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Ostholstein Wasserstände sinken dramatisch
Lokales Ostholstein Wasserstände sinken dramatisch
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20:25 12.06.2018
Lensahn aus der Luft mit dem Großen Mühlenteich und dem Waldschwimmbad im Vordergrund. Gut zu erkennen ist die gelbliche Algenblüte in den südlichen und westlichen Zonen des Seeufers. Quelle: Fotos: Louis Gäbler, Sebastian Rosenkötter (2), Hfr
Ostholstein

Starker Algenwuchs und ein außergewöhnlich niedriger Wasserstand alarmierten auch den Lensahner Wolfgang Debus. Er fürchtete, dass Fische sterben und machte ein Fernbleiben von Wasservögeln aus. Nun gibt es Entwarnung. Horst Kreft, Vorsitzender vom Anglerverein Neustadt (Pächter des 15 Hektar großen Teichs), sprach gegenüber den LN zwar von einem traurigen Anblick, betonte aber: Entnommene Gewässerproben seien im Labor untersucht worden. Sie würden eine gute Wasserqualität zeigen. Sämtliche Fischarten könnten damit zurechtkommen. Dass Mitte Mai etwa 60 tote Karpfen entnommen wurden, hänge mit der Laichzeit zusammen. Schwache Fische würden aufgrund der Kraftanstrengung sterben.

Der wochenlange Sonnenschein und hohe Temperaturen sorgen nicht nur in der Landwirtschaft für Probleme. Sie haben auch Auswirkungen auf den Zustand kleinerer Gewässer in Ostholstein. Aufregung gibt es um den Lensahner Mühlenteich.

Dennoch teilte Kreft mit, dass am Mühlenteich seit gestern für unbestimmte Zeit ein Angelverbot gelte. Fische hätten aufgrund des mindestens einen Meter geringeren Wasserstandes weniger Rückzugsmöglichkeiten und sollten nicht weiter gestresst werden.

Hohe Verdunstung und hoffen auf Selbstheilung

Auch die Untere Naturschutzbehörde weiß um den Zustand vieler Teiche im Kreis. Fachdienstleiter Joachim Siebrecht erklärte den Grund für die niedrigen Wasserstände. „Die Verdunstung ist sehr hoch, zudem steht die Vegetation derzeit voll im Saft. Dazu kommt der stetige Wind, er erhöht die Verdunstung.“ Die Situation sei angespannt, aber nicht dramatisch. „Das ist Natur. Wir vertrauen auf die Selbstheilungskräfte“, sagte Siebrecht. Laut Nabu-Ornithologe Ingo Ludwichowski haben besonders die Tiere mit den niedrigen Wasserständen zu kämpfen. Die Nistplätze einiger Arten erreiche man nun trockenen Fußes. Die Teichrohrsänger und auch die Reiherenten seien davon betroffen, erklärte er. Zudem würden Amphibien und Fische an Sauerstoffmangel leiden. Ein weiteres Problem sieht der Nabu in den starken Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft in die Seen, die eigentlich relativ arm an Nährstoffen sind. Die Folge: eine starke Algenblüte. An vielen Gewässern sei die Belastung besonders augenfällig, etwa durch schlierige, grün-braune Fadenalgen- und Pilzmatten am Gewässergrund oder stinkende, flächig-lackartige Blaualgenbeläge auf der Oberfläche von Seen. Diese führten zu einer verminderten Wassertransparenz mit einer Unterdrückung der Unterwasservegetation Horst Kreft indes betonte, dass der Gülleeintrag zwar ein grundsätzliches Problem sei, dieser aber „keine nachweisbare Relevanz auf die Situation im Mühlenteich“ habe. Zugleich stellte er klar, dass es keine Möglichkeiten gegen die massenhafte Entwicklung von Wasserpflanzen gebe – zumindest nicht bei Gewässern in der Größenordnung des Mühlenteichs.

Großes Fischsterben

soll verhindert werden

Auch der Teich im Kurpark Scharbeutz war voller Algen, auf dem wenigen Wasser schwammen Pollen, bestätigte Sebastian Levgrün, Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Scharbeutz. Auf Bitte der Gemeinde rückte die Jugendwehr in den Kurpark aus. „Wir haben das Wasser umgewälzt und so mit Sauerstoff angereichert.

Hauptsächlich für die Fische“, erklärte Levgrün den Einsatz mit 14 jungen Rettern, die mit zwei Fahrzeugen anderthalb Stunden lang „ein paar 1000 Liter“ erst herauspumpten, um sie dann wieder in den Teich zu lassen. „Das war nötig“, so Levgrün, der sich an einen vergleichbaren Einsatz so früh im Jahr nicht erinnern kann. Ob die Aktion geglückt ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Schließlich ist kaum Regen angekündigt. Die Lage könnte sich also noch verschärfen.

Auswirkungen hat der Wassermangel auf den „Triple Ultra Triathlon“. Ursprünglich sollte der Mühlenteich im Falle einer zu hohen Starterzahl als Schwimmstrecke herhalten. Dies ist aufgrund der Algen nicht möglich. Organisator Wolfgang Kulow versicherte aber, dass alle 54 Sportler im Waldschwimmbad starten können.

Von Beke Zill und Sebastian Rosenkötter

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