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Wenn der Sturm pustet und die Ostsee den Strand wegspült

Heiligenhafen/Kellenhusen Wenn der Sturm pustet und die Ostsee den Strand wegspült

Vom neuen Testbuhnenfeld am Steinwarder Hauptbadestrand war gestern nichts mehr zu sehen. Der Sturm hatte die Ostsee erheblich gegen den Warder gedrückt. Das Szenario zeigt auch: Breite Sandstrände sind an Ostholsteins Küste nicht überall eine Selbstverständlichkeit.

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Hauptbadestrand Steinwarder: Hier war vor drei Tagen noch ein schöner Sandstrand.

Quelle: hfr

Ostholstein. Das gilt vor allem in Heiligenhafen, wo sich der Stein- und Graswarder in exponierter Lage befindet und Wetterlagen mit starken Winden aus Nordost erheblich auswirken. „Wir haben in weiten Teilen des Steinwarders erhebliche Abbrüche, insbesondere im Bereich der ehemaligen Muschel“, erläutert Joachim Gabriel, Chef der städtischen Gesellschaft Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB). Diese lassen derzeit Sandaufspülungen am Binnensee durchführen. Demnächst sollten auch am Badestrand 44000 Kubikmeter dänischer Sand im Bereich der Testbuhnen aufgespült werden. Doch Gabriel sagt: „Die Ingenieure überlegen derzeit, wie sie verfahren.“ Momentan würde favorisiert, den Sand an einer sicheren Stelle im Strandbereich zwischenzulagern und dann im Frühjahr trocken dorthin zu transportieren, wo er eigentlich gebraucht werde.

Bildergalerie: In Niendorf und Timmendorfer Strand schlagen am Donnerstag die Wellen am Strand hoch - einige Strände sind unter den Fluten ganz verschwunden.

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„Momentan ist der Strand fast vollständig von der Ostsee verschluckt.“ Heiko Müller, Bürgermeister

Gestern inspizierten auch Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) und sein Bauamtsleiter Roland Pfündl den Strandbereich. Müller: „Das erleben wir leider immer wieder. Momentan ist der Strand fast vollständig von der Ostsee verschluckt.“ Die Naturgewalten würden immer wieder für erhebliche Kosten sorgen. Positive Nachrichten gab es aus dem Stadt- und Hafenbereich. Dort sorgten vor allem die Mitarbeiter des Bauhofes dafür, dass die Hochwasserschutzwände in Rekordzeit aufgestellt wurden. Pfündl dazu: „Es hat hier alles wunderbar funktioniert, auch wenn der prognostizierte Wasserstand von 1,10 Meter nicht erreicht wurde.“

Die Ostsee stand in der Nacht auf Donnerstag dennoch auf Höhe der Hafenkante. „Hätten wir vor diesem Sturmereignis Westwinde gehabt, hätte das Hochwasser bedeutend größer ausfallen können“, erklärt Müller. Laut Bürgermeister war für den 17. Oktober ohnehin der Aufbau der Hochwasserschutzwände geplant gewesen. Weiter südlich war vom Sand-Fraß auch das Ostseebad Kellenhusen betroffen. Auch dort spülte die Ostsee Teile des Strandes weg. Auch dort ist das Thema nicht neu, muss die Kommune immer wieder einen Tribut an die Natur zahlen. Auch in Neustadt stieg der Meeresspiegel an. Dort schwappte die Ostsee gegen Mittag auf die Promenade zwischen Fischeramtsplatz und NSV- Rundhafen.

In Niendorf, Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Haffkrug gab es gestern noch ein paar Meter Strand. Den nutzten Spaziergänger, um die Nasen in die frische Luft mit bis zu acht Windstärken zu halten und sich über die wild schäumende Ostsee zu freuen. Andere hatten derweil viel zu tun. „Die Mitarbeiter des Bauhofes stehen derzeit ständig unter Strom“, berichtet Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara.

 pm/latz/ser

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