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Wasserwerk: Timmendorf droht neue Großbaustelle

Timmendorfer Strand Wasserwerk: Timmendorf droht neue Großbaustelle

Nachdem die Verhandlungen über ein Grundstück an der B 76 gescheitert sind, plant der Zweckverband einen Neubau im Zentrum. Die Arbeiten sollen mehrere Jahre dauern.

Das Wasserwerk (l.) an der Poststraße soll einem Neubau weichen. Gebaut würde dann gegenüber der Grund- und Gemeinschaftsschule (r.).

Timmendorfer Strand. Abriss von Verwaltungsgebäude und Wasserwerk, Neubauten in beachtlichen Höhen: Dem Zentrum von Timmendorfer Strand droht eine weitere Großbaustelle. Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) ist offenbar entschlossen, am bisherigen Standort in der Poststraße das dringend benötigte neue Wasserwerk zu errichten. Der ZVO geht dabei von mehrjähriger Bautätigkeit gegenüber der Grund- und Gemeinschaftsschule Strand aus.

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Nachdem die Verhandlungen über ein Grundstück an der B 76 gescheitert sind, plant der Zweckverband einen Neubau im Zentrum / Arbeiten sollen mehrere Jahre dauern.

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Das jetzige Werk ist alt und nach Einschätzung von Fachleuten künftigen Mengenentwicklungen nicht gewachsen. Deshalb begann der ZVO vor Jahren mit den Planungen für ein neues Werk. Auf dem dafür favorisierten Grundstück an der B 76 erfolgten Probebohrungen, ein Vertrag wurde ausgearbeitet. Im Juni 2015 stimmte jedoch die Mehrheit im Hauptausschuss der Gemeinde gegen einen Verkauf der Fläche an den ZVO. Insbesondere Vertreter der CDU fürchteten durch die Verlegung des Wasserwerks Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel, der ansteigen könnte, wofür die Gemeinde dann haften müsste. Zwei gegenteilige Gutachten vom Geologischen Dienst des Landes und von einem Professor für Verwaltungsrecht vermochten an dieser Haltung nichts zu ändern.

Anschließend seien alternative Standorte geprüft worden, heißt es in einer Mitteilung des ZVO. Letztlich hätten die Verantwortlichen dann beschlossen, in der Poststraße neu zu bauen. Dort sollen fünf bis sechs Millionen Euro investiert werden. „Dazu sind innerorts umfangreiche Arbeiten notwendig, die eine mehrjährige Bautätigkeit bedeuten“, so der ZVO. Der Bau des neuen Werkes müsse parallel zum laufenden Betrieb des alten Werkes erfolgen, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. „Dies schlägt sich vor allem in einer Verlängerung der Bauzeit nieder, da alles nur sukzessive voranschreiten kann – auch aufgrund der sehr beengten räumlichen Situation.“ Zudem könne nicht in der Hauptsaison gearbeitet werden.

Zunächst soll in diesem Jahr das Verwaltungsgebäude abgerissen werden. An seiner Stelle soll eine sieben Meter hohe Halle für das neue Wasserwerk inklusive der Versorgungsleitungen entstehen. Das „Einfahren“ des neuen Werkes werde laut ZVO ein Dreivierteljahr dauern. Sobald das neue Werk laufe, werde das bisherige abgerissen, um Platz für einen Wasserspeicher zu schaffen, der bis zu 20 Meter Durchmesser und sechs Meter Höhe aufweisen könnte. Danach werde der alte Speicher abgerissen. „Zusätzlich müssten diverse Leitungsarbeiten stattfinden sowie neue Brunnen gebohrt, gebaut und integriert werden.“

Seitens der CDU wird dieses Bauvorhaben offenbar als die sicherere Variante eingestuft. „An der Einschätzung des Risikos hat sich nichts geändert“, sagt Gudula Bauer (CDU) mit Blick auf die Befürchtungen bezüglich des Grundwasserspiegels. Zudem seien nach Aussagen eines Städteplaners in dem Areal an der Poststraße auch hohe Gebäude gut zu integrieren. Ganz anders bewerten das die Grünen. „Ein neues Wasserwerk mit Speicherturm in der Poststraße ist städtebaulich furchtbar“, erklärt deren Fraktionsvorsitzende Stefanie Paetow: „Wir Grüne haben ein Wasserwerk an der B76 präferiert. Leider stimmten die WUB und CDU damals gegen den Verkauf des Grundstückes an den Zweckverband.“ Nach einer aktuellen Stellungsnahme der WUB wäre allerdings „ein Neubau des Wasserwerks innerhalb der Gemeinde, jedoch aus der Ortsmitte heraus an anderer Stelle wünschenswert“ sowie das Areal an der Poststraße „unter städtebaulichen Aspekten weiter zu entwickeln“. Jörg Eckert von der SPD sieht „erhebliche Belastungen“ auf das Wohngebiet zukommen. „Auch die SPD war für den Neubau an der B 76“, betont er. Die Fraktion werde jetzt beraten, ob das Vorhaben noch abgewendet werden könne – „zumal für das Grundstück an der B 76 keine anderen Planungen bekannt sind“.

Wasser für bis zu 40000 Menschen

Im Jahr 1935 wurde das erste Wasserwerk an der Poststraße in Timmendorfer Strand gebaut – damals noch „auf der grünen Wiese“. In seiner jetzigen Form ist das Wasserwerk in den 1970er-Jahren erbaut worden, wobei die Brunnen aus dem Jahr 1960 stammen und normalerweise eine Lebensdauer von 25 Jahren haben.

Mit Trinkwasser versorgt werden von diesem Werk die Ortschaften Timmendorfer Strand, Niendorf, Hemmelsdorf, Ratekau, Sereetz und die Ostseite des Hemmelsdorfer Sees. Eine besondere Problematik stellen die starken Schwankungen aufgrund der Urlaubszeit dar: Im Winter müssen etwa 9000 Menschen versorgt werden, im Sommer bis zu 40000. Der Timmendorfer Reinwasser-Speicher fasst zudem nur 500 Kubikmeter, üblich sind mittlerweile aber 5000. Die vier Brunnen auf dem Gelände fördern etwa 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr.

Das jetzige Werk kann nach Einschätzung des ZVO höchstens noch bis 2020 betrieben werden. Nach Probebohrungen und einem Gutachten seien das Grundstück an der B 76 als „sehr gut geeignet“ eingestuft und mit der Gemeindeverwaltung „ein unterschriftsreifer Kaufvertrag“ ausgearbeitet worden. „Die gesamten vorbereitenden Maßnahmen haben einen kleineren sechsstelligen Betrag gekostet“, heißt es dazu vom ZVO.

 Sabine Latzel

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