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Ostholstein Windkraft hilft Ehrenamtlern: Eine Million Euro von Prokon
Lokales Ostholstein Windkraft hilft Ehrenamtlern: Eine Million Euro von Prokon
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20:34 09.08.2017

Geschicktes Marketing oder soziales Engagement? Die Energiegenossenschaft Prokon möchte die Gemeinden Altenkrempe und Schönwalde mit bis zu einer Million Euro unterstützen. Das Geld wird mit Erlösen aus der Stromproduktion erwirtschaftet.

Prokon-Projektleiterin Meike Wellmanns überbrachte Hans-Alfred Plötner (l.) und Peter Zink die Nachricht vom Geldsegen. Quelle: Foto: Sebastian Rosenkötter

25 Jahre lang sollen jährlich Tausende Euro überwiesen werden. Dies kündigt Meike Wellmanns an. Sie leitet den Bereich Projektentwicklung/Bau. Prokon engagiere sich immer wieder in Gebieten, in denen das Unternehmen eine oder mehrere Anlagen baut. Doch es gebe auch Bedingungen: „Sponsoringfähig ist eine Maßnahme, die die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet fördert. Die Förderung darf dabei nicht auf einen abgeschlossenen Personenkreis ausgerichtet sein“, betont Meike Wellmanns.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies: Von dem Geld dürfen weder Straßen saniert noch Schulen erneuert werden. Stattdessen könnten die Feuerwehr, die Sportvereine BCG Altenkrempe und TSV Schönwalde sowie die Kassauer Sportschützen unterstützt werden. Altenkrempes Bürgermeister Peter Zink (ABA) nennt ein Beispiel: „Die Jugendfeuerwehr hat einen alten VW Bus. Der liegt in den letzten Zügen. Eine Neuanschaffung wäre möglich. Auch könnte der Teil des Gemeinschaftshauses Kassau, der zum Verein gehört, barrierefrei gestaltet werden.“

Für Zink und seinen Schönwalder Kollegen Hans-Alfred Plötner (CDU) kommt der Geldsegen gerade recht. Beide Gemeinden sind Fehlbedarfsgemeinden. Sie haben also kaum Geld, müssen sparen und die Unterstützung von Vereinen und Verbänden fällt somit in der Regel eher minimal aus.

„Für uns ist das eine sehr gute Maßnahme. Es erleichtert uns einiges“, so Zink. Plötner ist ebenfalls begeistert. „Der Schießstand ist marode, das Museum hat Wünsche und der Sportverein benötigt Unterstützung“, verdeutlicht er. Jedoch hätten sich im Gegensatz zu Altenkrempe nicht alle Gemeindevertreter für einen Vertrag mit Prokon ausgesprochen. „Einige dachten, dass es eine Werbegeschichte ist“, sagt Plötner.

Dem widerspricht Meike Wellmanns vehement. „Das ist es mit Sicherheit nicht. Windkraft ist ein meist kontrovers diskutiertes Thema. Nicht nur Einzelne sollen profitieren. Es geht uns um die Akzeptanz des Windparks“, sagt Wellmanns. Dennoch erwarte sie auch eine Gegenleistung. Sollte zum Beispiel der Rasen eines Vereins erneuert werden, müsste irgendwo ein Hinweis angebracht werden, dass dies dank Prokon möglich gewesen sei. „Das ist aber völlig normal. Wenn eine Brücke mit EU-Geldern gebaut wird, steht das auch irgendwo“, sagt Peter Zink. Er betont zudem, dass die Energiegenossenschaft erst an die beiden Orte herangetreten seien, als das Aufstellen der Anlagen schon längst genehmigt gewesen sei. „Die Bauarbeiten hatten schon begonnen“, so der Bürgermeister.

Insgesamt entstehen unweit der Ortschaft Sibstin fünf Windenergieanlagen. Sie sollen ab September Strom liefern. 1,5 Prozent der Nettoeinspeisevergütung je Windenergieanlage sollen für Sponsoring zur Verfügung stehen. Pro Jahr dürfte so eine fünfstellige Summe zur Verfügung stehen. Wobei Altenkrempe deutlich stärker profitieren wird. Schließlich steht die Mehrheit der Anlagen auf Altenkremper Gemeindegebiet. „Wären wir beim Fußball, stände es 4:1 für uns“, sagt Peter Zink.

Das ist die größte deutsche Energiegenossenschaft

Prokon bezeichnet sich als größte deutsche Energiegenossenschaft und hat nach eigenen Angaben mehr als 39000 Mitglieder.

Seit 1995 ist die Windenergie Hauptgeschäft des Unternehmens mit Sitz in Itzehoe. Rund 344 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von über 600 Megawatt wurden bislang in Betrieb genommen.

Die Anlagen des Windparks Schönwalde/Altenkrempe sollen pro Jahr über 40 Millionen Kilowattstunden produzieren. Projektleiterin Meike Wellmanns sagt, dass rund 12500 Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3200 Kilowattstunden versorgt werden können.

Sebastian Rosenkötter

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