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Ostholstein Wohin mit dem Auto? Parkplatz-Probleme in Eutin
Lokales Ostholstein Wohin mit dem Auto? Parkplatz-Probleme in Eutin
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22:15 15.05.2016
Arbër Svirca sagt, er kassiere ständig Strafzettel, wenn er vor seinem Laden in der Bahnhofstraße die Lieferungen einlädt. Quelle: Susanne Peyronnet
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Eutin
Mit Beginn der Gartenschau sind alle Dauerparkplätze im Zentrum verschwunden.

Jetzt ist so gut wie kein gebührenfreier Dauerparkplatz mehr übrig, und das erzürnt die Autofahrer. Imbiss-Betreiber Arbër Svirca muss zwei seiner drei Autos zu Hause im 15 Kilometer entfernten Plön lassen. Hannah Schultz wohnt und arbeitet am Marktplatz, hat ihr Auto aber in einer gemieteten Garage an der Peripherie der Stadt stehen.

„Schlimmer geht das nicht mehr mit den Parkplätzen“, sagt die Eutinerin Svenja Blöß. „Wir haben jetzt am Wochenende Bluesfest, und wenn man dann das Auto stehenlassen muss, weil man ein bisschen was getrunken hat, hat man am nächsten Morgen gleich ein Ticket.“ Falk Rußow, der an der Lübecker Straße die Web- und Werbeagentur „Net Cube“ betreibt, drückt es so aus: „Anwohner und Unternehmen wissen nicht mehr, wo sie ihre Fahrzeuge tagsüber abstellen sollen, ohne hohe Summen an Parkgebühren zu entrichten.“

Wer mitten in der Stadt wohnt oder arbeitet, hat erst recht ein Problem. So wie Hannah Schultz. „Ich fühle mich ein bisschen verdrängt“, sagt sie. Früher habe sie wenigstens am Wochenende ihr Auto in Wohnortnähe abstellen können, damit ist es nun vorbei. „Ich weiß nicht, was diejenigen machen, die keine Garage haben oder kriegen können.“

Arbër Svirca, der am Eutiner Bahnhof einen Pizza-Lieferservice betreibt und wegen der Situation nur eines seiner drei Autos nutzt, berichtet: „Ich bekomme ständig Strafzettel.“ Denn um das Essen für die Lieferfahrt einzuladen, muss er vor seinem Laden halten. Darf er aber nicht. „Unsere Parkplätze vor der Tür wurden entfernt. Wir haben keine Möglichkeit mehr, unsere drei Lieferfahrzeuge zu parken. Unsere Kunden finden auch keinen Parkplatz mehr.“

Die Stadt Eutin verweist darauf, dass die Landesgartenschau und damit die ganze Situation vorübergehend sei, so Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt. Weiter führt sie aus: „Die jetzt geltenden Regelungen umfassen bewusst niedrige Parkgebühren, um das Parken in der Innenstadt für Bürger und Kunden attraktiv zu halten. Entsprechend werden Gebühren nur bis 15 Uhr erhoben, danach gilt die Parkscheibenregelung für zwei Stunden.“ Dauerparkplätze gebe es am Güterbahnhof, dort stünden 270 davon zur Verfügung.

 Susanne Peyronnet

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