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„Wir möchten den bestmöglichen Lärmschutz verwirklichen“

Ostholstein „Wir möchten den bestmöglichen Lärmschutz verwirklichen“

Bundesverkehrswegeplan: Landrat Reinhard Sager (CDU) fordert höhere Aufwendungen für Schienenanbindung der Fehmarnbeltquerung und eine neue Sundquerung.

Ostholstein. Lübecker Nachrichten: Der vom Kabinett beschlossene Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes sieht für die Schienenanbindung inklusive neuer Sundquerung 1,52 Milliarden vor. Sind Sie damit zufrieden?

 

LN-Bild

„Auch das Land könnte dabei einen finanziellen Beitrag leisten.“ Reinhard Sager, Landrat Ostholstein

Reinhard Sager: Ja insofern, dass die Schienenanbindung und die Sundquerung in den Plan aufgenommen wurden. Aber die Summe wird bei weitem nicht ausreichen, um einen qualifizierten und damit über das gesetzliche Maß hinaus gehenden Lärmschutz zu gewährleisten. Dieser könnte wie beim Rheintal mit zusätzlichen Finanzmitteln über einen Beschluss des Bundestages realisiert werden. Auch das Land könnte dabei einen finanziellen Beitrag leisten.

Welche Summe wäre Ihrer Auffassung nach realistisch und wünschenswert?

Sager: Mir geht es nicht um Summen, sondern welcher Art der Lärmschutz ist. Wir möchten die Menschen umfassend schützen. Das ist ein europäisches Projekt mit hoher Bedeutung. Dass muss sich bei der Schienenanbindung mit besonderen Maßnahmen für den Lärmschutz wiederfinden.

Welches wären Beispiele?

Sager: Nach dem Bundesemissionsschutz wird die Lärmauswirkung auf den Tourismus nicht ausreichend berücksichtigt. Der Tourismus aber hat für uns eine ganz herausragende Bedeutung. Auch wird für den Lärmschutz noch nicht berücksichtigt, dass die Schiene auf 55 Kilometern neben der Autobahn liegt. Es fehlt noch an der Gesamtbetrachtung.

Können Sie das präzisieren?

Sager: Am Beispiel Luschendorf wird deutlich, dass bei Einbeziehung der A 1 hinterher ein verbesserter Lärmschutz insgesamt realisiert werden könnte, indem Schiene und Autobahn durch Lärmschutzwände gemeinsam bedacht würden. Das würde für Luschendorf einen Mehrwert erzeugen, weil es bisher an der Autobahn gar keinen Lärmschutz gibt.

Wie sieht Lärmschutz über das gesetzliche Maß hinaus noch aus?

Sager: Wir möchten auch einzelne Häuser und kleinere Siedlungen durch Schallschutz an der Trasse schützen, die per Gesetz nur Anspruch auf passiven Lärmschutz wie zum Beispiel isolierte Fenster hätten. Zudem sollten alle technologisch machbaren Reduzierungen von Lärm an der Schiene selbst und an den Zügen genutzt werden.

Der Norden zählt nicht zu den Verkehrsballungszentren in Deutschland. Befürchten Sie, das Ostholstein am Ende abgespeist werden könnte?

Sager: Das wollen wir mit Macht verhindern. Wir haben ja auch schon Erfolge erzielt, wie die Verlegung der Schiene an die Autobahn oder die Umfahrung von Großenbrode beweisen. Zudem gibt es politische Unterstützung auch auf Bundesebene. Jetzt geht es darum, den bestmöglichen Lärmschutz zu verwirklichen. Wir lassen nichts unversucht. Deswegen werden wir diese Forderungen über den neuen Projektbeirat in das Fehmarnbelt- Dialogforum einbringen.

Was muss der Kreis dafür tun?

Sager: Wir müssen Kriterien finden, um übergesetzlichen Lärmschutz zu begründen. Dazu können Fachbeiträge von Experten helfen.

Immer mehr Menschen im Kreis scheinen gegen das Projekt zu sein. Wie nehmen Sie dies wahr?

Sager: Es gibt Befürworter und Gegner. Da der Staatsvertrag besteht, müssen wir davon ausgehen, dass das Projekt realisiert wird. Deswegen müssen wir jetzt aktiv und wachsam sein.

Die Planfeststellungsunterlagen zum Belttunnel liegen aus. Beltgegner scheinen taktisch vor allem auf Masse der Einwendungen zu setzen. Wie bewerten Sie das?

Sager: Wir leben in einem Rechtsstaat. Die Bürger haben das Recht darauf, Einwendungen einzureichen. Die Bewertung obliegt der Genehmigungsbehörde – und dann bekommen wir ein Ergebnis.

Geben Sie als Privatmensch eine Einwendung ab?

Sager: Ich sehe mich in der Rolle des Landrates und habe die Interessen aller Menschen zu vertreten.

Gespräch: Peter Mantik

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