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Ostholstein Wechselt das „Schloss-Hotel“ auf die andere Seite der Stadtbucht?
Lokales Ostholstein Wechselt das „Schloss-Hotel“ auf die andere Seite der Stadtbucht?
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22:16 30.08.2013
Das „Haus des Gastes“ (r.) und der Parkplatz am Bleekergang sind im städtischen Besitz. Wird hier ein Hotel entstehen? Quelle: Foto: Benthien

Einem Hotel vis-à-vis des Schlosses räumte die im vergangenen Jahr vorgelegte Hotelstudie in Eutin die besten Chancen ein. Die Planungen für den Bau einer Vier-Sterne-Plus-Herberge auf dem Areal der Schlossterrassen laufen mittlerweile seit Monaten. Doch nun ist nach LN-Informationen der vom Hamburger Beratungsunternehmen Georg Consulting auf Platz zwei gesetzte Standort der Studie im Gespräch: im Bereich des „Haus des Gastes“. Das „Schloss- Hotel“ könnte seinen Namen trotzdem zu Recht tragen, würde es doch nur auf die andere Seite der Stadtbucht wechseln und von dort einen wunderbaren Blick auf seinen Namensgeber ermöglichen.

Von Anfang an hatte die Investorengruppe, die in Eutin ein Hotel bauen und dafür nach Angaben ihres Vertreters, des Schweizers Samuel Hügli, 20 Millionen Euro aufbringen will, beim Standort „Schlossterrassen“ mit zahlreichen Hürden zu kämpfen: Die Parkplatzfrage ist ungeklärt, ein historischer Entwässerungskanal könnte ein Risiko bergen, die Zuwegung für Lieferverkehr und Rettungsfahrzeuge gestaltet sich schwierig, die Denkmalpflege bringt viele Einwände vor, und aus der Bevölkerung spüren die Planer mehr und mehr Widerstand. Für den Erhalt der Schlossterrassen und seines Saals für öffentliche Veranstaltungen hat sich sogar eine Initiative gegründet. Und der Zeitdruck nimmt zu. Denn wie Hügli und Projektleiterin Katharina Berges in der Stadtvertretung und in Ausschüssen bekräftigten und wie es auch Wunsch der Stadt ist, soll das Hotel noch Ende 2015, wenige Monate vor Beginn der Landesgartenschau, eröffnen. Ihre Planungen liefen bereits seit Frühsommer 2012, sie hätte das Vorhaben gern schneller vorangetrieben, äußerte Katharina Berges bereits mehrfach. Ob sie an die Einhaltung des zeitlichen Rahmens am Standort Schloss glaubt, lässt sie unbeantwortet.

Einen Hotelbau im Bereich des „Haus des Gastes“ hatte die Studie 2012 empfohlen, weil sich damit die Chance biete, den Standort zu revitalisieren. „Ein Hotelneubau würde den Uferbereich grundlegend aufwerten und im Zusammenhang mit den derzeit entstehenden Neubauten in der Nachbarschaft in einem modernen Licht erscheinen lassen.“ Als problematisch bewertete das Hamburger Unternehmen damals die Nähe zum Großen Eutiner See in Hinblick auf die Errichtung einer Tiefgarage. Doch es tun sich hinter dem „Haus des Gastes“ neue Möglichkeiten auf: Es gibt die Option, das bebaute städtische Grundstück und den Parkplatz zu erweitern.

Die Verwaltung wird am kommenden Dienstag die Stadtvertreter im Hauptausschuss (18.30 Uhr) über den Stand des Projektes „Schloss-Hotel“ und neue Überlegungen informieren. Bisherige Einwände gegen einen Bau auf der Fläche des „Haus des Gastes“ scheinen zu schwinden: Eutin braucht und will ein Hotel. Vor der Landesgartenschau. Auch dieses Projekt erst nach 2016 angehen zu können, wie im Fall der in Eutin geplanten Jugendherberge — bei der das Deutsche Jugendherbergswerk/Landesverband Nordmark aus Kostengründen vorerst einen Rückzieher machte, dafür aber im gleichen Zeitfenster auf dem Priwall in Travemünde ein Haus gleicher Größe bauen will — wäre ein Tiefschlag.

Für die Investorengruppe um Samuel Hügli würde ein Hotelbau auf dem Gelände des „Haus des Gastes“ nach Aussagen von Fachleuten deutlich günstiger. Allein für den Neubau eines Veranstaltungssaals am bisher vorgesehenen Standort Marstall/Schlossterrassen — eine Bedingung der Stadt — hätten zwischen drei und fünf Millionen Euro investiert werden müssen. Wie die Saalbewirtschaftung für den künftigen Hotelbetreiber geregelt werden sollte, hatte Projektleiterin Katharina Berges mehrfach als schwierig bewertet, denn für 100 Veranstaltungen pro Jahr hätte die Stadt den Raum geblockt.

Die Projektleiterin wollte einen möglichen Standortwechsel für den Hotelbau gestern nicht bestätigen, dementierte ihn aber auch nicht. Sie verwies ebenso wie Bauamtsleiter Bernd Rubelt auf die Sitzung des Hauptausschusses.

Ulrike Benthien

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