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Ostholstein Weibliche Skelett-Teile bei Sierksdorf gefunden
Lokales Ostholstein Weibliche Skelett-Teile bei Sierksdorf gefunden
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18:59 10.08.2017
Auf diesem Feld unweit der Ostsee wurden die Skelett-Teile entdeckt. Quelle: Rosenkötter
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Sierksdorf

Unter den Schmuckstücken, die bei der Leiche gefunden wurden, sind zwei Ringe. Einer davon zeigt eine Abbildung des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy.

Die menschlichen Überreste wurden im Ortsteil Wintershagen entdeckt. Sie lagen in einer Kuhle, die regelmäßig mit Regenwasser vollläuft. Aufgespürt hatte die Skelett- Teile ein Mann, der auf dem Feld mit seinem Metalldetektor-Gerät unterwegs war. Dies hat Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst den LN bestätigt. Demnach war der Mann auf dem Gelände unterwegs, als sein Gerät anschlug. Kurz darauf informierte er die Polizei.

Monatelang wurde versucht, so Hingst weiter, die Identität der Frau zu ermitteln. Bisher ohne Erfolg. „Deshalb haben wir uns nun entschlossen, die Öffentlichkeit einzuschalten“, sagte Ulla Hingst. Zuvor habe man „andere Ermittlungswege“ ausprobiert. Aus den Knochen sei DNA generiert worden. „Dieses Verfahren ist sehr zeitaufwendig. Es gibt eine DNA-Vermisstendatenbank. Das Profil der Frau war aber nicht abgespeichert“, so die Staatsanwältin.

Ebenfalls involviert ist die Rechtsmedizin. Laut Hingst gehen die Experten von einer sogenannten Liegezeit zwischen 50 und 100 Jahren aus. „Das ist aber ganz grob und vorsichtig geschätzt. Denn die Schätzung basiert aber auf einer Lagerung in Erdgräbern“, sagte Hingst. Dies treffe auf den Fundort eher nicht zu.

Ungewöhnlich sei der Ring der Toten mit dem Kennedy-Konterfei. Die eingravierten Jahreszahlen weisen auf die kurze Amtszeit des 35. US-Präsidenten hin. Demnach müsste die Frau den Ring irgendwann nach Kennedys Tod im November 1963 bekommen haben. Jedoch sei völlig unklar, wann, wie und wo sie ihn erhielt. Unbekannt sei auch die Todesursache. Somit könne auch ein Verbrechen nicht ausgeschlossen werden.

Außer den zwei Ringen (siehe Fotos) könnte auch eine Uhr Rückschlüsse auf die Person ermöglichen. Jedoch existiert das Original-Armband nicht mehr. „Das war vergammelt und der Finder hat es weggeworfen“, so Ulla Hingst. Deshalb sei es mit Hilfe seiner Erinnerungen rekonstruiert worden. Dass Polizei und Staatsanwaltschaft stets von Skelett-Teilen sprechen, hängt damit zusammen, dass nicht der komplette Körper gefunden wurde. „Wir gehen davon aus, dass nicht mehr alles vorhanden ist, es aber mal ein vollständiges Skelett gab“, betonte die Lübecker Oberstaatsanwältin und hofft, bald sagen zu können, wer die Frau auf dem Feld war.

Von Sebastian Rosenkötter

Das sind die gefundenen Schmuckstücke:
Hierbei handelt es sich um zwei goldfarbene Fingerringe, wobei der eine etwas schmaler und mit einem Muster versehen ist.  Weiterhin wurde eine Uhr gefunden, die mit einem schwarzen Armband versehen ist. Da diese Uhr nicht mehr im Original erhalten ist, wurde sie nach Angaben des Finders rekonstruiert.

Fotos: Polizei/HFR

Hinweise erbeten

Die Kriminalpolizeistelle Neustadt bittet um Hilfe der Bevölkerung. Wer Angaben zu der Frau oder den gezeigten Schmuckstücken machen kann, der sollte sich unter der
Telefonnummer 045 61/615 41 melden.
Sämtliche Bilder gibt es außerdem auf der Internetseite www.presseportal.de/blaulicht/nr/43738.

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