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Ostholstein Weniger Menschen von Lärm betroffen
Lokales Ostholstein Weniger Menschen von Lärm betroffen
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20:44 06.11.2017
Diese Maßnahme aus dem Jahr 2010 brachte viel: Lärmschutzmaßnahme an der A 1 bei Heiligenhafen. ARCHIVFOTO: *KIRCHNER
Oldenburg

In Schleswig-Holstein wurden Lärmkarten für 426 Städte und Gemeinden erstellt. Sie zeigen eine Abnahme der von Lärm belasteten Flächen um fünf Prozent und der Anzahl der belasteten Menschen um circa zehn Prozent gegenüber der letzten Lärmkartierung von 2012. Zur Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie der EU wurden Lärmkarten für Straßen mit einer Verkehrsstärke von mehr als 8200 Fahrzeugen am Tag ausgearbeitet.

In Ostholstein sind demnach nur noch 8960 Menschen im Vergleich zu 9480 im Jahre 2012 von Lärm belastet. Grenzwert für Lärmfälle hierfür sind 55 Dezibel (dB). „In Ostholstein wurden aufgrund gezielter Lärmschutzmaßnahmen sichtbare Erfolge erzielt“, erläutert Pressesprecher Martin Schmidt aus dem Landesamt für Umwelt.

Bestes Beispiel hierfür sei Bad Schwartau. Aufgrund erhöhter Verkehre sei zwar mit der Eutiner Straße/Riesebusch eine weitere Straße in die Berechnungen mit eingeflossen, doch seien 850 Menschen weniger von Lärm mit mehr als 55 Dezibel betroffen. Insgesamt aber seien es noch 2700. Im Vergleich dazu: In Scharbeutz sind aktuell 380 (2012: 820) Menschen betroffen. Dort ist jedoch mit der B 76 nur eine Straße berechnet worden.

Der neue Straßenbelag auf der A 1 sowie auf der B 501 bei Schashagen wirkt sich auch für den Ort positiv aus. Während 2012 noch 240 Einwohner vom Lärm betroffen waren, sind es aktuell nur 100.

Nicht ersichtlich wird aus den Berechnungen, warum es auch in Oldenburg nur noch 90 statt vormals 150 Menschen gibt, die mit erhöhtem Lärm leben müssen. Auch Martin Schmidt kann dies nicht erklären, denn Änderungen habe es keine gegeben.

Gegen den Trend verlaufen die Zahlen für Heiligenhafen. Dort erhöht sich der Wert von ehemals 30 auf 60. Die Erklärung liefert Schmidt: „Hier hat sich nichts verändert. Nur leben in der Straße, die wir berechnet haben, jetzt 30 Einwohner mehr als noch 2012.“

Irreführend sieht der Wert für Malente aus. Dort hat sich der Flächenanteil, der berechnet wurde, enorm vergrößert. Doch der gesamte Berechnungsbereich liegt außerhalb von Wohnbebauungen, so dass die Zahl derer, die von Lärm betroffen sind, gleich Null ist. Schmidt: „Das bedeutet nicht, dass in Malente alle Menschen mit weniger als 55 Dezibel Lärm leben. Wir berechnen nur ausgewiesene Straßen mit entsprechenden Verkehren.“ Ostholstein liege ebenso im positiven Trend wie auch das übrige Schleswig-Holstein. In fünf Jahren würden abermals Berechnungen angestellt. Schmidt betont, dass die Analyse nichts mit Lärmmessungen zu tun habe. Dennoch seien die Ergebnisse von repräsentativer Aussagekraft.

Lärmkarten im Internet

Das Land Schleswig- Holstein hat die neuen Lärmkarten (hier ein Ausschnitt von Oldenburg) online veröffentlich. Dort können sowohl die berechneten Straßen als auch die Lärmbelastungen nachgeschaut werden. Blau entspricht 75 Dezibel (dB) und mehr, Lila 70 bis 75 dB, Braun 65 bis 70 dB, Rot 60 bis 65 dB, Orange 55 bis 60 dB.

Internet: www.laerm. schleswig-Holstein.de

Peter Mantik

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