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Ostholstein „Wir haben Tausende Pakete für Weißrussland gepackt“
Lokales Ostholstein „Wir haben Tausende Pakete für Weißrussland gepackt“
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17:05 21.02.2018
Petersdorf a. F

Frau Woitalla, im Hintergrund wird gekocht. Passt der Anruf jetzt?

Christa Woitalla bekam 2015 die Ehrennadel des Landes von Torsten Albig überreicht. Am heutigen Sonntag ist sie mit einem Flohmarkt-Stand von 11 bis 16 Uhr auf dem Ferienhof „Landlord“ in Kopendorf (Am Dorfteich 6) und verkauft Quitten-Gelee.

Ich koche noch einmal Quitten-Gelee. Sonntag verkaufe ich die Gläser auf einem Flohmarkt, natürlich für die Tschernobyl-Hilfe.

Auf Fehmarn ist für Sie aber Schluss?

Ja, ich ziehe Donnerstag um. Und freue mich schon auf meine neue Wohnung mit traumhaftem Blick auf die Havel. Im Petersdorfer Wiesenweg wurde es zunehmend einsam. In Werder kommt im Mai mein zweites Urenkelkind.

Kommt trotzdem ein bisschen Wehmut auf?

Natürlich, aber das Schöne ist: Ich kann weitermachen. Denn es gibt auch dort eine Tschernobyl-Hilfe. Aber ich bin da nicht mehr federführend, schließlich werde ich im April 78. Im Frühjahr fahre ich sogar nach Weißrussland.

Rund anderthalb Jahrzehnte lang haben Sie und ihr verstorbener Ehemann sowie andere Gastgeber viele Tschernobyl-Kinder an die Ostsee eingeladen. Wissen Sie noch wie viele?

Nein, das kriege ich nicht mehr zusammen.

. . . und unzählige Pakete gepackt.

Das waren jedes Jahr Tausende. Darauf haben 86 Familien, zwei Waisenhäuser, ein Krankenhaus, zwei Schulen und zwei Kindergärten immer gewartet.

Würden Sie das alles noch einmal machen?

Ja, auf jeden Fall. Es war eine sehr schöne Zeit. Sie hat Kraft gekostet, aber auch Kraft gegeben. Dafür gab es viel Anerkennung. Aber auch Kritik. Neulich hat mir jemand beim Einkaufen gesagt: Es gibt auch arme Kinder in Deutschland.

Wird die Tschernobyl-Hilfe auf Fehmarn ganz eingestellt?

Leider ja. Es fehlen nicht nur die Räume in der ehemaligen Schule. Wer es machen will, muss auch Russisch lesen und schreiben können. Und mit Lust und Liebe dabei sein.

Gehen Sie im Guten?

Ja, obwohl ich traurig bin, was mit der Insel geschieht. Die Beltquerung gefällt mir nicht, die Massentierhaltung auch nicht. Doch leider lässt sich vieles nicht mehr aufhalten. Die Klage gegen die Schweinemast im Inselwesten haben wir inzwischen zurückgezogen. Der Kampf hat bei mir Blessuren hinterlassen.

Und was kommt jetzt?

Weißrussland liegt mir besonders am Herzen. Vor allem auch, weil dort mein Vater begraben liegt. Ich weiß aber nicht, ob ich es noch einmal schaffe, das Grab zu besuchen.

Interview: Gerd-J. Schwennsen

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