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Ostholstein „Wissenschaftlicher Segen“ für Slawenhäuser im Museum
Lokales Ostholstein „Wissenschaftlicher Segen“ für Slawenhäuser im Museum
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22:08 30.10.2013
Die Konstruktion des Nachbaus des Langhauses: Derzeit warten die Dachdecker auf die historisch nachgebauten Holzschindeln für das Dach.
Oldenburg

Das erste Slawenhaus im neuen Oldenburger Museumsdorf steht. Auf bis zu sieben Meter langen Bohrpfählen lagern die Eichenbohlen, die den Nachbau des einstigen Fürstenhofes tragen. Für den Bau des Langhauses haben die Zimmerer die eigentlich sägerauen Lärchenbalken eigens in der Abbundhalle auf dem Firmengelände mit der Axt nachbearbeitet.

„Das, was hier mit dem Ausbau des Wallmuseums geschieht, ist ein ganz wichtiger Beitrag zur Steigerung der Attraktivität“, lobte jetzt Claus von Carnap-Bornheim, Direktor des Archäologischen Landesmuseums Schloss Gottorf in Schleswig, Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen und gleichzeitig Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Oldenburger Wall, die Arbeiten. Bei einem Rundgang erteilte der Kieler Professor für Ur- und Frühgeschichte gemeinsam mit den anderen Beiratsmitgliedern dem geschaffenen Werk der Handwerker quasi den „wissenschaftlichen Segen“.

Das Fürstenhaus ist eines von insgesamt elf Slawenhäusern, die derzeit am Wallsee im ersten Bauabschnitt entstehen. Der Nachbau des Langhauses basiert dabei auf den Ergebnissen der Grabungen auf dem Oldenburger Wall in den 80er Jahren. Aus Witterungsgründen mussten die Häuser gegenüber den umliegenden Feuchtwiesen lediglich etwas angehoben werden. Damit soll der dem historischen Vorbild nachempfundene Lehmfußboden auch bei Regenwetter begehbar bleiben. Eine Schotterschicht schützt ihn gegen aufsteigende Nässe. Ein etwas größerer Abstand der Hütten zueinander als historisch belegt ist dem Brandschutz geschuldet.

Neben den jetzt im Bau befindlichen Hütten im Bereich des Fürstenhofes, der Handwerkersiedlung und der Einsiedelei könnten später noch 20 bis 30 weitere etwa 20 Quadratmeter große Slawenhütten entstehen. „Der Bebauungsplan lässt bis zu 400 Quadratmeter bebaute Fläche zu. Davon haben wir bislang vielleicht 40 Prozent ausgeschöpft“, sagt Bauamtsleiter Stefan Gabriel.

Doch schon das dürfte ausreichen, um in Zukunft wesentlich mehr Besucher ins Wallmuseum zu locken. „Das Wallmuseum bietet durch die Erweiterung mit dem Rundweg eine deutlich höhere Verweildauer“, sagt Wissenschaftler von Carnap-Bornheim. Und ab drei Stunden, wie sie das Museum künftig bieten werde, seien Besucher durchaus bereit, erhebliche Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Immerhin sei der Wall neben Haithabu auch das bedeutendste Bodendenkmal des Landes Schleswig-Holstein.

Ab ins Winterlager
Die Oldenburger Museumsschiffe „Starigard“ und „Ratatoskr“ sowie die Einbäume kommen ins Winterlager. Morgen ab 14 Uhr werden sie von den Mitgliedern der Wallstiftung abgetakelt, vor den Naust — ihr Winterlager — gefahren und aus dem Wasser geholt. Im kommenden Frühjahr werden an den Nachbauten der historischen Slawenboote dann die notwendigen Pflege- und Wartungsarbeiten durchgeführt.

Holger Marohn

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