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Ostholstein Ein neues Moor für Ostholstein?
Lokales Ostholstein Ein neues Moor für Ostholstein?
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11:22 10.10.2018
Viel ist nicht mehr zu sehen vom einstigen Hochmoor bei Schürsdorf. Doch unter den Ackerflächen liegt noch immer Torf. Quelle: Luisa Jacobsen
Schürsdorf

Wo heute Acker und Grünland den Charakter der Landschaft bestimmen, könnten in einigen Jahren wieder seltene Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum finden. Der Kreis Ostholstein lässt aktuell eine Machbarkeitsstudie zur Wiedervernässung des Schürsdorfer Moors durchführen. Die betroffene Fläche östlich von Schürsdorf kann heute fachlich nicht mehr als Moor bezeichnet werden. Allerdings, so Sprecherin Carina Leonhardt, sei ein diesbezügliches Entwicklungspotenzial bei Wiedervernässung festgestellt worden.

Vom Niedermoor zum Hochmoor

Beauftragt mit der Machbarkeitsstudie ist das Planungsbüro Mordhorst-Bretschneider aus Nortorf. „Wir fertigen ein sogenanntes hydrologisches Bodengutachten an“, berichtet Holger Mordhorst-Bretschneider. Im Schürsdorfer Moor werden dazu Bohrungen in zwei bis sechs Meter Tiefe vorgenommen. Die Proben geben dann Aufschluss über Entstehung, Entwicklung und Ist-Zustand des Moors.

„Entstanden ist das Moor aus einem nacheiszeitlichen See“, erklärt Mordhorst-Bretschneider. Dieser sei im Laufe der Zeit verlandet und zum Niedermoor geworden. „In der Mitte dieses Gebietes ist dann ein Hochmoor aufgewachsen.“

Hochmoore zeichnen sich dadurch aus, dass sie allein durch Regenwasser versorgt werden, die Torfschicht ist so mächtig, dass das Grundwasser nicht nach oben dringen kann. Das Resultat ist ein nasser und mineralstoffarmer Lebensraum, dessen Tier-und Pflanzenwelt hoch spezialisiert und bedroht ist.

Torfabbau und Entwässerung

Diesen Lebensraum gibt es bei Schürsdorf so heute nicht mehr. Ende des 19. Jahrhunderts umfasste das Moor dort noch etwa 50 Hektar, doch ein immer intensiverer Torfabbau, Entwässerungsmaßnahmen und Flurbereinigung haben es im Laufe der Zeit auf wenige Hektar schrumpfen lassen. Ein großer Teil des einstigen Moores wird heute landwirtschaftlich genutzt.

Dennoch: Der Kreis hat die Hoffnung, dass eine Wiedervernässung bei einem Teil der Schürsdorfer Fläche möglich und erfolgreich sein könnte. Voraussetzung dafür sind Restbestände typischer Tier- und Pflanzenarten – wie zum Beispiel Wollgräser. Sie braucht es als Initialzündung für eine erfolgreiche Entwicklung des Moores, so Leonhardt. Welchen Umfang das wiedervernässte Moor einmal haben könnte, lässt sich noch nicht genau sagen. „Die Größe dieser Fläche wird im Rahmen der derzeitigen Untersuchungen ermittelt“, sagt Carina Leonhardt. Bei einem Gesamtsuchraum von rund 70 Hektar könnte der wiederzuvernässende Bereich einmal etwa 20 Hektar betragen.

Kauf und Tausch der benötigten Flächen

Sollte die Machbarkeitstudie zu dem Ergebnis kommen, dass eine Wiedervernässung erfolgversprechend ist, „werden die benötigten und betroffenen Flächen ermittelt, dann erfolgt die Abstimmung mit den Eigentümern und Flächennutzern“, sagt Leonhardt. Aktuell sei der überwiegende Teil im Besitz von Landwirten aus der Region. Anschließend sollen die Flächen durch Kauf oder Tausch gesichert werden, bevor schließlich die baulichen Maßnahmen zur Anhebung des Wasserstandes umgesetzt werden.

Ob all das geschehen kann und Ostholstein tatsächlich ein neues Moor bekommt, hängt aber erst einmal vom Ergebnis der Machbarkeitsstudie ab. Im Dezember soll sie abgeschlossen sein.

Abseits der landwirtschaftlichen Flächen sind noch Birken und Feuchtwiesen zu finden.

Erfolgreiche Wiedervernässung

Wiedervernässung ist ein mitunter viele Jahre andauernder Prozess. Die Vernässung geschieht in erster Linie durch die Beseitigung von Drainagen oder ableitenden Gräben – all dem, was einst zur Entwässerung angelegt wurde.

Dass diese Maßnahmen erfolgreich sein können, zeigen zum Beispiel Warnsdorfer und Curauer Moor. Das Warnsdorfer Moor wurde 2010 bis 2015 vernässt. Beim Curauer Moor läuft der Prozess seit 2005 bis heute.

Luisa Jacobsen

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