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Ostholstein Weniger Besucher als gehofft: Wallmuseum legt Zahlen offen
Lokales Ostholstein Weniger Besucher als gehofft: Wallmuseum legt Zahlen offen
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20:15 16.12.2015
Knapp 26000 Besucher schauten sich dieses Jahr das Wallmuseum an. Laut ursprünglicher Prognose sollten es 65000 sein. * Quelle: LN

Die Prognose: 65000 Besucher. Als die Stadt Oldenburg 2011 die Erweiterung und Verschönerung des Wallmuseums beschlossen hat, wurde eine Verdreifachung der Besucherzahlen erwartet. Vier Jahre später ist die Realität eine andere: Lockte die Einrichtung vor der 1,7 Millionen teuren Maßnahme etwa 20000 Menschen im Jahr an, sind es jetzt knapp 26000.

Die Zahlen berechnen sich aus den Angaben zu Einnahmen durch Eintrittsgelder im jetzt veröffentlichten Wirtschaftsplan der gemeinnützigen Betreibergesellschaft — alleinige Gesellschafterin ist die Stadt — für 2016. „Wir haben die Besucherzahlen in der Tat nicht erreicht“, räumte Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses ein. Dennoch gehe es „in kleinen Schritten vorwärts“, betonte er. In den vergangenen beiden Jahren hätten sich die Besucherzahlen um jeweils zehn Prozent gesteigert.

Während sich die SPD-Fraktion und auch Silke Drews- Jacobsen (CDU) dieser Einschätzung anschlossen, kritisierte Wolfgang Seidel (FBO): „Die betriebswirtschaftliche Planung wurde auf 65000

Besucher ausgerichtet — die wir in absehbarer Zeit wohl nicht erreichen werden.“ Henning Andrees (FDP) pflichtete ihm bei: „Wir haben die Investition in das Museum damals mit bestimmten Erwartungen getroffen.“ Wenn das Museum nun derart hinter den eigenen Prognosen zurückbleibe, müsse man „sich schon die Frage gefallen lassen, wie das Betriebsergebnis dennoch verbessert werden kann“. Jens Junkersdorf (CDU) sagte: „Ich würde mir wünschen, dass man von vornherein realistische Prognosen stellt und nicht zu hohe Erwartungen schürt.“

Verwaltungschef Voigt warnte davor, sich zu sehr auf die Besucherzahlen zu versteifen. „Natürlich wollen wir die weiter steigern“, betonte er, „viel bedeutender“ seien aber die Finanzen. Ziel sei es gewesen, den jährlichen Zuschuss seitens der Stadt von 51500 Euro nicht zu erhöhen; bisher habe das funktioniert.

Das Defizit der Betreibergesellschaft werde sich erwartungsgemäß stetig weiter verkleinern. Laut Finanzplan macht das Museum 2016 voraussichtlich 23500 Euro Miese. Im Jahr 2020 könnten bei gleichbleibender Entwicklung erstmals schwarze Zahlen geschrieben werden.

Andrea Kümmel (SPD) verwies auf die „unglaubliche Entwicklung“, die das Wallmuseum in kurzer Zeit durchlaufen habe. Für Oldenburg sei das „unheimlich positiv zu bewerten“. Diesen Punkt wolle dem Museum niemand absprechen, wie auch die Kritiker betonten. Zuletzt wurde einstimmig bei einer Enthaltung (von Wolfgang Seidel) beschlossen, den städtischen Zuschuss von 51500 Euro auch im kommenden Jahr 2016 bereit zu stellen.

„Die Finanzen sind wichtiger als Besucherzahlen.“
Bürgermeister Voigt

Jennifer Binder

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