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Ostholstein Werden Festspiele für mutigen Kurs vom Publikum bestraft?
Lokales Ostholstein Werden Festspiele für mutigen Kurs vom Publikum bestraft?
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18:01 09.06.2017
Noch knapp vier Wochen, dann ist wieder Leben auf der Bühne.
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Eutin

Noch knapp vier Wochen, dann starten die Eutiner Festspiele in die neue Saison. Intendantin Dominique Caron und das Ensemble fiebern bereits dem ersten Auftritt der Operette „Die Fledermaus“ am 8. Juli entgegen. „Ich blicke mit viel Demut der Premiere entgegen“, sagt Caron. Am Montag beginnen die Proben. Es werde eine spannende Zeit. In dieser Saison weht frischer Wind durch die Naturbühne, die Verantwortlichen setzen neben der Operette von Johann Strauss auch auf junge Talente, Neuerzählungen, Musicals, Facettenreichtum und leichte Muse. „Es ist eine andere Art von Spielzeit, aber genauso anspruchsvoll wie in den Jahren zuvor“, erklärt Geschäftsführerin Sabine Kuhnert. Doch das Eutiner Publikum sieht dieser Spielzeit noch skeptisch entgegen – gerade an der Uraufführung des Freischützes am 12. August, der unter „Die Wolfsschlucht“

Schleppender Kartenverkauf für Freischütz-Neuerzählung – Kuhnert enttäuscht.

leicht verändert wurde, zeigen die Eutiner wenig Interesse.

„Der Kartenverkauf für den Freischütz läuft schleppend. Wir sind sehr enttäuscht, dass wir für den Mut, den wir aufgebracht haben, nicht belohnt werden“, so Kuhnert. Mit der Cross-Over-Erzählung des in den Jahren zuvor gut besuchten Freischützes wagten die Verantwortlichen einen weiteren Vorstoß in der Entwicklung der Festspiele. Sie seien bewusst das Risiko eingegangen. In diesem Jahr wird die Menschlichkeit der Rollen, vor allem die des Kaspar, mehr in den Fokus gerückt. „Der Freischütz wurde gedanklich erweitert“, sagt Kuhnert. Eutin sollte sich das nicht nehmen lassen. „Eutin muss aufwachen“, betont Caron.

Die Intendantin merkt an, dass in dieser „schweren, diffizilen“ Spielzeit vor allem „Die Wolfsschlucht“ eine ganz besondere Herausforderung sei. Für Caron stellen jedoch alle Projekte auf ihre eigene Weise Höhepunkte dar. Dazu zählt für sie auch die Musical-Gala am 16. Juli mit dem Chor der Musikhochschule Lübeck. „Das ist eine Botschaft an das junge Publikum“, erklärt Kuhnert die Intention, Songs aus „Hair“, „Die Schöne und das Biest“ und „West Side Story“ erklingen zu lassen.

Zwei Facetten der großen Oper will Caron beim Gala-Abend am 26. August dem Publikum präsentieren. Zu Beginn hält die Komik Einzug, am Ende der Reise mit beliebten italienischen Opernklassikern wird es nochmal dramatisch. „Es gibt immer ein lachendes und ein weinendes Auge“, erklärt Caron. Mit dabei im Ensemble sind erstmals auch zwei Talente, die den Eutiner Musikpreis gewonnen haben. Hyungseok Lee und Gihoon Kim sagt Caron eine große Zukunft voraus. Der dritte Preisträger Yannick Spanier wird „Eremit“ in „Die Wolfsschlucht“

spielen.

Bei aller Experimentierfreude in den Projekten seien die familiäre Atmosphäre und die Warmherzigkeit das, was die Eutiner Festspiele ausmachen, so Caron. Jeder gebe sein Bestes. Und deshalb glaubt Kuhnert, dass auch „Die Wolfsschlucht“ eine Chance verdient hat und vor allem die Eutiner noch viele Karten kaufen werden.

Tickets und mehr

1600 Plakate hängen in der Region aus. Vom Kreis Plön bis in das Hamburger Randgebiet wird auf die Festspiele aufmerksam gemacht.

Mit elf Vorstellungen steht die Operette „Die Fledermaus“ im Fokus dieser Spielzeit.

Die Kunst-Klasse der Wilhelm-Wisser-Schule führt im Rahmen der Festspiele ein eigeninitiiertes Stück mit dem Titel „Alice“ auf. Intendantin Dominique Caron, die den angehenden Abiturienten während des Projektes beratend zur Seite stand, lobte die Ernsthaftigkeit und das Engagement der Jugendlichen. Die Uraufführung ist am 5. Juli um 17 Uhr. Mit dem Projekt soll die junge Generation an die Festspiele herangeführt werden.

Karten gibt es unter Telefon 04521/80010 oder per E-Mail an ticket@eutiner-festspiele.de.

 Beke Zill

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