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Ostholstein Weniger Windkraft: Stromautobahn vor dem Aus?
Lokales Ostholstein Weniger Windkraft: Stromautobahn vor dem Aus?
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21:56 23.11.2016
Der Bau der 380-Kilovolt- Stromautobahn durch Ostholstein steht wieder auf der Kippe. Quelle: dpa

 Auch der Bau einer 380-kV-Leitung durch die Kreise Segeberg und Stormarn könnte deshalb schon bald zu den Akten gelegt werden.
Das Oberverwaltungsgericht Schleswig hatte im vergangenen Jahr die erst 2012 vom Land in den Regionalplänen festgelegten Windenergie-Eignungsflächen wieder gekippt – also die Flächen, auf denen Investoren ihre Windräder bauen dürfen. Es hätten bei deren Ausweisung klare Kriterien gefehlt. In Kiel besserte man nach. Am 6. Dezember sollen die überarbeiteten Pläne jetzt vorgelegt werden. Nach dem jetzigen Planungsstand sei aber bereits „erkennbar, dass sich Potenzialflächen für Windkraft im Norden von Ostholstein deutlich reduzieren werden“, sagt die Sprecherin des Energiewendeministeriums, Nicole Kabel, auf LN-Anfrage. Konkret dürften sämtliche Windenergie-Flächen in einem weiten Umkreis um das Flugsicherungs-Funkfeuer Michaelsdorf wegfallen, außerdem aus Vogelschutzgründen ein Großteil der Flächen auf Fehmarn, heißt es.
Das Energiewendeministerium jedenfalls bestätigt, dass Grünen- Minister Robert Habeck bereits mit den Netzbetreibern von Tennet im Gespräch über die Entwicklung in Ostholstein ist: Bei Tennet prüfe man, ob sich für den Netzausbau von Göhl nach Lübeck aufgrund des veränderten Einspeise-Szenarios auch ein veränderter Ausbaubedarf ergeben könnte. Leitlinie der Landesregierung bleibe laut Nicola Kabel in jedem Fall: „Soviel Netzausbau wie für die Energiewende nötig, aber keinen Kilometer mehr.“ Ähnlich äußert sich Netzbetreiber Tennet. „Sofern sich die Eingangsparameter ändern sollten, könnte der Netzentwicklungsplan angepasst werden und auch das Bundesbedarfsplangesetz“, sagt Pressesprecher John Karl Herrmann. Die letzte Entscheidung über den Bedarf fällt dann der Bundestag. Das gilt auch für die geplante Stromautobahn von Lübeck aus nach Westen, an Wakendorf I und Oering vorbei bis über Henstedt-Ulzburg hinaus.
Im Landeshaus in Kiel hält sich selbst die Opposition noch mit Bewertungen zurück. Die Landesregierung werde klären müssen, ob die 380-Kilovolt-Leitung auch nach der Planungsänderung unverzichtbar ist, sagt etwa der Ostholsteiner CDU-Landtagsabgeordnete Hartmut Hamerich. Vor Ort herrscht allerdings schon Unruhe. Leitungsgegner erhoffen sich den Verzicht auf die Trasse. In einigen Kommunen hatte man hingegen auf die neue, zumeist außerhalb bebauten Gebiets geplante Trasse gesetzt, weil dafür alte Leitungen mitten in den Ortschaften abgebaut werden sollten. Peter Mantik und Wolfram Hammer

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