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Ostholstein Weißer Ring sucht weitere ehrenamtliche Betreuer
Lokales Ostholstein Weißer Ring sucht weitere ehrenamtliche Betreuer
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20:14 09.08.2016
Holger Dabelstein (2. v. r.) mit seinem Team: Manfred Zettler (v. l.), Manuela Schmidt, Bernhard Kardell, Hartmut Dahlmann, Herbert Elit. Quelle: hfr

Der Weiße Ring ist in vielen Notsituationen für Menschen da. Sechs Ehrenamtler kümmern sich in Ostholstein um Kriminalitätsopfer. Die Helfer benötigen jetzt aber selbst Unterstützung: Die Fälle, in denen sie Beistand leisten, haben sprunghaft zugenommen, die fünf Männer und eine Frau kommen zeitlich an ihre Grenzen und suchen weitere Freiwillige.

Kontakt zum Weißen Ring

Über die Tätigkeit des Weißen Rings gibt es Informationen auf der Internetseite www.weisser-ring.de. Die Außenstelle Ostholstein ist per E-Mail zu erreichen unter weisser.ring-ostholstein@web.de oder per Telefon unter der Nummer 0151/ 55164750.

„Im vergangenen Jahr hatten wir 67 Opferfälle, für 2016 erwarten wir eine Steigerung um 25 Prozent“, schildert Holger Dabelstein. Seit November 2014 ist der ehemalige stellvertretende Behördenleiter der Polizeidirektion Lübeck Leiter der Außenstelle Ostholstein des Weißen Rings. An seiner Seite hat er zwei ehemalige Kollegen, eine Lehrerin, einen ehemaligen Soldaten sowie einen Helfer, der aus dem Personalbereich kommt und bereits Erfahrungen bei der Telefonseelsorge gesammelt hat. „Es ist ein freundliches Team und ein sinnvolles Ehrenamt“, wirbt Dabelstein um Interessenten.

Die Mitarbeiter vom Weißen Ring betreuen Opfer und ihre Familien, sie begleiten sie zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, helfen im Umgang mit Behörden, sie vermitteln Kontakte beispielsweise zu Medizinern und Therapeuten. Der gemeinnützige Verein übernimmt Anwaltskosten, finanziert Erholungsmaßnahmen und springt zur Überbrückung tatbedingter Notlagen auch mit Geld ein. Das Allerwichtigste: Die Mitarbeiter nehmen sich Zeit, sind geduldige Zuhörer und einfühlsam.

Dass die Opferfälle beim Weißen Ring stark zunehmen, führt Holger Dabelstein auf den immer größeren Bekanntheitsgrad zurück. „Nach jedem Bericht über uns gibt es sofort etliche Anrufe. Viele Leute sitzen auf einem Problem und ringen sich, wenn sie von uns lesen, dazu durch, sich zu melden.“ Bedrohungen, körperliche, oft häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch, Stalking – mit diesen Straftaten sehen sich Dabelstein und sein Team am häufigsten konfrontiert. Insbesondere Stalking-Fälle nähmen zu. Holger Dabelstein betreut gerade eine junge Frau, die sich nach zehn Jahren von ihrem Freund getrennt hat. „Dieser Ex-Partner hat allen Bekannten und Freunden gegenüber behauptet, dass sie noch ein Paar seien. Er ist an den neuen Arbeitgeber der Frau herangetreten, hat diesem erzählt, dass sie bei ihrer vorherigen Beschäftigungsstelle gestohlen und betrogen hätte und ihn aufgefordert, ihr zu kündigen“, erzählt Holger Dabelstein. Die Situation für Stalking-Opfer verschärfe sich, wenn ein neuer Partner in ihr Leben trete. Das habe auch die junge Frau erleben müssen. „Nachdem ihr Ex das mitbekommen hatte, stand ihr Auto in Flammen.“ Zurzeit habe sich die Lage etwas beruhigt, sollte sie sich wieder verschlimmern, überlegt Dabelstein, ein Annäherungsverbot für den Ex-Partner beim Amtsgericht zu erwirken.

Ein großes Ziel des Weißen Rings sei es, so berichtet der langjährige Polizeibeamte – er war 42 Jahre im Dienst –, dass Opferanwälte ausgebildet und zugelassen werden. „Das Opferrecht ist so speziell geworden.“ Für Ostholstein, insbesondere den Kreissüden mit Bad Schwartau, Stockelsdorf und Timmendorfer Strand wünscht er sich weitere ehrenamtliche Betreuer. „Sie sollten auf Menschen zugehen können, ein freundliches Wesen haben, teamfähig sein und idealerweise über Auto, PC und Handy verfügen“, nennt er die Voraussetzungen. Die Kosten für Einweisung und Schulung sowie anfallende Auslagen werden vom Weißen Ring getragen.

ben

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