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Ostholstein Wieder Rückschlag für „Neue Mitte“
Lokales Ostholstein Wieder Rückschlag für „Neue Mitte“
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20:13 07.02.2018
Diesen Entwurf für Bliesdorfs „Neue Mitte“ stellte der Grömitzer Unternehmer Oliver Sinner im September 2014 vor.

Während viele Bürger auf Supermarkt und Café im eigenen Ort hoffen, fürchten einige Anlieger um ihre Ruhe. Einer von ihnen hat bereits im November ein Normenkontrollverfahren beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig beantragt. Dabei handelt es sich um eine Prozessart, bei der die Gültigkeit von Rechtsnormen gerichtlich überprüft wird. Das ist nichts ungewöhnliches und passiert bei diversen Bauvorhaben. Die Bearbeitung dauert häufig aber zahlreiche Monate.

Bauamtsleiterin Gesa Timmermann vom Amt Ostholstein-Mitte teilt mit, dass das „rechtmäßige Zustandekommen des Bebauungsplans geprüft wird“. Den Vorgang bewertet sie als unglücklich, betont aber auch, dass er das Projekt keinesfalls stoppen würde. Aktuell werde der Straßenumbau mit einem Ingenieurbüro geplant. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat zugestimmt, eine Abbiegespur von der B

501 zu schaffen. Die Kosten trägt der Investor.

Auf dem 3,7 Hektar großen Gelände soll außer einem Supermarkt auch ein Kaufhaus der „Kaufhaus Martin Stolz GmbH“ entstehen. Zudem ist ein umgedrehter begehbarer Leuchtturm mit Rutschenanlage geplant.

Aus Unterlagen des Planungsbüros Ostholstein geht hervor, dass rund 100 bis 140 Parkplätze benötigt werden. Erstmals vorgestellt wurde das Projekt in der Gemeinde Schashagen im September 2014. Damals hieß es, dass eine Realisierung im Sommer 2016 angestrebt werde. Passiert ist nichts.

Stolz GmbH erwartet keine Schwierigkeiten

Dass die „Neue Mitte“ gebaut wird, ist laut Stolz GmbH sicher. Die LN erfuhren aus Unternehmenskreisen, dass man keine Schwierigkeiten aufgrund des laufenden Verfahrens erwarte. Die Zustimmung und Unterstützung der Gemeinde und eines Großteils der Bevölkerung sei groß. Auch wenn es einige wenige Personen gebe, „die immer querschießen“, wolle man sobald wie möglich beginnen.

Fakt ist: Der Bebauungsplan ist seit 2017 rechtskräftig. „Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht“, betont der stellvertretende Bürgermeister Dirk Gaczmanga (SPD). Und auch Bürgermeister Rainer Holtz (CDU) ist zuversichtlich. „Aller Voraussicht nach kann im Oktober mit den Maßnahmen begonnen werden.“

Problematisch dürfte es werden, wenn gegen den noch einzureichenden Bauantrag eine einstweilige Verfügung beantragt werden sollte. „Wird die Genehmigung einzelner Bauvorhaben durch einen Dritten angegriffen, wäre dies ein anderes Verfahren. Erstinstanzlich zuständig hierfür wäre zunächst das Verwaltungsgericht, während das Oberverwaltungsgericht für Normenkontrollanträge erstinstanzlich zuständig ist“, erläutert OVG-Sprecherin Christine Nordmann.

Chronik

September 2014: Der Unternehmer Oliver Sinner stellt seine Planung vor. Dezember 2015: Wegen Diskussionen um die Anbindung an die B 501 verzögert sich das Projekt.

Juni 2016: Eine Ampelanlage mit Linksabbiegerspur soll entstehen.

März 2017: Ein 20-Meter-Abstand zu Wohnhäusern wird beschlossen.

Juli 2017: Die Gemeindevertreter segnen den Bebauungsplan ab.

August 2017: Der städtebauliche Vertrag mit Stolz wird beurkundet.

Februar 2018: Ein Anwohner zieht vor das Oberverwaltungsgericht.

Sebastian Rosenkötter

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