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Ostholstein Wie lässt sich Jakobskreuzkraut eindämmen?
Lokales Ostholstein Wie lässt sich Jakobskreuzkraut eindämmen?
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20:02 05.03.2017
Jakobskreuzkraut gehört zur Vielfalt, breitet sich aber rasant aus. Quelle: Foto: Dpa
Eutin

 Reichen die vorbeugenden Maßnahmen, um eine Verbreitung der Pflanze zu bekämpfen? Darüber wurde im Stadtentwicklungsausschuss sehr engagiert diskutiert. Im Fokus standen vor allem Ausgleichsflächen des B-Plans Nr. 90 im interkommunalen Gewerbegebiet, deren Eigentümer die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein ist. Verfügungsberechtigt ist allerdings die Stadt, die die Flächen bis 2028 an den Nabu Eutin verpachtet hat.

Die Stadt sorge in öffentlichen Grünanlagen und im Straßenbegleitgrün für regelmäßige Mahd, bei Neuverpachtungen sei eine Regelung zur Entfernung des Jakobskreuzkrautes vertraglich festgehalten, hatte Bauamtsleiter Bernd Rubelt dem Ausschuss einleitend erläutert. Der Vertrag mit dem Nabu besage, dass dieser den Grünordnungsplan einhalten müsse. Er betreibe eine naturschutzgerechte Flächenpflege, versicherte der Nabu gerade in einem offenen Brief. Dass sein Flächenmanagement im Hinblick auf die verbindlich formulierten Ziele im Zusammenhang mit dem Amphibienschutz durchaus erfolgreich seien, zeige auch das durchgeführte Monitoring: Beispielsweise sei die Rotbauchunke im Gewerbegebiet ansässig.

„Der Zustand ist vertragskonform“, räumte Ausschussvorsitzender Heiko Godow (CDU) ein. „Aber wollen wir die Entwicklung dort so weiter zulassen?“ Dass das Jakobskreuzkraut sich stark ausbreite, unterstrich auch Gabriele Appel (SPD): „2015 war es schon viel und 2016 noch mal ein Schlag mehr.“ Nach Ansicht von Heinz Lange (Freie Wähler) trägt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr daran Mitschuld: „Das Jakobskreuzkraut ist in der Grundaussaat enthalten. Und die Straßenbauverwaltung lässt nur noch in Mulden mähen, nicht mehr an Böschungen. Da breitet sich das Zeug natürlich aus, es blüht ja von Juni bis Oktober.“

Es handele sich im Interkommunalen Gewerbegebiet doch nur um eine sehr kleine Fläche, wandte Monika Obieray (Grüne) ein. Gleichwohl sehe sie die Probleme der Imker (die Sorgen um ihren Honig haben), ebenso wie die des Nabu (der für Naturschutz kämpft und sich ungerechtfertigt angegriffen fühlt).

Der Ausschuss verständigte sich darauf, dass die Verwaltung Kontakt zum Landesbetrieb Straßenbau aufnehmen und versuchen solle, dort Einfluss zu nehmen. Ebenso solle ausgelotet werden, ob es die Möglichkeit gibt, Ersatzblüher zu schaffen. ben

LN

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