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Wirtschaftsvereinigung will Stadtsanierung stoppen

Eutin Wirtschaftsvereinigung will Stadtsanierung stoppen

Falls sich keine politische Mehrheit findet, soll ein Bürgerbegehren folgen.

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Über die Sanierung Peterstraße/ Markt/ Rosengarten ist ein Streit entbrannt. Die WVE will getroffene Beschlüsse einsammeln. FOTO: LINTSCHNIG

Eutin. . Die Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) fordert den sofortigen Stopp aller Planungs- und Ausschreibungsmaßnahmen für die Stadtsanierung. Dieser Position des Vorstands schlossen sich auch die WVE-Mitglieder an. Am Dienstagabend trafen sie sich zur Diskussion über das Verkehrs- und Stadtsanierungskonzept im Eutiner Brauhaus. Moderator Klaus Wietfeld machte dabei „rund 90 Prozent Zustimmung“ aus. Sollte sich für den Antrag, alle Maßnahmen umgehend einzustellen, keine politische Mehrheit finden, werde die WVE Plan B verfolgen: „Dann werden wir ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen“, kündigten Thomas Menke und Marcus Gutzeit (beide WVE-Vorstand) im Nachgang der Diskussion an.

Am 26. Januar um 18.30 Uhr soll es im Eutiner Bauamt, Lübecker Straße 17, eine Informationsveranstaltung zur Maßnahme in der Peterstraße geben.

Info-Abend

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Beschreibung

Von FDP, FWE und SPD würden sie in ihrem Vorhaben unterstützt, sagten Menke und Gutzeit weiter. Gespräche habe man auch mit den anderen Fraktionen geführt. Die Grünen wollten an den gefassten Beschlüssen zur Stadtsanierung nicht rütteln, auch bei der CDU habe die WVE „keine Chance“. Neben zahlreichen WVE-Mitgliedern nahmen auch Hauseigentümer, interessierte Bürger und Vertreter aller Fraktionen (bis auf die Grünen, die laut Monika Obieray im Arbeitskreis Schlossterrassen weilten) teil. Dass die CDU-Vertreter Matthias Rachfahl, Heiko Godow und Sascha Clasen die Sitzung ungefähr zur Halbzeit der fast dreistündigen Veranstaltung verließen (aus unterschiedlichen privaten Gründen, versicherte Matthias Rachfahl gestern auf Nachfrage), kam im Saal nicht gut an und wurde als erneute Ablehnung gewertet. „Sehr bedauerlich“, fand Thomas Menke den Abgang der von ihm ansonsten „sehr geschätzten Herren“. Ebenso ihre Reaktionen während der Diskussion: „Sie haben unsere Existenzängste mit einem Schmunzeln abgetan.“

Die Sorgen um wegbleibende Kunden und befürchtete Umsatzeinbußen von 30 Prozent und mehr treiben nahezu alle Kaufleute in der Stadt um. „Wir wollen Eutin ja schöner machen und auch barrierearm, aber nicht so viel Geld dafür aufbringen. Eine Stadtsanierung geht auch, ohne in die Betontragschicht einzugreifen“, fasste Hans-Wilhelm Hagen, designierter WVE-Vorsitzender, zusammen. Dass es nicht erforderlich sei, diese anzufassen, hatten die WVE-Mitglieder in der vergangenen Woche im Bauausschuss aufgeschnappt, als es um Kanalbaumaßnahmen in der östlichen Peterstraße ging. Dort sollen voraussichtlich im Mai die Arbeiten starten. Marc Mißling, Geschäftsführer der Stadtwerke Eutin, hatte geäußert, dass sein Unternehmen ausschließlich tätig werde, weil die Oberfläche angefasst werde.

„Taktgeber ist die Stadtsanierung“, sagte Mißling. Nach dem Verständnis des WVE- Vorstandes sei das bislang stets umgekehrt vermittelt worden.

Die Belastungen durch die sich insgesamt drei Jahre hinziehende Stadtsanierung versuchte Marcus Gutzeit anhand von Bildern und Toneinspielungen (Presslufthammer) zu verdeutlichen. Ihren Ärger und ihre Bedenken äußerten auch etliche der 85 Anwesenden. Für Dietrich Fey ist „die Baumaßnahme nicht nötig, ein absoluter Blödsinn“. Jutta Hoth beklagte die Riesenkluft zwischen Verwaltung, Selbstverwaltung und Bürgern. Hans-Peter Wandhoff führte an, dass noch niemand wisse, welche Summen auf Anwohner zukämen und riet, die Innenstadt mit großen Bottichen und Pflanzen zu verschönern.

„Wir wollen keine Konfrontation, sondern suchen weiter den Dialog“, mahnte Hans-Wilhelm Hagen, schickte aber hinterher: „Der gesunde Menschenversand sagt, dass das so nicht umgesetzt werden darf.“

Ulrike Benthien

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