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Ostholstein Was wird aus dem Bahnübergang?
Lokales Ostholstein Was wird aus dem Bahnübergang?
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20:41 14.10.2016
Der enge Bahnübergang in Groß Schlamin am Postweg muss erneuert werden, wie genau das Aussehen soll, steht aber noch nicht fest. Quelle: Fotos: Billhardt

Die Merkendorfer Mehrzweckhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, denn bei dieser Einwohnerversammlung der Gemeinde Schashagen standen zwei große, kontrovers diskutierte Themen auf der Tagesordnung, die die Gemeinde und ihre Bürger beschäftigen. Es ging um anstehende Veränderungen am Bahnübergang „Postweg“ in Groß Schlamin und die „Neue Mitte“ in Bliesdorf.

Drei Varianten für den Postweg in Groß Schlamin – Protest in der Einwohnerversammlung gegen aktuellen B-Plan für das Projekt „Neue Mitte“ und die angedachte Verkehrsführung in Bliesdorf.

„Der Bahnübergang hat das Ende seiner technischen und wirtschaftlichen Lebensdauer überlebt und muss verändert werden“, betonte Bernd Preußner von der DB Netz AG. Er stellte drei mögliche Varianten vor (LN berichteten bereits). Variante eins – eine komplette Schließung – wurde gar nicht erst diskutiert. Eine Umrüstung nur für Fußgänger und Radfahrer mit einer Umlaufsperre ohne Blinklichtanlage (Variante zwei) wird von der DB Netz bevorzugt. „Bei dieser Interimslösung kann der Straßenkörper nach der Fertigstellung der Neubaustrecke im Zuge der Fehmarnbeltquerung wieder angeschlossen werden“, sagte Preußner, auch würden der Gemeinde keine Kosten dabei entstehen.

Die anwesenden Bürger sahen dies anders. So würde nicht nur der Autoverkehr über den zweiten Übergang an der Hauptstraße geführt werden, auch müssten dann Wendemöglichkeiten insbesondere für Großfahrzeuge wie Müllabfuhr und Heizöllaster im Postweg an beiden Enden geschaffen werden. Die Mehrzahl der Einwohner sah aber vor allem die Sicherheit – besonders für die Kinder – als wichtigstes Argument dagegen und bezeichneten diese Lösung sogar als „Kinderkram“.

Den meisten Applaus erhielt schließlich die dritte Variante: eine Erneuerung des Bahnübergangs mit Lichtzeichen und Halbschranken sowie Verbreiterung der Straße. Dies käme die Deutschen Bahn aber am teuersten und würde insgesamt rund 800000 Euro kosten, auf die Gemeinde kämen finanzielle Aufwendungen in Höhe von rund 55000 Euro zu.

„Geld spielt keine ’Rolex’, wenn es um die Sicherheit geht“, sagte auch Bürgermeister Holtz. Jetzt müsse das Thema in den Ausschüssen weiter beraten werden.

Kritik wurde an diesem Abend außerdem laut an dem Bebauungsplan Nummer 32 für das Projekt „Neue Mitte“ in Bliesdorf mit Kaufhaus und Supermarkt hinter dem Diner-Restaurant „501“ geäußert. Besonders die Verkehrsplanung, die sich auf Daten vom April stützt, bekam viel Gegenwind. „Der Landesbetrieb Verkehr möchte eine Vollampelanlage auf der gesamten Einmündung B501/ Schashagener Straße, koordiniert mit der Anlage Brodauer Straße“, erläuterte Michael Hintz vom Wasser- und Verkehrskontor.

Die Bürger waren sich aber einig, dass dadurch ein unermesslicher Rückstau in alle Richtungen entstehen würde. Daher wurde ein Antrag in der Versammlung angenommen, auf der nächsten Gemeindevertretersitzung im November über die Möglichkeit eines aktualisierten, zukunftsorientierten Verkehrsgutachtens zu diskutieren. Zudem soll dann auch beraten werden, ob der als Mischgebiet im B-Plan vorgesehene Bereich an der Schashagener Straße nicht doch als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden solle.

Markus Billhardt

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