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Wohnstätten-Bewohner fordern sicheren Überweg Am Priwall

Eutin Wohnstätten-Bewohner fordern sicheren Überweg Am Priwall

Der Kreuzungsbereich Bürgermeister-Steenbock-Straße/Am Priwall in Eutin gehört zu den sieben Unfallschwerpunkten in Ostholstein. Jetzt soll er entschärft werden. Eine Bedarfsampel wäre eine Option; denkbar sind auch Schilder, die bereits vorher auf mögliche Fußgänger hinweisen.

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Mitarbeiter und Bewohner der Wohnstätte Am Priwall zeigten, wie gefährlich das Überqueren der Straße ist.

Quelle: Christina Düvell-Veen

Eutin. Die Nachricht gab es schriftlich und von höchster Stelle: Der Kreuzungsbereich Bürgermeister-Steenbock-Straße/Am Priwall in Eutin gehört zu den sieben Unfallschwerpunkten in Ostholstein. Dies berichteten Sprecher der Polizeidirektion Lübeck in ihrer Jahresbilanz 2015. Für Hausleiter Frank Lunau sowie die 31 Bewohner der Wohnstätte von „Die Ostholsteiner“ war das nichts Neues. Seit Jahren schon bemühen sie sich um eine Entschärfung der Verkehrssituation. Bereits 2002 hatten sie sich schriftlich an die Stadt gewandt. Außerdem nahmen einige von ihnen an dem Bürgerforum „Happy City“ teil, und sie meldeten sich bei den Vorstellungsrunden der beiden Bürgermeisterkandidaten zu Wort.

„Eine Bedarfsampel in der Straße Am Priwall wäre super.“ Stefan Thede, Mobilitätsbeirat der Stadt

Geschehen sei bislang aber nichts, bedauern sie. Frank Lunau: „Wir sind es leid, immer vertröstet zu werden.“ Zusammen mit Lunau und Kerstin Talle-Frohnert vom Beirat zeigten die Bewohner Stefan Thede, der auch im Mobilitätsbeirat der Stadt Eutin mitwirkt, Anna-Lena Moje, Siegfried Bötel und Axel Ritlewski jetzt in einem Pressegespräch die Gefahren auf, mit denen sie fast täglich zu tun haben. Dabei machten sie deutlich: Wenn sie Verkehrsberuhigungsmaßnahme fordern, dann denken sie nicht nur an sich, sondern an alle am und rund um den Priwall lebenden Menschen, vor allem an Ältere und Kinder.

„Eine Bedarfsampel wäre super“, regt beispielsweise Stefan Thede an. Denkbar seien aber auch Schilder, die bereits an der Bürgermeister-Steenbock-Straße auf mögliche Fußgänger Am Priwall hinweisen.

„Wenn Kröten auf der Straße sind, werden Autofahrer doch auch gewarnt“, sagen die Bewohner. „Wir sind aber keine Experten für Straßenbau oder Verkehrsführung. Darüber, wie die Situation entschärft werden kann, müssen sich andere Gedanken machen“, so Lunau.

Im Wohnhaus Am Priwall leben Menschen mit Behinderungen im Alter zwischen 19 und 65 Jahren. Viele nutzen die Strecke vor ihrem Zuhause als Arbeitsweg hin zu den Eutiner Werkstätten. Als die Wohnstätte 1996 gebaut wurde, gab es das Gewerbegebiet in der nahe gelegenen Industriestraße noch nicht. Dadurch aber habe sich das Verkehrsaufkommen enorm erhöht. Immer wieder klagen sie: „Die Straße ist uneben, sandig und voller Pfützen, die bei Frost überfrieren.“ Vor allem aber sei der Überweg Am Priwall nicht gekennzeichnet. Die Hausbewohner vom Priwall setzen jetzt große Hoffnungen in Eutins neuen Bürgermeister: „Herr Behnk sollte sich einmal selber die Situation hier ansehen. Er ist bei uns immer herzlich willkommen.“

Eutins Bauamtsleiter Bernd Rubelt äußerte sich auf LN-Anfrage: „Wir kümmern uns darum, und wir werden die Sache weiter bearbeiten.“ Er räumte ein, der Kreuzungsbereich Am Priwall/Bürgermeister-Steenbock-Straße stehe im Bauamt derzeit nicht „on top“ aller Projekte, sagte aber auch: „Wir werden uns damit in Zukunft intensiver beschäftigen.“ Eine Verkehrsberuhigung sei jedoch „nicht einfach so“ zu verwirklichen. Geklärt werden müssten Fragen wie „Was ist baulich zu tun?“ und „Wo ist Handlungsbedarf?“

Die Priwall-Anlieger stellen ihrerseits die Frage, die in Fällen wie diesen häufig auftaucht: „Muss erst etwas Schlimmes passieren, ehe gehandelt wird?“

 Christina Düvell-Veen

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