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Windmüller beflügeln das Internet

Fehmar Windmüller beflügeln das Internet

Neues Breitband-Konzept für die Insel — Konkurrenz zum ZVO-Projekt — Stadt vertagt Entscheidung.

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„Es entste- hen keine Kosten für die Stadt, unser Netz ist in privater Hand.“ Detlef Scheel, Breitband Fehmarn GmbH

Fehmar. n. Die Windmüller auf Fehmarn gehen in die Offensive. Für die unterversorgte Insel wollen sie ein Breitband-Netz installieren. Ein großer Pluspunkt im Unterschied zum kreisweit geplanten Breitband-Zweckverband von ZVO und Egoh ist: Die Windmüller könnten sofort loslegen und müssten den Ausbau auch nicht europaweit ausschreiben.

Noch ist aber unklar, wie sich die Stadt Fehmarn entscheidet — für die Solidargemeinschaft (mit ZVO) oder die Insellösung mit den Windmüllern, mit denen sie seit Jahren kooperiert. Derzeit geht man davon aus, dass der Kommune durch eine Beteiligung an der geplanten Breitband-Sparte des ZVO Kosten von rund 120 000 Euro entstehen. Sie könnten sich allerdings durch Förderzuschüsse auf etwa 75

000 Euro reduzieren, so Fehmarns Bauamtsleiter Marcel Quattek.

Die Breitband Fehmarn GmbH würde ihr Projekt dagegen auf eigenen Rechnung stemmen. Voraussetzung ist, dass sie Gestattungsverträge mit der Stadt abschließt. „Alle Bürger der Insel können sich bei uns als private Investoren beteiligen“, sicherte Geschäftsführer Detlef Scheel im Bau- und Umweltausschuss zu. Scheel: „Es entstehen keine Kosten für die Stadt, das Netz ist in privater Hand.“ Solle sich am Ende doch das ZVO-Modell durchsetzen, könnte die bereits geschaffene Infrastruktur gegen Kostenerstattung in die öffentliche Hand abgegeben werden.

Klar umrissen ist die Zielperspektive der Windmüller: Langfristig wollen sie 95 Prozent der Insel mit fixem Internet und Telefon versorgen. Fernsehen gehört nicht zum Paket. Dadurch würden die zu erwartenden monatlichen Kosten pro Haushalt von 45 bis 50 Euro nochmals um zehn Euro steigen. Scheel: „Die meisten Bürger kommen mit ihrer Satellitenschüssel, für die sie einmal bezahlt haben, gut klar.“

Der Vorstoß kommt nicht überraschend. Bereits im August 2014 haben die LN ausführlich über die Pläne berichtet. Weil die Stadt Fehmarn zunächst das ZVO/Egoh-Konzept abwarten wollte, wurde das Projekt zurückgestellt.

In einigen Ortslagen hat die Breitband Fehmarn GmbH aber bereits die nötige Infrastruktur unter der Erde geschaffen. Zudem gab es einen erfolgreichen Glasfaser-Testanschluss vom Festland nach Dänschendorf zum dortigen Haus des Gastes. Genutzt haben die Windmüller dafür ihre eigene Windstrom-Erdkabel-Leitung von Fehmarn zum Umspannwerk Göhl.

Eine wichtige Einschränkung: Die GmbH benötigt eine Mindestquote von 60 Prozent bei den Vorverträgen. Scheel: „Wenn das von den Bürgern nicht mitgetragen wird, kommt der Breitbandausbau auch nicht.

Das gilt genauso für den ZVO.“

Es gibt noch einen gravierenden Unterschied zum ZVO. Die Windmüller sehen die Insel im ersten Schritt nicht als eine Einheit, sondern teilen sie in sogenannte Cluster auf. Konkret heißt das: Starten wollen sie nicht in Burg, das — nach derzeitem Standard — als relativ gut versorgt gilt. Starten wollen dagegen im Nordwesten der Insel im Raum Bojendorf, Westermarkelsdorf oder Schlagsdorf. „Dort erwarten wir einen großen Zuspruch“, so Scheel. Denn gerade hier gucken Internetnutzer oft frustriert in die Röhre. Danach wäre der Inselosten mit Klausdorf oder Presen dran, anschließend der Süden mit Strukkamp, Fehmarnsund oder Wulfen.

Die besonders unterversorgten größeren Dörfer auf der Insel wären somit der Testfall dafür, ob das Konzept aufgeht. Scheel: „Erst später käme Burg dran, wenn dort die jetzige Versorgung nicht mehr ausreicht.“ Zugleich warnt er aber auch davor, Fehmarn als Selbstgänger zu sehen: „Gebaut wird erst, wenn die Quote erreicht ist.“

Ein wichtiger Gradmesser dabei ist, wie hoch das Interesse der Zweitwohnungsbesitzer ausfällt. Um überhaupt erfolgreich starten zu können, benötigt die Breitband Fehmarn GmbH im Anfang mindestens 300, später 500 Anschlüsse als Dauernutzer, damit es sich für einen Provider überhaupt rechnet.

Die Baukosten im Vergleich zum ZVO-Modell
213 Millionen Euro will der ZVO laut Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer kreisweit in den Breitband-Ausbau investieren. Sie sollen komplett über Kredite finanziert werden.

Deutlich unter 24 Millionen Euro liegen die Baukosten für Fehmarn im Projekt der Windmüller. Diese Summe hat hat der TÜV Rheinland in der Kreisstudie (ZVO/Egoh) für Fehmarn genannt.

Gerd-J. Schwennsen

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