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Ostholstein Windkraft: Gemeinden wollen Antworten
Lokales Ostholstein Windkraft: Gemeinden wollen Antworten
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10:00 05.07.2013
Von Ulrike Benthien
Windräder sollen zur Energiewende beitragen: Mehrere Gemeinden im Kreis wollen Parks ermöglichen, fühlen sich jetzt aber ausgebremst. Quelle: Fotolia

Ob große Teile der ostholsteinischen Windkrafteignungsflächen wie im Regionalplan ausgewiesen genutzt werden dürfen, ob sie überhaupt nicht infrage kommen, weil sie mit dem Schutzradius zweier UKW-Drehfunkfeuer bei Heringsdorf und Bad Schwartau kollidieren, ob es Ausnahmen oder Lösungen durch technische Neuerungen geben kann — dazu werden heute Abend im Eutiner Kreishaus Antworten von Dr. Robert Habeck (Grüne) erwartet. Der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume hat nach nach dem Wirbel der vergangenen Wochen (die LN berichteten) kurzfristig Vertreter des Kreises sowie Bürgermeister aus Ostholstein und Segeberg zum Gespräch eingeladen.

Die Bürgermeister aus Ahrensbök (Andreas Zimmermann/parteilos), Süsel (Holger Reinholdt/Freie Wählergemeinschaft), Stockelsdorf (Brigitte Rahlf-Behrmann/parteilos) sowie Vertreter aus Scharbeutz (Hans-Jürgen Poeppel, stellvertretender Bürgermeister/SPD, und Bauamtsmitarbeiter Lorenz Brandt) sowie Ratekau (Bruno Schwennesen, stellvertretender Bürgermeister/SPD, und Bauamtsleiter Heinz-Ulrich Buhl) trafen sich bereits gestern im Ahrensböker Rathaus, um eine gemeinsame Linie abzustimmen. Sie alle sind nach wie vor entsetzt, dass sie, nachdem in ihren Gemeinden bereits viel Zeit und Geld investiert worden ist, aus den Medien erfahren mussten, dass ihre geplanten Windparks beziehungsweise ein Repowering der Anlagen (Ersetzen der alten durch neue, leistungsstärkere) nicht möglich sein könnten.

Stockelsdorf, die Speerspitze der Gemeinden im Südkreis, weil am weitesten vorangeschritten, glaubte nach jahrelangen Vorplanungen, sogar unter Mitwirkung von Landesbehörden, an einen glatten Durchlauf seiner Projekte und wurde kalt erwischt: Der Sicherheitsbereich von 15 statt drei Kilometern um die Navigationsanlagen für die Luftfahrt — eine Vorschrift, die aus dem Jahr 2009 stammt, aber offensichtlich nicht entsprechend kommuniziert wurde — macht den Windpark in Dissau/Obernwohlde womöglich unmöglich. Gerade gestern erhielt Brigitte Rahlf-Behrmann eine negative Stellungnahme der Luftfahrtbehörde des Landes, berichtete sie ihren Amtskollegen. „Die wird dazu führen, dass das Vorhaben endgültig abgelehnt wird“, befürchtet sie. Allerdings zeigt sie sich kämpferisch: „Wir geben noch nicht auf. Das kann ich nicht so hinnehmen.“

Stockelsdorf möchte in Dissau-Obernwohlde einen Windpark mit 20 Anlagen, fünf davon will die Windpark Stockelsdorf GmbH betreiben. In der Gemeinde Ahrensbök sind jetzt vier Windparks auf insgesamt 300 Hektar Fläche infrage gestellt, in Süsel geht es um den Windpark Kesdorf mit derzeit 17 Anlagen. Die Gemeinde Ratekau hat zwei Vorhaben, will einmal repowern, einmal einen neuen Windpark zwischen Ratekau und Pansdorf errichten. Die Gemeinde Scharbeutz hat laut Aussage von Hans-Jürgen Poeppel drei Windparks in Planung: ein Gebiet zwischen Scharbeutz und Süsel, eines bei Obernwohlde, eines bei Havekost/Sarkwitz/Wulfsdorf.

Rund vier Millionen Euro kostet eine Windmühle. Für die geplanten Windparks im südlichen Ostholstein sei ihr eine Investitionssumme von insgesamt zehn Milliarden Euro genannt worden, berichtete Brigitte Rahlf-Behrmann. Die Stockelsdorfer Bürgermeisterin setzt Hoffnungen in das heutige Treffen: „Vielleicht zaubert Herr Habeck doch noch was aus dem Hut.“

„Vielleicht zaubert Herr Habeck doch noch eine Lösung aus dem Hut.“
Brigitte Rahlf-Behrmann, Bürgermeisterin von Stockelsdorf

Ulrike Benthien

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