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Wo den Beamten der Schuh drückt

Eutin Wo den Beamten der Schuh drückt

Es war mehr gefordert von Schleswig-Holsteins Polizeidirektor Ralf Höhs als eine gut formulierte Rede.

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Landespolizeidirektor Ralf Höhs (M.) stellte sich den Fragen von Axel Dunst, Vorsitzender der Regionalgruppe AFB der Gewerkschaft der Polizei, und dessen Stellvertreter Jens Puschmann.

Quelle: Astrid Jabs

Eutin. Es war mehr gefordert von Schleswig-Holsteins Polizeidirektor Ralf Höhs als eine gut formulierte Rede. Auf der Jahreshauptversammlung der Regionalgruppe AFB der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Casino der Polizeidirektion (PD) für Aus- und Fortbildung auf der Hubertushöhe in Eutin war Klartext gefragt. Axel Dunst, Vorsitzender der Regionalgruppe, und Jens Puschmann interviewten Höhs im vollbesetzten Speisesaal zu aktuellen Themen der Polizei- und Ausbildungsarbeit.

Vor dem Hintergrund einer veränderten Personalpolitik, nach der die Schaffung von 500 neuen Planstellen bis 2023 vorgesehen ist und die Ausbildungszahlen auf jährlich 400 erhöht werden sollen, wurde die Frage nach Gewichtung und Perspektiven gestellt. Puschmann und Dunst stellten dar, dass es in der PD AFB an Ressourcen und räumlichen Kapazitäten fehle, um 400 Schüler adäquat zu unterrichten.

Höhs verwies auf ein geplantes Trainingseinsatzzentrum und betonte: „Ich werde keine Abstriche in der Qualität der Ausbildung zulassen.“ Ansonsten werde es, etwa bei der Unterbringung, Zwischenlösungen geben.

Eine zweite Einsatzhundertschaft habe für ihn vor dem Hintergrund anderer Notwendigkeiten nachrangige Priorität: „Die Kompensation von Belastung ist ein Thema, das wichtiger ist“, so Höhs. Mit einer zweiten Hundertschaft wäre eine solche Entlastung für die Kollegen gegeben, hielt Dunst dem entgegen. Aus dem Plenum wurde die Planbarkeit des Dienstes als weiteres Belastungskriterium genannt.

Die Forderungen der Jungen Gruppe der GdP in Schleswig-Holstein richtete Katharina Masanek an Rahlf Höhs. Vieles davon sei schon „in Bearbeitung“ lautete die Antwort. Für 2016 stünden 900 Beförderungen in der Landespolizei an — ein deutliches (von der Jungen Gruppe gewünschtes) Plus gegenüber 600 in 2015. Die Durchlässigkeit für bessere Aufstiegsmöglichkeiten werde derzeit konkretisiert und auch für die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit sowie der Lebensarbeitszeit lautete die Botschaft „in Bearbeitung“.

Den versuchsweisen Einsatz eines Tasers, einer Elektroschockpistole, sah Höhs sehr kritisch. Zur Terrorproblematik sagte er, es sei wichtig, nicht zu verkrampfen und sich nicht zu überlasten. Die Landespolizei SH sei im Bundesvergleich deutlich besser aufgestellt als andere. Taktisch und technisch auszustatten seien die Streifenwagen. Denn die Beamten im Einzeldienst seien im Anschlagsfall in einer ersten Welle diejenigen, die einen Blick für die Lage haben müssten. Zum Umgang der Polizisten mit sexualisierten Übergriffen, die auch in unserer Kultur nicht fremd seien, verwies Höhs auf die gelernten Verhaltensweisen: „Die sind richtig“, betonte er nachdrücklich. „Maßvoll ist in diesem Zusammenhang das wichtigste Wort“, so Höhs. aj

Vorstandswahlen und Ehrungen der GdP-Regionalgruppe

Im internen Teil der Jahreshauptversammlung der GdP-Regionalgruppe AFB standen Vorstandswahlen und Ehrungen : Bestätigt wurden einstimmig die stellvertretenden Regionalgruppenvorsitzenden Thomas Dannenberg und Jens Puschmann sowie der 1. Kassierer Thomas Mertin und der 2. Schriftführer Thomas Handschuck. Gerd Schwiemann bleibt Seniorenbeauftragter. Wiedergewählt wurden Jeanette Stobbe (Vertreterin für Gleichstellungsangelegenheiten) und Heinz Möllers (Vertreter Tarifpersonal).

Auf eine 60-jährige Mitgliedschaft in der GdP blickten Heinz Seidensticker und Dieter Drunk zurück.

55 beziehungsweise 50 Jahre gehören Karl-Heinz May und Rainer Zimny der Berufsvertretung der Polizei an.

Geehrt wurden auch Gerd Schwiemann und Jürgen Fiolka (beide 40 Jahre) sowie Bernd Penter und Iris Knoop (beide 25 Jahre) .

Die Regionalgruppe hat aktuell 1125 Mitglieder, 125 mehr als 2015. aj

LN

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