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Ostholstein Wirtschaft schöpft Hoffnung: Wird der Verkehrsversuch verschoben?
Lokales Ostholstein Wirtschaft schöpft Hoffnung: Wird der Verkehrsversuch verschoben?
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21:16 05.08.2016

Die „Mobilmachung“ der WVE (Wirtschaftsvereinigung Eutin) durch ihre Unterschriftensammlung und ihre harsche Kritik am geplanten Verkehrsversuch nach Ende der LGS scheint ein Umdenken in der Politik zu bewirken. Im Verlauf der Bauausschuss-Sitzung am Donnerstag äußerte Olaf Schmidt (CDU): „Wir wollen den Verkehrsversuch im Herbst nicht – er kann im nächsten Jahr anlaufen.“

Schmidt kündigte weiter an, die CDU werde in der Septembersitzung des Stadtentwicklungsausschusses für eine Verschiebung des Tests plädieren. Dieser sei für das Thema zuständig, hatte der Bauausschuss zuvor einhellig befunden – die Freien Wähler hätten über eine vorläufige Aussetzung von Verkehrskonzept und Verkehrsversuch auch gern schon jetzt abgestimmt, schlossen sich aber der überwiegenden Meinung der Stadtvertreter an.

Mit seiner Ankündigung scheint Olaf Schmidt allerdings vorgeprescht zu sein. Sein Fraktionsvorsitzender Matthias Rachfahl wollte sie gestern nicht bestätigen und sagte: „Wir sind noch mitten in der Diskussion. Das Thema ist sehr differenziert zu betrachten. Aber wir wollen das Beste für die Stadt.“

Ursprünglich hatte die Durchfahrt von der Stolbergstraße in Schlossstraße und Rosengarten von Ende März bis Ende Oktober unterbunden werden sollen. Nach großem Protest von Einzelhändlern war der Verkehrsversuch verschoben worden: Erst sollte die Landesgartenschau beendet sein.

Darauf, dass die WVE verlangt, die versuchsweise Straßensperrung ein weiteres Mal hinauszuschieben, weil sie um das Weihnachtsgeschäft 2016 fürchtet, wollte sich die SPD noch Mitte Juli auf keinen Fall einlassen. „Aber wir sind ja verhandlungsbereit und wollen dem Wunsch der Kaufleute nachkommen“, erklärte Fraktionschef Hans-Georg Westphal gestern. „Die Einzelhändler werden mit der Umgestaltung der Innenstadt genug auszuhalten haben. Da kommt es beim Termin für den Verkehrsversuch auf einen Monat nicht an.“ Bis zum Sankt Nimmerleinstag werde man aber nicht warten.

Diese Aussagen nimmt WVE-Vorsitzender Klaus Hoth mit Interesse auf. „Ein Verkehrsversuch ab Oktober wäre für das Weihnachtsgeschäft absolut tödlich. Daher wäre eine Verschiebung des Zeitraums toll.“ Von den anderen Fraktionen weiß er: „Die FDP ist auf unserer Seite. Von den Grünen haben wir da nichts zu erwarten.“ Das habe deren Fraktionsvorsitzender Eike Diller in einem Gespräch mit ihm verdeutlicht. „Wir wollen keine Glasglocke über Eutin und die Stadt nicht zu einer Denkmalstadt machen“, versichert Hoth. „Wir sind für Neuerungen, und die Sanierung muss sein. Aber das muss in einem für uns verträglichen Maß geschehen.“

Ulrike Benthien

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