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Ostholstein Wie sicher ist der sanierte Tunnel?
Lokales Ostholstein Wie sicher ist der sanierte Tunnel?
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22:12 03.09.2016
Rainer Bösel am Eingang des sanierten Tunnels. Links die von ihm kritisierten Schilder. Quelle: Christina Düvell-Veen

Rainer Bösel hat alle Bauarbeiten in Gleschendorf verfolgt. Er wohnt in der Heldenallee in direkter Nähe zum Fußgänger- und Radfahrertunnel beim Klingbergtor. Das Bauwerk unterquert die Landesstraße 309 und verbindet somit die Heldenallee mit der Seestraße. Nach Ende der Bauarbeiten wurden dort vor wenigen Tagen die endgültigen Verkehrsschilder angebracht, die ausweisen, dass sich Fußgänger und Radfahrer den Weg teilen.

Deutlich sichtbar: Früher gab es im Tunnel eine Abgrenzung zwischen Fuß- und Radweg. Quelle: jhw

„Ich bin sehr besorgt, dass schon bald ein Unfall passiert.“ Anlieger Rainer Bösel, Gleschendorf

Bösel erkennt an: „Die Renovierungsarbeiten sind äußerst zu begrüßen: Der Bodenbelag wurde erneuert, die Betondecke saniert und der Tunnel hell gestrichen.“

Diesem Lob folgt jedoch ein ganz großes „Aber. . .“ Bösels Beobachtungen zufolge fehlt etwas ganz Wesentliches, er vermisst Maßnahmen zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Rainer Bösel: „Im bisherigen Zustand gab es eine Mittellinie – eine Seite für Fußgänger, die andere für Radfahrer. Das war eindeutig sicherer, zumal der Tunnel eine nicht einzusehende Kurve aufweist.“ Der Gleschendorfer schlägt vor, die beiden Schilder in den „Altzustand“ zu versetzen oder für Radfahrer „Schritt-Tempo“ anzuordnen und Verkehrsspiegel anzubringen.

Sehr verwirrend seien vor allem die neu aufgestellten Verkehrsschilder. „Seit Jahrzehnten und bis vor wenigen Tagen wiesen sie auf blauem Grund eine vertikale weiße Linie auf – auf der einen Seite das Fußgänger- und auf der anderen das Radfahrersymbol.“ Die neuen Schilder hätten nun eine horizontale weiße Linie zur Abgrenzung der Symbole. Unverständlich für ihn auch: „Zumindest auf der Heldenallee-Seite muss der Passant selbst interpretieren, ob sich das Schild auf die Anfahrt rechts oder den winzigen Fußsteig beziehen soll.“

Der ehemalige Lehrer sorgt sich besonders um die Schulkinder aus dem Bereich Klingberg, die diesen Tunnel nutzen, wenn sie zu den beiden Bushaltestellen in der Heldenallee gehen wollen. Bösel:

„Ich bin sehr besorgt, dass schon bald ein Unfall passiert.“

War die Strecke früher als getrennter Geh- und Radweg deklariert, so ist er jetzt ein kombinierter Geh– und Radweg, erläuterte die Scharbeutzer Bauamtsleiterin Dorit Klees. Die entsprechenden Anordnungen kämen von der Kreisverkehrsbehörde.

Dazu Kreis-Pressesprecherin Anja Sierks-Pfaff: „Während der Asphaltierungsarbeiten an der Unterführung in Klingberg wurde festgestellt, dass die für getrennte Geh- und Radwege erforderliche Voraussetzung – ausreichende Flächen für Fußgänger und Radfahrer – nicht gegeben und die Zuordnung der Verkehrsflächen auch nicht zweifelsfrei von den Fußgängern, die von jeweils seitlichen Treppenanlagen in den Tunnel gelangen, erkennbar ist.“ Außerdem fehle eine Weiterführung separater Geh- und Radwege hinter dem Tunnel. Nach Abstimmung mit der Polizeidirektion Lübeck und der Gemeinde Scharbeutz sei deshalb vom Fachdienst Straßenverkehr des Kreises Ostholstein eine Änderung der Beschilderung in einen gemeinsamen Geh- und Radweg verfügt worden.

Christina Düvell-Veen

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