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Ostholstein Winterschlaf und Wärmelampen
Lokales Ostholstein Winterschlaf und Wärmelampen
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21:27 20.01.2017
Grömitz

Die Tränken im Außengelände werden beheizt. Im Schimpansen-Haus ist es um die 20 Grad warm und die Liszt-Affen tanken unter künstlichem UV-Licht wichtiges Vitamin D. Luchse, Lamas und Kängurus hingegen lassen sich von den kalten Temperaturen nicht stören. Die Mitarbeiter des Grömitzer Zoos sind auf Dauerfrost und Schneemassen vorbereitet.

Betreiber Ingo Wilhelm hat Futtervorräte für zwei Monate angelegt, und ist in der Energiegewinnung autark. Beides sind Lehren aus dem Katastrophenwinter 1978/ 1979. Damals wurden Teile des Nordens von der Außenwelt abgeschnitten. Seitdem hat Wilhelm Hunderttausende Euro investiert.

Veränderungen sind für den Zoobetreiber Alltag. Fast alle Flächen wurden im Laufe der Jahrzehnte erneuert oder umgestaltet. „Wir wollen mit begrenzten Mittel etwas Vernünftiges auf die Beine stellen.

Das dauert manchmal länger“, stellt Wilhelm klar. Eines der größten Projekte, dass wohl noch in diesem Jahr startet, ist der lang ersehnte Neubau der Seehund-Anlage. Die Tiere sollen deutlich mehr Platz bekommen. Auch Zuwachs, über den zumindest Männchen „Theo“ sich freuen dürfte, scheint nicht ausgeschlossen. Details sollen in den kommenden Monaten bekanntgegeben werden.

Vorab verrät Ingo Wilhelm, dass ein etwa fünf Hektar großes Gelände neu gestaltet wird. Neben der Seehundanlage könnten weitere Tierarten eine Heimat in der „Arche Noah“ finden. Rentiere zum Beispiel. Zudem sollen noch vor dem Sommer zwei Yaks aus dem sächsischen Görlitz an die Ostsee ziehen. „Unser Ziel ist es, große und vernünftige Anlagen zu bauen. Dafür brauchen wir viel Material, da der Lebensraum den Tieren angepasst werden muss“, so Wilhelm. Die Zeit, in der es darum ging, möglichst viele Arten vorzuhalten, sei längst vorbei. „Heute zählen andere Kriterien. Wir wollen der Natur nahe kommen“, erklärt der Zoobetreiber.

Im Schnitt halten die einzelnen Anlagen 20 bis 30 Jahre. Im Grömitzer Zoo gibt es nur eine Ausnahme. Das Freigelände der Ziegen existiert seit rund vier Jahrzehnten. Eine Umgestaltung läuft. In den kommenden Wochen wird die Fläche für Haustiere auf 9000 Quadratmeter erweitert. Unter anderem sollen neue Hütten entstehen und eine große Brücke zur angrenzenden Weide. „Wir investieren fortlaufend, haben nie Stillstand. Sonst kommt es zu einem Rückstau und auch die Zahl der Besucher würde abnehmen“, erläutert Wilhelm.

Von all den Planungen bekommen die sechs Schildkröten nichts mit. Sie sind im Winterschlaf. Bei den Waschbären sieht es ähnlich aus. Sie haben es sich auf den Ästen eines Baumes bequem gemacht und scheinen fast durchgehend zu schlafen. Dafür haben sie sich im Spätsommer eine ordentliche Fettreserve angefuttert.

UV-Lampen oder eine Heizung benötigen sie nicht. Schließlich kommen die Tiere aus Kanada, und da wird’s kälter als in Ostholstein.

 Sebastian Rosenkötter

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