Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Wenn es Nacht wird auf der Gartenschau
Lokales Ostholstein Wenn es Nacht wird auf der Gartenschau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:40 19.06.2016
Freudensprünge vorm Sonnenuntergang am Seestrand: Jugendliche nutzen bis in den Abend den Sportpark am See. Quelle: Fotos: Peyronnet
Zur Galerie
Freudensprünge vorm Sonnenuntergang am Seestrand: Jugendliche nutzen bis in den Abend den Sportpark am See.

Zugang bis 20 Uhr

Die Kassen sind von 9 bis 19 Uhr besetzt. Dauerkarten-Inhaber können das Gelände bis 20 Uhr über den Eingang am Schloss betreten. Offiziell ist die Landesgartenschau bis zum Sonnenuntergang geöffnet.

Geschlossen sind abends allerdings die Blumenhallen am Bauhofgelände, der Gärtnermarkt, die Gastronomie und die Toiletten.

Die Eutiner Großveranstaltung kennt keine Schlusszeit. Wer bis zu einer bestimmten Zeit drin ist, wird nicht wieder rausgeworfen. Auch wenn die Gartenschau offiziell bis Sonnenuntergang geöffnet ist, darf jeder bleiben, so lange er will. Das kann gerade jetzt ganz schön lange sein, steht doch Mittsommer bevor, die kürzeste Nacht des Jahres. Da lohnt es sich, die halbe Nacht zwischen Oldenburger Landstraße und Seepark zu verbringen.

Es ist eine besondere Atmosphäre: Ganz alleine, ohne eine Menschenseele weit und breit, über die Wege zu flanieren, an den Hausgärten vorbeizulaufen, die Lindenallee im Schlossgarten zu passieren oder an der Stadtbucht zu sitzen. Gartenschau exklusiv sozusagen. Doch halt, ein Geräusch. Da kommt jemand mit einem Golfwägelchen vorbei. Eine Mitarbeiterin, offenbar auf dem Weg in den Feierabend nach einem langen Gartenschau-Tag. Und dort, im Küchengarten, jenseits der Klimamauer, zwei Menschen, und weiter hinten noch einer.

Die beiden sind Gabriele Grapatin und Eckhard Laabs aus Flintbek mit ihrem erwachsenen Sohn, der etwas andere Wege geht und die Gestalt weiter hinten ist. „Wir sind ganz spontan losgefahren, haben um kurz vor 18 Uhr unsere Karte gekauft“, berichtet Laabs. „Es ist ganz entspannt, weil kein Gewusel da ist.“ So hat das Paar freien Blick auf die Gärten der Kleingärtner, wo sie Nutz- und Zierbeete bewundern. „Der Kürbis ist schon so weit“, wundert sich Gabriele Grapatin und schwärmt: „Die Rosen, die sind so schön und duften so gut, ich bin immer mit der Nase rein.“

Nichts für die Nase, sondern eher etwas für die Ohren ist der Abend an der Stadtbucht. Niemand redet den Wellen ins Gluckern hinein, die Bachstelzen hüpfen lautlos übers Gebälk des Holzdecks. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen, bis um 21.13 Uhr ein Sicherheitsmann vorbei radelt und freundlich grüßt. Ein Stück weiter, vor dem Haus des Gastes, haben sich die Gänse mit ihren Gösseln zum Ausruhen niedergelassen. Langsam taucht die untergehende Sonne die Stadtbucht in ein magisches Licht. Doch bis zur blauen Stunde dauert es noch ein bisschen.

Obwohl es noch hell ist, erstrecken sich die Sichtachsen und die Wege im Seepark menschenleer zu allen Seiten. Einsamkeit überall. Aber eine schöne Einsamkeit, keine bedrohliche.

Nur ganz hinten im Seepark, kurz vor dem Seestrand und hinter dem verblühten Rhododendronhain, ist Bewegung. Auf dem Basketballfeld spielen fünf junge Männer und eine junge Frau. Die Jugendlichen machen so lange weiter, bis es fast ganz dunkel ist. Sie haben, berichten sie, Dauerkarten, sind abends öfter da und genießen völlig unbehelligt den Abend. Grund für Freudensprünge vorm Sonnenuntergang.

Langsam ist es Zeit, den Weg zurück anzutreten. Nun zieht doch die blaue Stunde herauf. Vor dem roten Abendhimmel zeichnet sich der Wasserturm ab, in der Eisbude am ehemaligen Schlossparkplatz hat jemand vergessen, das Licht auszumachen, und am See gehen die Lampen an. Das Versprechen des Wachmannes, dass die Drehkreuze am Ausgang nie verschlossen werden, gilt. Problemlos lässt sich die nächtliche Gartenschau wieder verlassen. Hinein kommt niemand mehr. Wirklich nicht? Einer schafft es doch. Um 22.34 Uhr flitzt ein Hase vom Schlossplatz in Richtung Drehkreuz und ist – schwupps – drunter durch. Und das ohne Dauerkarte.

Midsommar am Kellersee

In der hellsten Zeit des Jahres holt die Gustav-Heinemann-Bildungsstätte Schweden an den Kellersee. Am 1. Juli ab 17 Uhr wird das Midsommarfest gefeiert mit Tanz, Spielen, schwedischen Köstlichkeiten und Livemusik der Gruppe „Knuppene plus“. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt fünf Euro. Karten gibt es bis zum 24. Juni in der Tourist-Info Malente oder unter Telefon 04523/880970.

 Susanne Peyronnet

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In knapp einer Woche beginnen die 66. Eutiner Festspiele mit dem „Freischütz“.

20.07.2016

Polen gegen Deutschland beim Public Viewing im Dunkelsdorfer Feuerwehrhaus. Ein Besuch.

17.06.2016

Das DRK-Krankenhaus in Middelburg bei Süsel soll verkauft werden. Außerdem wird die Küche geschlossen. Beides hat Auswirkungen auf die Mitarbeiter: 13 verlieren ihren Job. Etliche weitere Mitarbeiter werden in eine eigenständige Gesellschaft ausgelagert.

17.06.2016
Anzeige