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Ostholstein Willkommen – wo die Kunst zu Hause ist
Lokales Ostholstein Willkommen – wo die Kunst zu Hause ist
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22:18 04.06.2016
Garantiert pflegeleicht und einfach zu halten – diese ungewöhnlichen Schafe für den Garten sind aus Zement.

Manfred Ehmke ist an diesem Wochenende auf Besuch eingestellt: Der Eutiner Goldschmiedemeister hat in seiner Werkstatt an der Riemannstraße einen Arbeitsplatz an der Werkbank freigeräumt, damit Kunstinteressierte ihm nicht nur über die Schulter schauen, sondern auch selbst Kupferdraht ziehen oder edles Blech sägen können. Zum dritten Mal hat er einen roten Stuhl vor seiner Haustür und dokumentiert damit seine Teilnahme an den „Tagen der Offenen Ateliers“: „Viele kommen zielgerichtet mit dem Flyer hierher, manche machen eine Tour mit Fahrrad und eine Besucherin hat auch gleich einen Auftrag mitgebracht“, erzählte Ehmke gestern. Wie er aus einem einzelnen Ohrring einen Anhänger fertigen wird, aber auch, wie viel schweißtreibende, körperliche Arbeit in einem Schmuckstück steckt, kann man sich von ihm anschaulich erklären lassen. „Die meisten Menschen assoziieren nämlich mit dem Goldschmiedehandwerk nur die Feinarbeit“, weiß

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Begeisterte Gäste entdecken bei „Tagen der offenen Ateliers“ Holsteins kreative Seite.

„Viele kommen zielgerichtet.“Manfred Ehmke

Freia Ehmke. Das offene Atelier schafft Gelegenheit, die Perspektiven zu erweitern.

Wie erhellend ein Blick hinter die Ausstellungsvitrinen und -regale sein kann, erlebten auch Rautende und Siegfried Rüstig aus Pattensen. Den Urlaub auf Fehmarn nutzten sie für eine Atelier-Tour über Land und fanden so nach Timmdorf. Dort lebt und arbeitet Frauke Roth, die zu bescheiden ist, sich eine Künstlerin zu nennen. Das kann sie auch getrost ihren Töpferarbeiten und Skulpturen überlassen, die für sich sprechen und sofort erkennen lassen, dass die Töpferei, der sich Roth seit 40 Jahren verschrieben hat, weit mehr ist als ein Hobby. Sie hat nicht nur ihr Atelier, sondern auch ihren Garten geöffnet für jene, die sich von den roten Stühlen leiten lassen. Und der Zuspruch ist groß: Etwa 50 Menschen hat Frauke Roth bereits am frühen Sonnabendmittag gezählt. Die Lieblinge der Künstlerin sind auch für die Besucher der Renner: Hühner! Wie man das fröhliche Federvieh wirkungsvoll im Garten arrangiert, mit Steckern, Skulpturen und hängenden Arrangements kunstvoll im Grün dekoriert, zeigt Frauke Roth ebenso gern wie ihren Brennofen. Und auch manch wertvollen Tipp gibt sie weiter: „Es waren unter anderem drei Lehrerinnen hier, die Fragen hatten für ein Töpferprojekt in der Schule, denen habe ich einiges vorgeführt.“

Für sie ist es die vierte Runde bei den „Offenen Ateliers“: „Es macht viel Spaß und natürlich will ich auch zeigen, was ich kann“, sagt sie. Und was sie kann, kommt gut an bei den Leuten, einige Stücke hat sie bereits verkauft. Ein willkommener Nebeneffekt für die Kunstschaffende, einiges allerdings ist nicht zu haben: „Meine Skulpturen sind unverkäuflich!“ Ein Grund mehr, sich heute auf den Weg zu machen in die 48 offenen Ateliers, um der Kunst dort nahezukommen, wo sie entsteht.

Informationen zu den Teilnehmenden gibt es bei den Tourist-Infos in Eutin und Malente und in den Flyern, die an vielen Stellen ausliegen.

LN

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