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Ostholstein Windkraft: Die Fronten bleiben verhärtet
Lokales Ostholstein Windkraft: Die Fronten bleiben verhärtet
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20:20 11.03.2016
Wohin der Weg beim Thema Windkraft in Riepsdorf führt, ist weiter ungewiss. Quelle: Peter Mantik

Sämtliche Windkraft-Vorhaben, ob neue Windparks oder Repowering bestehender Anlagen, sind seit 2013 im Kreisnorden auf Eis gelegt. Ob Neuratjensdorf-Rossee, Sipsdorf, Wangels oder auch Riepsdorf — die Windmüller müssen enorm viel Geduld aufbringen.

„Leider hatte die Politik bisher keinen Erfolg.“ Klaus Klinckhamer

Die Fronten sind nach wie vor verhärtet. Das Oberverwaltungsgericht beschäftigt sich gegenwärtig mit einer Klage des Landes gegen das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) — in zweiter Instanz.

Das Land hatte Baugenehmigungen erteilt, obwohl ein negativer Bescheid des BAF für alle Vorhaben innerhalb eines Radius‘ von 15 Kilometern um das Drehfunkfeuer bei Heringsdorf vorgelegen hatte.

Windmüller und Gemeinden stiegen in die Planungen ein, investierten — und wurden vom BAF im Jahr 2013 zurückgepfiffen. An diesem Stand hat sich bis heute nichts geändert.

Die Presseabteilung der Deutschen Flugsicherung (DFS) informierte, dass es keine neue gutachterliche Bewertung hinsichtlich des beantragten Windenergieparks gebe. Auch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) wartet das Gerichtsurteil — es wird bis Jahresende erwartet — ab.

So lange das Energiewendeministerium um Grünenminister Robert Habeck weder vor Gericht, noch am runden Tisch mit DFS und BAF zu einer für die Windmüller positiven Einigung kommt, hängen diese Projekte weiter in der Luft.

Klaus Klinckhamer, Geschäftsführer des geplanten Windparks Neuratjensdorf-Rossee, erklärt: „Wir sind stark betroffen. Leider hatte die Politik bisher keinen Erfolg.“ Es seien Kosten in Millionenhöhe entstanden. Die Windmüller hoffen, dass das Land auch in zweiter Instanz vor Gericht erfolgreich abschneidet, damit weitergebaut werden könne.

Eine spannende Frage lautet: Was passiert, wenn dies nicht eintritt? Drohen dann dem Land Klagen durch die Windmüller? Doch das Drehfunkfeuer ist nicht der einzig bedeutsame Aspekt für Windmüller im Norden Ostholsteins.

Denn der neue Landesentwicklungsplan, der bis Jahresende verabschiedet werden soll, sieht im Entwurf beispielsweise für Riepsdorf ganz neue Windeignungsflächen vor. Das könnte auch die geplanten Repoweringvorhaben im Ort betreffen. Denn sechs Windmühlen befinden sich demnach außerhalb der neuen Gebiete. Allerdings gibt es für diese Windmühlen bereits positive Vorbescheide . . . Die Gemeinde muss abwarten. Dafür wurden andere Flächen zusätzlich ausgewiesen. Bürgermeister Hartwig Bendfeldt (CDU) sagte: „Dort, wo wir jetzt laut Vorplanung des Landes zusätzlich Windmühlen errichten dürften, wollen wir das gar nicht.“ Denn damit würde der Ort von Windmühlen umzingelt. Auch stimme ihn nachdenklich, dass eine solche Fläche im Oldenburger Graben sich in einem Vogelschutzgebiet befinde. Der Fraktionsvorsitzende Holger Diedrich von der BUG, die sich gegen das Repowering von 150-Meter-Windrädern in Riepsdorf stark macht, erklärte: „Die ganze Windkraftsituation stimmt nachdenklich, denn der Strom kann ja gar nicht abgeführt werden, das hat sogar Minister Robert Habeck zugegeben.“

Die neue Landesplanung ist auch ein Thema in Kabelhorst. Denn der dort bestehende Windpark wird als Eignungsfläche wohl nicht mehr ausgewiesen. Ein Repowering wäre hier ausgeschlossen.

In Wangels liegt die weitere Planung für den Windpark Ehlerstorf wegen des generellen Bauverbots bis zum Abschluss der Landesplanung ebenfalls vorerst auf Eis. Parallel arbeitet die Gemeinde an einem eigenen Windkraft-Konzept: Ein Planungsbüro hat bereits potenzielle Eignungsgebiete für Windräder ermittelt. „Es kann nicht schaden, wenn wir ein Signal senden, welche Richtung wir uns vorstellen“, so Bürgermeister Eckhard Klodt (parteilos). Bevor dazu ein Beschluss gefasst wird, sollen die Pläne in einer Einwohnerversammlung vorgestellt werden.

Auch auf Fehmarn, einst Pionierregion für die Windkraft, sorgt die Ausweisung künftiger Windparkflächen für politischen Zündstoff. Mühsam wurde an einem Kompromiss für einen Sonderweg gebastelt, er stand zuletzt mehrfach auf dem Spiel. Knackpunkt eins ist die Begrenzung der Anlagenhöhe auf maximal 150 Meter Höhe (ausgenommen Presen, wo sie bei 100 Meter bleiben soll, um Konflikte mit der Bundeswehr in Marienleuchte zu vermeiden). Zweitens: Der Mindestabstand zu den Siedlungskernorten Burg, Landkirchen und Petersdorf drohte zuletzt zu wanken. Drittens: Kann die Landesplanung von einem Bürgerwindpark zwischen Vadersdorf und Hinrichsdorf überzeugt werden?

Von pm/gjs/jen

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