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Ostholstein „Wir sind beim Lärmschutz gefordert, Lösungen zu finden“
Lokales Ostholstein „Wir sind beim Lärmschutz gefordert, Lösungen zu finden“
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21:31 19.08.2016
Das Dialogforum zur festen Beltquerung tagt im Oldenburger Gewerbezentrum. Quelle: Fotos: Holger Marohn (2)

Lübecker Nachrichten: Wie fällt Ihr Fazit von fünf Jahren Dialogforum zur festen Beltquerung aus?

 

Dr. Johann Christoph Jessen: Positiv: wir haben Transparenz zu allen Aspekten der Fehmarnbeltquerung geschaffen. Allerdings: Wir haben fünfjähriges Jubiläum, aber keinen Grund zu jubilieren, weder die Gegner, noch die Befürworter, denn niemand ist am Ziel.

Welches sind die größten Errungenschaften des Dialogforums?

Dr. Jessen: Das wir sowohl von Landes- als auch Bundesregierung wahr- und ernstgenommen werden. Siehe die Erfolge bei der Verlegung der Trasse im Hinterland oder auch beim Thema Lärmschutz, dass wir dort über die gesetzliche Regelung hinaus Schutz erhalten können.

Gab es Versäumnisse?

Dr. Jessen: Ich bedaure weiterhin, dass sowohl der Nabu als auch der BUND trotz Einladungen nicht am Forum teilnehmen. Dafür sitzt der Landes-Naturschutz-Verband bei uns am Tisch.

Sie waren Botschafter in Belgien und Dänemark, war Ihr diplomatisches Geschick im Spannungsfeld Dialogforum oft gefragt?

Dr. Jessen: Ja, ich hätte das ohne meine 68er Vergangenheit als auch meine Erfahrungen von den KSZE-Verhandlungen sicher nicht so meistern können.

Welches sind die Aufgaben des Dialogforums für die Zukunft?

Dr. Jessen: Wir müssen die uns durch den Bundestag eröffneten Möglichkeiten zu übergesetzlichem Lärmschutz nutzen. Dafür haben wir jetzt einen zusätzlichen Arbeitsstrang eingerichtet: vier regionale Arbeitsgruppen definieren Brennpunkte und erarbeiten konkrete Lösungsvorschläge für den neuen Projektbeirat. Dieser leitet sie an das Dialogforum, welches wiederum die Politik in die Pflicht nimmt.

Was hat sich seit 2011 im Dialogforum verändert?

Dr. Jessen: Es war ein langwieriger Prozess, in dem dann doch gegenseitiges Vertrauen entstanden ist in die Ernsthaftigkeit der Beteiligten. Alle sind jetzt gewillt Lösungen zu finden. Dies ist ein gewaltiger Schritt hin zur Politik- und damit Kompromissfähigkeit.

Was wird am 12. September bei der Jubiläumssitzung geschehen?

Dr. Jessen: Wir haben Gelegenheit für eine offene und ehrliche Bilanz zusammen mit der Politik. Der dänische Transportminister Hans Christian Schmidt, Ministerpräsident Torsten Albig und Staatssekretär Enak Ferlemann haben zugesagt.

Was geschieht inhaltlich?

Dr. Jessen: Diese Sitzung ist eine Zäsur, der neue Arbeitsstrang wird vorgestellt. Wir senden damit zwei Signale an die Politik. Erstens, dass wir uns der Herausforderung stellen und uns an der Ausarbeitung für mehr Lärmschutz beteiligen und zweitens, dass wir die Politik beim Wort und uns selbst auch in die Pflicht nehmen.

Was erwarten Sie für die kommenden fünf Jahre?

Dr. Jessen: Wir haben die Möglichkeiten geschaffen, die Sorgen der Bevölkerung nicht nur aufzunehmen, sondern auch Lösungen zu finden. Dieser großen Herausforderung stellen wir uns.

     Gespräch: Peter Mantik

Gesamtkosten von 535000 Euro

Gesamtkosten seit dem Jahr 2011 belaufen sich bis heute auf insgesamt 535000 Euro. Für die Kosten kommen das Land Schleswig-Holstein, Deutsche Bahn, Bauherr Femern A/S und zum kleinen Anteil der Unternehmer-Verband auf.

Ausgaben splitten sich unter anderem in solche Bereiche auf wie zum Beispiel die Entschädigung des Sprechers (18000 Euro pro Jahr), Personalkosten der Geschäftsstelle (27600 Euro pro Jahr), Beauftragung von Experten (unterschiedlich hohe Kosten).

LN

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