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Ostholstein Wer soll Eutins Bauamt leiten?
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21:13 12.01.2017
Eutin

Die Freude über den bevorstehenden Wechsel nach Potsdam ist groß, die Eile, an den neuen Arbeitsplatz zu kommen, aber auch. „Ich möchte die hier anstehenden Aufgaben bestmöglich erfüllen, andererseits brennt es natürlich unter den Nägeln“, sagt Bauamtsleiter Bernd Rubelt, der am Montag in der brandenburgischen Landeshauptstadt zum neuen Dezernenten für den Fachbereich Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt gewählt worden ist.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (l.) war ebenso froh wie Bernd Rubelt: Schon im ersten Wahlgang stand die Mehrheit für den künftigen Baudezernenten. Eutin sucht jetzt einen Nachfolger für sein Bauamt. Quelle: Foto: C. Köster

Wie soll es an der Spitze der Eutiner Bauverwaltung weitergehen? Über die künftige Leitung des Fachbereichs wurde im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses bereits diskutiert. Laut Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst beträgt die Kündigungsfrist bei Beschäftigten nach fünf Jahren drei Monate zum Quartalsende. Das würde bedeuten, dass Bernd Rubelt bis Ende Juni an Eutin gebunden wäre.

„Ich muss mit beiden Bürgermeistern verhandeln und klären, ob eine Auflösung meines Vertrags möglich ist“, sagt Rubelt, der seit 2011 Bauamtsleiter in Eutin ist. Seinen Fachbereich sieht er „gut organisiert. Was hier gerissen wurde, zeigt, dass es läuft“. Auf seine Nachfolge angesprochen, erklärt der 48-Jährige: „Es ist wichtig, dass die Fachlichkeit vorne steht.“

Diese Ansicht teilen die meisten Fraktionen in der Eutiner Stadtvertretung. „Wir waren schon 2011 dafür, einen Baufachmann zu holen – gegen die Meinung von Bürgermeister und CDU“, erinnert Hans-Georg Westphal (SPD). „Und das wollen wir auch jetzt – ohne Wenn und Aber.“ Die SPD stelle sich eine qualifizierte Frau oder einen qualifizierten Mann vor, Stadtplaner oder Architekt, möglichst auch mit Verwaltungserfahrung. „Jemand mit Visionen“, ergänzt Hans-Georg Westphal. Allerdings sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade gut.

„Wir waren damals maßgeblich beteiligt, dass die Stelle so besetzt wurde, und haben immer gesagt, wir wollen einen Stadtplaner“, sagt Monika Obieray von den Grünen. „Es muss jemand sein, der den Gesamtüberblick hat. Eine Verwaltungskraft kann das so nicht leisten.“ Sie plädiert erneut für einen Menschen mit stadtplanerischer Erfahrung. Bernd Rubelt bescheinigt sie „Überblick und Struktur. Er hat wohl sämtliche B-Pläne im Kopf gehabt“.

Ein dickes Lob kommt auch von der FDP. „Ich glaube nicht, dass wir ohne Herrn Rubelt so weit gekommen wären“, sagt Margret Möller. Ihre Fraktion sei sich einig, dass wieder „ein Architekt, Stadtplaner oder Ingenieur“ an die Spitze der Eutiner Bauverwaltung gehöre, „denn es gibt viele Projekte, die fortgesetzt werden müssen. Und die Stadt braucht Impulse“.

Einen Stadtplaner lehnen die Freien Wähler ab, eine im Bauwesen versierte Kraft wollen sie aber auch. Allerdings, so Malte Tech, hätte er „lieber einen Verwaltungsmenschen als einen schlechten Baufachmann“.

Die Ansicht von Heiko Godow (CDU) – „es heißt ja Bauverwaltung, warum sollten wir sie nicht von einem Verwaltungsmenschen leiten lassen“ – sei eine Einzelmeinung, so sein Fraktionschef Matthias Rachfahl. Der Hauptausschuss habe Anregungen gegeben, der Bürgermeister konkrete Vorstellungen gehabt, danach werde die Stellenausschreibung formuliert. Bevor Bernd Rubelt gen Potsdam ziehen könne, müsse er jedoch als Geschäftsführer der Landesgartenschau entlastet werden, sagte die CDU. Ende März soll die nächste Sitzung des Aufsichtsrats stattfinden, dann werden auch neue Zahlen erwartet.

Zu dem Wunsch Rubelts, möglichst bald zu wechseln, sagt Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos): „Wir sind in guten einvernehmlichen Beratungen.“ ben

LN

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