Im Anschluss führte Uwe Stock, Archivar des Amtes Lensahn, noch durch die St.-Katharinen-Kirche seines Heimatortes.

Marc R. Hofmann

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