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Ostholstein Weiterhin Unruhe in der Pönitzer „Rappelkiste“
Lokales Ostholstein Weiterhin Unruhe in der Pönitzer „Rappelkiste“
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11:24 01.04.2016

Einen Monat früher als geplant gibt es heute einen Wechsel in der Leitung der Kindertagesstätte „Rappelkiste“ in Pönitz. Die langjährige Leiterin Meike Holtz (54) wird ihren Arbeitsplatz offiziell nicht erst Ende Mai, wie in einer Kündigung formuliert, sondern bereits zum 1. April verlassen. „Wir haben sie freigestellt“, bestätigte Andrea Kruse, Vorsitzende des „Rappelkiste“-Trägervereins, auf LN-Anfrage. Eltern, die schon über die Kündigung, die ohne Nennung von Gründen erfolgte, erbost waren, können auch diesen Schritt jetzt nicht nachvollziehen. Sie berichten von erheblicher Unruhe im Kindergartenbetrieb, von überforderten Erzieherinnen und von Kindern, die zunehmend aggressiv werden.

Außerdem sorgt eine für den 21. April geplante Jahresversammlung des etwa 100 Mitglieder zählenden Vereins für Unruhe. Auf der Tagesordnung stehen nicht nur die Wahl des gesamten Vorstands, sondern auch Satzungsänderungen. Sollten die genehmigt werden, dann wird der Satz „Alle Inhaber von Vereinsämtern sind ehrenamtlich tätig“ gestrichen. Stattdessen soll in Zukunft dem geschäftsführenden Vorstand, zu dem die beiden Vorsitzenden und die Schatzmeisterin gehören, eine Ehrenamtspauschale in Höhe von 720 Euro pro Jahr und Person gezahlt werden. Der erweiterte Vorstand, bestehend aus der Schriftführerin und der Veranstaltungsleiterin, sollen ein Drittel des aktuell gültigen Höchstbetrages erhalten. Bei der Ehrenamtspauschale berufen sich die Befürworter auf den Paragraphen 3 Nr. 26a Einkommensteuergesetz.

Die Freistellung von Meike Holtz sei „ein ganz normaler Vorgang“, so Andrea Kruse. Zum 1. April solle endlich wieder Ruhe einkehren in die „Rappelkiste“. Dort werden derzeit 44 Jungen und Mädchen betreut. Da eine weitere langjährige Mitarbeiterin gekündigt habe, gebe es jetzt nicht nur eine neue Leiterin, sondern eine weitere Erzieherin. „Wir haben zwei tolle neue Kolleginnen und damit ausreichend qualifiziertes Personal“, schwärmt die Vereinsvorsitzende. Dass in den vergangenen Wochen täglich auch mindestens ein Vorstandsmitglied in der „Rappelkiste“ tätig war, begründete sie mit den Worten: „Wir wollten Präsenz zeigen und gegen jegliche Art von Stimmungsmache angehen.“ Zudem sollte das Personal durch die Anwesenheit der Vorstandsmitglieder „seelisch-moralisch unterstützt“

werden.

Die Satzungsänderungen seien mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, in dem der „Rappelkiste“-Verein Mitglied ist, abgesprochen. Es gebe Monate, in denen Ehrenamtlerinnen 80 Stunden und mehr tätig gewesen seien. Auch wenn es „lächerliche Beträge“ seien, wenn die Ehrenamtspauschale in Stundenlöhne umgerechnet werde, so honoriere sie doch ein wenig die Arbeit des Vorstandes. Die Regelung gelte für den aktuellen Vorstand, „vor allem aber für die, die nach uns kommen", so Andrea Kruse. Sie selber wird sich während der Jahresversammlung zur Wiederwahl stellen.

Jahresversammlung mit Satzungsänderungen und Vorstandswahlen

Die Jahresversammlung des Trägervereins „Rappelkiste“ beginnt am Donnerstag, 21. April, um 20 Uhr im Kindergarten. Teilnehmen dürfen ausschließlich Vereinsmitglieder.

Die Satzung soll in fünf Punkten geändert werden. Es geht um die Ehrenamtspauschale, aber auch um den Vereinsbeirat als Kontrollgremium für die Stundennachweise des Vorstandes.

Am Ende der Versammlung gewählt werden sollen eine Vorsitzende, eine Schatzmeisterin, eine Veranstaltungsleiterin, ein zweites Mitglied des Vereinsbeirates und ein dritter Kassenprüfer.

Von Christina Düvell-Veen

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