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Ostholstein Wildunfälle: Tipps für Fahranfänger
Lokales Ostholstein Wildunfälle: Tipps für Fahranfänger
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20:12 13.11.2017
Warnschilder sollten unbedingt ernst genommen werden, mahnen Jäger. *FOTOS: GROMBEIN, KLATT
Oldenburg

Allein in den vergangenen 14 Tagen wurden laut Jan-Pieter Frick von der Jägerschaft auf der A 1 zwischen Oldenburg und Lensahn zweimal Hirsche von Autos erfasst. Zwar lägen die Unfallschwerpunkte in der Regel im Bereich von Landstraßen – aufpassen müssten Autofahrer zurzeit jedoch überall, betont der Fachmann.

Carsten Höper, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Oldenburg, zeigt einen der blauen Reflektoren. Sie haben die Unfallzahlen reduziert. Dennoch bleibt die Gefahr von Wildwechsel.

Infos für alle

Die Flyer verteilt die Kreisjägerschaft an Fahrschulen, damit gerade Fahranfänger sich informieren können. Auch erfahrene Autofahrer bekommen sie aber auf Wunsch: Bestellung bei Jan-Pieter Frick, ☎ 04561/9065.

Laut Frick gab es in Ostholstein 2016 insgesamt fast 1200 Wildunfälle, die meisten davon (893) mit Rehwild. „Das sind monströse Zahlen“, urteilt der Jäger – und das, obwohl erst vor Kurzem 500

Straßenkilometer in ganz Schleswig-Holstein mit insgesamt 50000 neuen Reflektoren gesichert worden seien. Die blauen Plättchen werfen Scheinwerferlicht zurück und sollen dadurch Tiere vom Straßenrand vertreiben. Durch die Maßnahme sei „ein deutlicher Rückgang der Unfallzahlen zu verzeichnen“, berichtet Frick. Dennoch seien Letztere nach wie vor hoch: Das Abschreckungsmanöver funktioniere nämlich nur, wenn neben der Straße eine freie Fläche sei, erklärt Frick, anderenfalls kämen die Tiere aus dem Gebüsch und stünden schon auf der Fahrbahn, bevor sie die Lichter wahrnähmen.

Zusammen mit seinen Kollegen von der Kreisjägerschaft hat Frick jetzt Infokärtchen an Fahrschulen verteilt, um besonders Fahranfänger auf die Gefahren von Wildwechsel aufmerksam zu machen. Nicht nur wird an Autofahrer appelliert, besonders in der Dämmerung vorsichtig zu fahren und Warnschilder ernst zu nehmen, auch wird erklärt, wie man sich im Fall der Fälle verhalten sollte.

Dazu gehöre vor allem, auch dann die Polizei zu verständigen, wenn am eigenen Auto kein Schaden entstanden und das Wildtier noch aus eigener Kraft weggelaufen ist. Kein Tier könne den Zusammenstoß

mit einem fahrenden Auto unverletzt überstehen, betont Frick. Es müsse immer so schnell wie möglich ein Jäger hinzugerufen werden, der versucht, das Tier aufzuspüren und von seinen Qualen zu erlösen.

Es sei erschreckend, wie oft Autofahrer nach einem Wildunfall einfach ihren Weg fortsetzen und das Ganze erst am nächsten Tag melden würden, sagt Frick verärgert. Dann seien der genaue Unfallort und brauchbare Spuren in der Regel kaum noch auszumachen. Werde der Jäger zeitnah informiert, sei dagegen „die Chance sehr groß, dass die Nachsuche erfolgreich verläuft“. Er würde sich „etwas mehr Empathie“ bei diesem Thema wünschen, sagt er.

Damit es nach Möglichkeit aber gar nicht erst zu einem Unfall kommt, appellieren Frick und seine Jäger-Kollegen an Autofahrer, stets vorsichtig zu fahren. Gerade im ländlichen Bereich könne es gefährlich werden. Unfallschwerpunkte in Ostholstein seien etwa die B 202 zwischen Oldenburg und Lütjenburg, die Strecken zwischen Lensahn und Eutin sowie Neustadt und Hansühn (besonders bei Schönwalde), das Gebiet Curau (Gemeinde Stockelsdorf) und die B 501 beim Kellenhusener Forst, aber auch zwischen Neukirchen und Heringsdorf. Generell gelte jedoch überall: „Rasen ist unverantwortlich – besonders zu dieser Jahreszeit“, mahnt Frick.

Jennifer Binder

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