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Ostholstein Wegen akuter Lebensgefahr: Steilküstenweg gesperrt
Lokales Ostholstein Wegen akuter Lebensgefahr: Steilküstenweg gesperrt
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20:15 01.11.2013
Michael Müller (r.) und Christian Wolf vom städtischen Bauhof begutachten den gesperrten Zugang zum Steilküstenweg. Quelle: Peter Mantik
Heiligenhafen

Vor einer Woche sperrte die Stadt Heiligenhafen den Steilküstenweg „Hohes Ufer“ wegen Lebensgefahr beim Betreten desselben. Denn zwischen Abbruchkante und dem Zaun des Weidelandes von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist an einigen Stellen weniger als ein Meter Platz. Doch es scheint einige Waghalsige zu geben, die sich nicht um ihre Sicherheit scheren und den Absperr-Draht heruntergedrückt haben, um sich Zutritt zu verschaffen. Zweimal ist das in dieser Woche schon geschehen.

Gestern inspizierten Michael Müller vom Fachdienst Hoch- und Tiefbau sowie Küste und Küstenschutz der Stadt Heiligenhafen und Christian Wolf vom städtischen Bauhof die Absperrung. Mit Blick zur Steilküste sagte Müller: „Teile des Weges sind sehr schmal. Bei der herbstlichen Witterung kann die Abbruchkante schnell bröckeln und der Weg in die Tiefe stürzen.“ Seine Botschaft an die Unvernünftigen, die am Hohen Ufer dennoch an der Kante wandern, lautet: „Das ist unverantwortlich und lebensgefährlich. Hört dies nicht auf, erstatten wir Strafanzeige gegen Unbekannt.“

Im Rathaus ist natürlich auch Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) über diese gefährliche Entwicklung informiert. „Mir ist es unverständlich, wie sich Menschen dieser offensichtlichen Gefahr aussetzen können. Wir haben auf Anraten unseres Anwalts den Weg sperren lassen“, so Müller. Hintergrund ist, dass sich die Stadt bisher nicht wie erhofft mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der das Weideland am Steilküstenweg gehört, einigen konnte. Müller klagt in Richtung Kiel, wo die Stiftung ihren Sitz hat: „Es gibt Verträge zwischen uns und der Stiftung, woraus klar hervorgeht, dass die Stiftung mit ihrem Zaun weichen muss, so dass wieder mehr Raum zwischen Zaun und Kante für die Sicherheit der Spaziergänger besteht.“ Diese sei jedoch nur noch einmalig dazu bereit. Müller: „Damit ist uns doch nur kurzfristig gedient. Daher pochen wir auf eine Langzeit-Lösung, zur Not auch vor Gericht.“ Über das weitere Vorgehen wird daher am 11. November im Hauptausschuss der Stadt, der ab 17 Uhr im Sitzungssaal öffentlich tagt, beraten.

Bürgermeister Müller sagt weiter: „Der Kurs der Stiftung ist nicht nachvollziehbar, zumal dort das Leben von Menschen auf dem Spiel steht.“ Die Kieler bieten stattdessen den Wanderern die Möglichkeit, über ihre Weiden zu laufen. Dieses Angebot wird auch teilweise genutzt, die entsprechenden Tore wurden installiert. Für den Bürgermeister ist das aber nicht die Ideallösung, er sagt:

„Auf dieser Weide sind Galloway-Rinder. Wenn so eines vor einem steht, kann man es mit der Angst kriegen.“

Peter Mantik

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