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Ostholstein Wolfgang Kulow ist wieder auf Rekordjagd
Lokales Ostholstein Wolfgang Kulow ist wieder auf Rekordjagd
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20:39 26.09.2016
Wolfgang Kulow mit einem der vier „Sea-Bob“ der Firma Cayago, mit denen er heute den Fehmarnbelt durchqueren will. Quelle: Thomas Klatt
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Puttgarden/Rødby

Über Sinn und Unsinn der festen Fehmarnbeltquerung wird gestritten. Wolfgang Kulow hatte von jeher ganz eigene Ideen, wie man den Fehmarnbelt queren kann. Heute startet der Lensahner Extrem-Sportler zu einem ganz neuen Abenteuer. Mithilfe eines sogenannten Schwimm-Schlittens will er den rund 18 Kilometer breiten Schifffahrtsweg von dänischer Seite aus nach Deutschland überwinden – wohlgemerkt unter Wasser.

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Wolfgang Kulow mit einem der vier „Sea-Bob“ der Firma Cayago, mit denen er heute den Fehmarnbelt durchqueren will.

„Das wird eine richtige Knochenarbeit.“ Wolfgang Kulow, Extremsportler

Wie lange er sich auf dieses Vorhaben vorbereitet habe? „Seit zehn Jahren im Kopf“, sagt Wolfgang Kulow und lacht. Seinerzeit sei die Technik noch nicht weit genug für ein solches Vorhaben gewesen.

Seine ursprüngliche Idee, den Ärmelkanal zu durchtauchen, habe er aufgrund der sehr schlechten Sichtverhältnisse im dortigen Gewässer wieder verworfen. Kulow: „Da holt dich die Küstenwache wieder schnell aus dem Wasser.“

Stattdessen hat sich der 67-Jährige jetzt erneut den Fehmarnbelt für ein gewagtes Unterfangen ausgesucht. Respekt hat Kulow vor allem vor den Zugkräften unter Wasser: „Die fünf Stundenkilometer, die der ,Sea-Bob‘ macht, hören sich zwar gemächlich an. Tatsächlich fühlt sich das aber an, wie mit 200 Sachen auf dem Motorrad.“ Aufgrund des Wasserdrucks und der Strömung werde sein ganzer Anzug flattern. Oberhalb der Wasseroberfläche schaffe der „Sea-Bob“ rund 20 Stundenkilometer, Mit der Fähre setzt Kulow über, gegen 9 Uhr will er dann im dänischen Rødbyhavn starten. Dabei schwimmt der Extremsportler auch gegen die Uhr: Schafft er die Strecke in einer Zeit unter vier Stunden und 45 Uhr Minuten, kann er mit einem Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde rechnen. Das Rekordinstitut Deutschland habe dafür einen Mitarbeiter abgestellt, der den Rekordversuch überwachen werde.

Bei etwa nur fünf Meter Sichtweite wird sich Kulow bei einer Tauchtiefe zwischen drei bis vier Metern unter Wasser an der über ihm schwimmenden „Teupitz“ orientieren. Das Boot hat bereits gestern mit der kompletten Ausstattung nach Dänemark übergesetzt und wird morgen eine in neonfarben bemalte Kette mit reflektierenden Bändern hinter sich herziehen, die Kulow weitere Orientierungspunkte geben sollen. Auftauchen darf Kulow lediglich, um die Wasserflaschen und den „Sea-Bob“ zu wechseln. Insgesamt rechnet die begleitende Crew mit vier Wechseln während der Beltdurchquerung. Das Vorhaben, so Kulow, sei stark abhängig von den Witterungsbedingungen. „Bei hohen Wellen oder starker Strömung hat man keine Chance.“ Bei bis maximal fünf Windstärken habe das Unterfangen Aussicht auf Erfolg. Die Chancen dafür stehen zumindest gut, laut Wetterbericht soll es am heutigen Dienstag kaum Wind geben.

Wolfgang Kulow liebt die Herausforderung: Er lief bereits 200 Kilometer durch die Sahara, fuhr mit dem Rad 5000 Kilometer quer durch die USA, absolvierte einen zehnfachen Ironman und schwamm 90 Kilometer rund um Fehmarn. Dazu ist er der erste Mensch überhaupt, der unter Wasser einen Marathon lief und einen Unterwasser-Triathlon absolvierte. Zwei Mal hat er bereits versucht, den Baikal in Sibirien zu durchqueren, musste aber beide Male aufgrund widriger Bedingungen aufgeben. Dafür ließ der 67-Jährige beim Yukon Ultra Arctic Race, der als härtester Multi-Marathon der Welt gilt, im vergangenen Jahr gleich eine ganze Reihe deutlich jüngerer Kontrahenten hinter sich und belegte in der kanadischen Eiswüste den zweiten Platz.

Heute jedoch gilt es Daumendrücken für den Lensahner. Gelingt der Rekordversuch, wollen Kulow und seine begleitende Crew dies am Nachmittag im „Piratennest“ im Orther Hafen groß feiern.

 Thomas Klatt

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