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Ostholstein Was macht Malente 2030 lebenswert?
Lokales Ostholstein Was macht Malente 2030 lebenswert?
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21:14 12.04.2016
„Wir müssen entscheiden, was wir wollen, und uns darauf fokussieren.“Dietmar Bethge, BUND

Es hat länger gedauert als zunächst erwartet, nun aber wurde mit einem ersten Treffen der Szenario-Gruppe von 25 durch die Verwaltung ausgewählten Malentern die Arbeit an dem Forschungsprojekt „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ aufgenommen. Die vielbeschworene Öffentlichkeitsbeteiligung wird dabei vorerst nur mittelbar umgesetzt. Denn jene 25 Malenter, die als Multiplikatoren den Bürgerwillen repräsentieren und im Dialog Ideen für ein zukunftsfähiges Malente formulieren sollen, blieben unter sich.

„Ich wünsche mir, dass das Plattdeutsche gepflegt und für die Jugend erhalten wird.“ Gerd Schöning, Lenter Gill
„Ich möchte, dass die charmanten Werte weiterentwickelt werden."Julia Freese, Freunde des Kurparks
„Ich möchte, dass die charmanten Werte weiterentwickelt werden."Julia Freese, Freunde des Kurparks
„Ich wünsche mir, dass das Plattdeutsche gepflegt und für die Jugend erhalten wird.“ Gerd Schöning, Lenter Gill

Susanne Peyronnet über die Auftaktveranstaltung zum Forschungsprojekt für

Malentes Zukunft.

Und das werde auch bei den fünf noch geplanten Runden der Szenario-Gruppe so bleiben, wie Dr. Jens Hoffmann von der Hochschule Neubrandenburg erläuterte: „Man muss eine Gruppe bilden, mit der man arbeiten kann. Diese Projektgruppe trägt die Ergebnisse dann nach außen. In einer kleineren Gruppe kann man besser diskutieren.“ Zu einem späteren Zeitpunkt würden die Inhalte auf unterschiedlichen Wegen kommuniziert und die Öffentlichkeit zeitversetzt beteiligt werden, so Hoffmann.

Die Hochschule Neubrandenburg hat die wissenschaftliche Begleitung übernommen. Leiter des Teams, das dafür alle acht teilnehmenden Kleinstädte besucht hat, ist Professor Peter Dehne. Auch er betonte die Notwendigkeit, „gemeinschaftlich über Malente nachzudenken“. In einem ersten Gespräch seiner Kollegin Christiane Redlefsen sind dafür bereits Anregungen von Jugendlichen aus dem Ort eingeholt worden. 2017 soll es Antworten geben auf die Problemstellung „Wie muss Malente sein, damit man in 15 Jahren hier wohnen will?“. Unter die Lupe genommen werden dafür Punkte wie die Qualität als Schulstandort, Kultur- und Freizeitangebote oder die Definition einer Zielgruppe, die man ansprechen will.

Grundsätzlich machten die Neubrandenburger Wissenschaftler in einer ersten Einschätzung einen intensiven Bezug zur Natur und zum Heimatort als Malenter Besonderheit aus. Ein besonderer Blick wird den Einpendlern gelten, die zwar in Malente arbeiten, aber nicht im Ort wohnen: „Hier die Verbundenheit zu vertiefen und eine Alternative zu den größeren Städten darzustellen, kann ein Schwerpunkt werden“, befand Stephan Kathke vom Planungsbüro Basler und Partner aus Potsdam. „Das sind spannende Fragen, die nicht Verwaltung und Politik klären können. Jetzt geht es los, und jetzt brauchen wir die Bürgerinnen und Bürger“, betonte Bürgermeister Michael Koch (CDU). Die stehen indes mit ihrem Nachdenken keinesfalls erst am Anfang, sondern verknüpfen konkrete Erwartungen mit dem nun begonnenen Prozess: „Ein schöneres Stadtbild mit einer ansprechenden Bahnhofstraße und eine gefüllte Innenstadt würde ich mir wünschen“, sagte Geschäftsmann Ole Marxen. Egbert Rüdiger Lamb vom Verschönerungsverein sähe Malente in 15 Jahren gern „lebendig und schön, dass es sich lohnt, hier zu leben und dass wir die jungen Leute hier halten können“.

Speziell an Jugendliche wendet man sich mit der Organisation eines Barcamps, einer selbstbestimmten Form des intensiven Austausches, bei dem die Teilnehmer selbst agieren und den Ablauf frei gestalten können. Über moderne soziale Medien wird ein großer Adressatenkreis eingebunden. Als Termin wurde der Juli genannt.

• Weitere Informationen unter www.malente.de (Klick auf „M(t)alente“ ganz oben auf der Seite).

Öffnet doch allen die Türen

In vielen Gemeinden ist die Tendenz zu beobachten, politische Beratungen mittels Arbeitsgruppen in den nichtöffentlichen Raum zu verlagern. Malente treibt dieses obrigkeitsstaatliche Denken — die Bürger sollen uns mal machen lassen und sich mit den Ergebnissen zufriedengeben — auf die Spitze. Handverlesen von der Verwaltung sind die Teilnehmer am Auftakttreffen für das Forschungsprojekt „Kleinstädte in peripheren Lagen“. Sie sollen nicht mehr und nicht weniger als ein lebenswertes Malente 2030 entwerfen.

Um keinen falschen Zungenschlag aufkommen zu lassen: Jeder der eingeladenen Teilnehmer hat viel zum Entwicklungsprozess Malentes beizutragen. Aber warum bleiben die Arbeitsgruppen für interessierte Bürger verschlossen? Wie es besser geht, hat Eutin vorgemacht mit seinen Bürgerforen und Workshops zur Landesgartenschau und zur Stadtentwicklung. In Malente findet dagegen der angeblich offene Prozess hinter verschlossenen Türen statt.

Von Astrid Jabs

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