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Ostholstein Wenn der Gärtner mit dem Frosch spricht
Lokales Ostholstein Wenn der Gärtner mit dem Frosch spricht
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22:12 12.08.2015
Der Garten Ingo Lükemanns — wunderbarer Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Blutweiderich und Stockrosen fühlen sich am Teich wohl.
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Timmendorfer Strand

Mitten im Grün ist Ingo Lükemann im Einklang mit seinen großen Leidenschaften: Umwelt und Lyrik. „Die Natur macht Gedichte, man braucht sie nur zu hören und in Sprache zu übersetzen“, sagt der frühere Lehrer am Ostseegymnasium (OGT) auf dem Weg zum Malvenstrauch. Doch kaum sind die prachtvollen rosa Blüten entsprechend gewürdigt, geht es — vorbei am üppigen Natternkopf — schon weiter zu einem der beiden Teiche, die das knapp 1000 Quadratmeter große Grundstück in Timmendorfer Strand dominieren.

Dort wohnt ein Freund, denn jemand, der so eins ist mit Fauna und Flora wie der agile 84-Jährige, kann sich selbst mit Fröschen unterhalten. Und die Gartler unter uns, die auch Teiche oder kleine Biotope mit allerlei Getier in ihrem Garten hegen, finden daran gar nichts Befremdliches. Vielmehr gewinnt der geneigte Gärtner bei frühmorgendlicher Zwiesprache mit Amsel, Kröte, Igel & Co den Eindruck: Irgendwie verstehen wir einander.

Das ist bei Ingo Lükemann genau so. Schon während seiner aktiven Pädagogen-Zeit versuchte der frühere Deutsch- und Englischlehrer dem Nachwuchs am OGT nicht nur richtiges Sprachgefühl, sondern mit speziellen Projekten, beispielsweise zu Kräutern und Insekten, auch die Liebe zum achtsamen Umgang mit Tieren und Pflanzen mit auf den Weg zu geben. Ein Thema, das ihn im hohen Alter nicht loslässt. „Mein Garten lebt, und ich lebe mit dem Garten“, sagt der Autor mehrerer Gedicht- und Lyrikbände. Oft inspiriert vom draußen Erlebten.

Das Refugium der Lükemanns — zur vielköpfigen Familie gehören als Haus- und Hofbewacher auch zwei Terrier-Mischlinge — ist ein naturnaher Rückzugsort mit zwei vom Hausherren selbst angelegten Teichen. Seit 40 Jahren gestaltet der immer noch lernbegierige Wissensvermittler Beete und Flächen rund ums Haus. Insektenfreundliche Pflanzen wie Alpendistel, Stockrose, Odermennig oder Blutweiderich dürfen sich aussamen und sprießen so an den unterschiedlichsten Stellen.

Neben den Teichen prägen ein hoher Walnussbaum und eine große, betagte Kirsche, auf der sich gern die Stare niederlassen, den Bereich hinter der Terrasse. Von dort wandert der Blick zu den Beeten am Grundstücksende. Kräftig wachsender Grünkohl zeigt sich neben Blumen und Salat, ein bunter Mix einander unterstützender Pflanzen, ganz im Sinne des auf Achtsamkeit bedachten Chefs der Rabatten. Ingo Lükemann wirbt dafür, dass sich die Gemeinde Timmendorfer Strand am BUND-Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ beteiligt, den Anfang hat er gemacht.

 

Martina Janke-Hansen

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