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Ostholstein Wilhelmshöhe: Gericht ebnet Weg für neuen Eigentümer
Lokales Ostholstein Wilhelmshöhe: Gericht ebnet Weg für neuen Eigentümer
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16:57 04.02.2016
Carsten Maßmann (M.), sein Geschäftsführer Andreas Dannenberg (l.) und Burkhard Ohlmann 2014 vor der Wohnanlage. Quelle: ben

Gute Nachricht für die Bewohner der Seniorenanlage Wilhelmshöhe in Eutin: In der seit über zwei Jahren anhaltenden Hängepartie nach dem Eigentümerwechsel zeichnet sich ein Ende ab. Der Verkauf des Gebäudekomplexes mit über 250 Wohneinheiten kann rückabgewickelt werden.

Das Landgericht Lübeck hat die Klage des damaligen Käufers Carsten Maßmann gegen den Verkäufer, die Familie Ohlmann, abgewiesen. Das bestätigte ein Gerichtssprecher den LN. Die Familie Ohlmann war vom Kaufvertrag zurückgetreten, weil der Kaufpreis in Höhe von 4,5 Millionen Euro nicht bezahlt wurde. Maßmann wollte den Rücktritt vom Gericht für ungültig erklären lassen. Das Zurückhalten des Geldes begründete er mit nicht erfüllten Vertragsbedingungen der Verkäuferseite.

Mit ihrer Entscheidung haben die Lübecker Richter den Kaufvertrag faktisch für ungültig erklärt. Allerdings ist das Urteil, dessen Begründung das Gericht nicht öffentlich machte, noch nicht rechtskräftig. Maßmann kann innerhalb eines Monats Berufung einlegen. Kommt es dazu, dürfte ein weiteres halbes Jahr bis zur Klärung der Eigentumsfrage ins Land gehen.

Mit der Hamburger RHG Immobilien GmbH gibt es bereits einen neuen Käufer. Der Kaufvertrag kann allerdings nicht vollzogen werden, solange Maßmann im Grundbuch an erster Stelle vermerkt ist. Eine Widerklage der Familie Ohlmann, diese Vormerkung zu löschen, damit die bereits vermerkte RHG Immobilien GmbH aufrücken kann, wies das Landgericht ab. Erst müsse das Urteil zum Kaufvertrag Rechtskraft haben.

Der Zwangsverwalter des Objekts, der Oldenburger Immobilienexperte Peter Woidt, äußerte sich auf Anfrage zufrieden über die Gerichtsentscheidung. Er setzt darauf, dass der Kaufvertrag mit den Hamburger Immobilienkaufleuten nun zügig vollzogen werden kann. „Die Bewohner kommen zur Ruhe, der neue Eigentümer kann investieren“, freute sich Woidt über die gerichtliche Niederlage Maßmanns.

Die Wohnanlage aus den 70er-Jahren hat erheblichen Modernisierungsbedarf. Maßmann hatte bei der Übernahme große Ankündigungen gemacht, passiert ist aber nichts. In dem Gebäudekomplex wohnen noch etwa 80 ältere Menschen. Ein Großteil der Wohnungen ist an die Polizei vermietet, viele Wohnungen stehen auch leer.

Bereits seit einigen Tagen wird der Restaurantbereich wieder hergerichtet. Maßmann hatte den Betrieb an seinen Geschäftsführer Andreas Dannenberg übertragen. Der aber habe, so Woidt, „nie einen Cent Miete oder Betriebskosten bezahlt“. Die Zwangsräumung habe Dannenberg immer wieder mit Tricksereien verhindert — bis zum 20. Januar. Da sei Dannenberg zum Termin des Obergerichtsvollziehers nicht erschienen und er, Woidt, in Besitz gesetzt worden.

„Ich hoffe, dass wir den Restaurantbereich recht schnell wieder in Betrieb nehmen können“, sagte Woidt: Zunächst auf Catering-Basis, weil die eigene Küche nach dem langen Stillstand erst nach gründlicher Überprüfung der Wasserqualität wieder arbeiten darf. Woidt hat für Dannenberg und alle Mitarbeiter und Beteiligten Hausverbot erteilt. Dannenberg habe widerrechtlich die Generalschlüssel für die Anlage behalten. pet

„Die Bewohner kommen zur Ruhe, der neue Eigentümer kann investieren.“
Zwangsverwalter Peter Woidt

LN

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