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Ostholstein Weber-Schule: Sanierung fast eine Million teurer
Lokales Ostholstein Weber-Schule: Sanierung fast eine Million teurer
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22:15 07.11.2013
Eutin

Es war das buchstäblich „dicke Ende“ einer mehr als dreistündigen Bauausschusssitzung in Eutin: In einem Sachstandsbericht zu den laufenden Bauarbeiten durch das ausführende Eutiner Architekturbüro Bielke und Struve wurden die Stadtvertreter über bisher unbekannte Altlasten in Gebäudeteilen der Weber-Schule informiert.

Nach der Inbetriebnahme des Neubaus für die Naturwissenschaften laufen derzeit Baumaßnahmen für eine Erweiterung der Cafeteria und des Küchenbereiches, das Lehrerzimmer wird deutlich vergrößert und Vorgaben zum Brandschutz werden umgesetzt. Für die Brandschutzsanierung hatten die Architekten Christian Bielke und Rainer Struve bei der Planung 2007 mit über 600 000 Euro gerechnet, dazu kam eine Kalkulation vom Eckernförder Architekturbüro Rimpf zur Entwurfsplanung in Höhe von etwa 700 000 Euro, so dass sich eine voraussichtliche Gesamtinvestitionssumme von 1,4 Millionen Euro ergab.

Doch die liegt mittlerweile bei 2,3 Millionen Euro.

Woraus sich diese Steigerung ergibt, erläuterten Christian Bielke und Rainer Struve in einer detaillierten Präsentation. So wurden im Zuge der Entkernung im Bereich des früheren Chemieraumes in der vergangenen Woche korrodierte Stahlträger freigelegt, und das ist lediglich die jüngste einer Reihe unerwarteter Entdeckungen: Asbest- sanierungen, Schwamm und Pilz im Dachstuhl und in der Deckenkonstruktion der Aula sowie Risse im Estrich sind weitere Punkte auf einer kostenträchtigen Liste.

Zum unausweichlichen Sanierungsbedarf kommen die Auflagen des Denkmalschutzes. So ist bei den notwendigen Arbeiten beispielsweise Rücksicht auf Stuckverzierungen zu nehmen und auch die pilzbefallenen Deckenbalken des historisch bedeutsamen Gefüges müssen mit Blick auf zu erhaltende Substanz instandgesetzt werden. „Das sind Sachen, die man vorher nicht weiß“, sagte Rainer Struve.

Auf die Frage aus dem Ausschuss, wie viel versteckte Kosten noch zu erwarten seien, konnte er eine einigermaßen beruhigende Antwort geben: Die Entkernung sei mittlerweile zu 80 bis 90 Prozent abgeschlossen: „Die größten Überraschungen haben wir hinter uns“, so Struve. Abschließend benennen könne man die Gesamtkosten noch nicht.

Der Fortlauf der Arbeiten ist indes terminlich tagesgenau mit Schulleiterin Iris Portius abgestimmt, der Schulbetrieb läuft parallel zur Umsetzung des Bauvorhabens. Im August 2014 soll alles abgeschlossen sein. Dafür müssen die Aufträge zum Innenausbau so vergeben werden, dass Anfang des kommenden Jahres mit der Ausführung begonnen werden kann. Damit sind die vorläufig feststehenden 900 000 Euro Kostenzuwachs noch über einen Nachtragshaushalt des laufenden Jahres bereitzustellen, denn es können nur Aufträge erteilt werden, für die die entsprechenden Haushaltsmittel vorgehalten werden. Eine entsprechende Empfehlung gab der Bauausschuss an den Haupt- und Finanzausschuss.

„Das sind Sachen, die man vorher nicht weiß.“
Árchitekt Rainer Struve

Astrid Jabs

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