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Ostholstein Wohnmobile blockieren Pendlerplätze
Lokales Ostholstein Wohnmobile blockieren Pendlerplätze
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17:44 13.09.2018
Immer wieder stehen Wohnmobile längs auf dem Schlossparkplatz und nehmen Pendlern damit die Plätze weg. Quelle: Peyronnet
Eutin

Pendler haben es nicht leicht in Eutin: Die Zahl der gebührenfreien Parkplätze ist gering. Ein beliebter Pendlerplatz ist der Parkplatz am Schloss, der seit Ende der Landesgartenschau wieder zur Verfügung steht. Da es jetzt auch einen offiziellen Wohnmobilplatz in Eutin gibt, sollte der Platz am Schloss in der Regel frei sein von Reisemobilen.

Das war nicht immer so. Der Parkplatz am Schloss war einst offiziell ausgewiesen als Wohnmobil-Stellplatz. Und er war als solcher sehr beliebt – bei Touristen. Pendler haben schon immer darüber geklagt, dass längs geparkte Wohnmobile etliche Parkplätze blockieren. Das ist seltener geworden, kommt aber immer noch vor. So wie am Donnerstag.

Auf dem Wohnmobil-Platz in Stade sind die Plätze durch Hecken voneinander abgetrennt. Das nimmt dem Platz den Parkplatz-Charaker. Quelle: STADE Marketing und Tourismus GmbH

Birgit und Ulli Hafemann aus Burgdorf im Kreis Hannover haben ihr Wohnmobil längs an der Mauer zum Großen Eutiner See abgestellt. Sie genießen ihr Frühstück, mit Ausblick auf den See und auf das Schloss. Warum sind sie nicht auf den offiziellen Wohnmobil-Stellplatz an der Oldenburger Landstraße, gegenüber der Rettberg-Kaserne, gefahren? Weil es teuer ist, dort zu stehen, und weil der Platz einen Parkplatzcharakter habe, begründet Ulli Hafemann die Entscheidung, das Wohnmobil lieber kostenfrei am Schloss abzustellen. „Ich bringe die 16 Euro lieber ins Brauhaus“, sagt er. Als Gegenbeispiel zum Eutiner Platz bringt er den Wohnmobilplatz von Stade ins Spiel. „Der liegt sehr schön und ist mit Hecken parzelliert.“

Der Durchgang zwischen Parkplatz am Schloss und Schlossgarten in Eutin ist mit einem Holzzaun versperrt. Quelle: Peyronnet

Kein Durchgang mehr

Zu Zeiten der Landesgartenschau (LGS) 2016 gab es einen direkten Durchgang vom Schlossparkplatz in den Schlossgarten. Der ist jetzt verriegelt und verrammelt, wie provisorisch schon seit bald zwei Jahren. Damit wird eine Auflage des Denkmalschutzes erfüllt.

Zunächst war es nur ein provisorisches Gitter, das den direkten Weg in den Schlossgarten versperrte. Jetzt ist es ein massiver Holzzaun. „Die provisorische Absperrung mit einem Bauzaun ist in Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde aufgrund der desolaten Optik überarbeitet worden“, teilte die Eutiner Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt dazu mit. Der Durchgang sei nur für die LGS geschaffen und vom Denkmalschutz nur als vorübergehend genehmigt worden. Die Stadt Eutin wolle an dieser Stelle ein Tor einbauen, dessen Gestaltung mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werde. Dieses Tor werde aber nur bei besonderen Veranstaltungen oder für Wartungszwecke geöffnet. Denn bei dem Durchgang handelte es sich laut Stein-Schmidt „um keine historische Wegebeziehung“.

Auch die Entfernung spielt eine Rolle für die Hafemanns, weil sie einen alten Hund haben. Mit dem geht Uli Hafemann morgens Brötchen holen. Den weiteren Weg von der Oldenburger Landstraße bis in die Innenstadt würde das Tier nicht mehr schaffen.

Birgit und Ulli Hafemann aus Burgdorf ziehen es vor, mit ihrem Wohnmobil auf dem Schlossparkplatz zu stehen. Quelle: Peyronnet

Dass sie Pendlern die Plätze wegnehmen, ist den Hafemanns sehr wohl bewusst. Ein bisschen peinlich sei es ihnen schon, dort zu stehen, sagen sie. Andererseits sagt Birgit Hafemann: „Am Wochenende würden wir immer hier stehen.“ Dann seien die Pendler nicht da.

Dass das Abstellen von Wohnmobilen seit Mai dieses Jahres verboten ist, wissen sie nicht. Das können sie auch nicht wissen. Zwar weist Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt darauf hin, dass der Platz entsprechend beschildert sei. Die Schilder aber sind nicht zu sehen. Das Parkplatzschild mit dem Symbol eines Pkw ist komplett hinter Blättern verschwunden.

Angeblich ist das Abstellen von Wohnmobilen auf dem Schlossparkplatz untersagt. Schilder wiesen darauf hin.

Viel Lob gibt es laut Stein-Schmidt für den Reisemobilpark Eutiner See, wie der Eutiner Wohnmobilplatz offiziell heißt. „Wir sind mit der Auslastung sehr zufrieden.“ Ende Juli sei bereits die 1000. Übernachtung verzeichnet worden. „Unterm Strich läuft dieser Wohnmobilpark hervorragend – gerade jetzt am Wochenende konnte man das vor Ort wieder feststellen. Es gibt keine Beschwerden, im Gegenteil, der Park kommt super an, gerade auch durch die naturnahe Lage.“

Susanne Peyronnet

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