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Wolfgang Kulow startet beim „Yukon Arctic Ultra“ in Kanada

Lensahn Wolfgang Kulow startet beim „Yukon Arctic Ultra“ in Kanada

Lensahner nimmt an einer der härtesten Ultra-Marathon-Veranstaltungen weltweit teil — 500 Kilometer quer durchs Eis — Er setzt auf „sibirische Fähigkeiten“.

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Jedes Detail zählt: Als Schmiermittel wurde bei Wolfgang Kulows Fatbike ein ganz besonderes Tieftemperatur-Spezialfett verwendet.

Quelle: Fotos: Irene Burow/martin Hartley (hfr)

Lensahn. Unplattbar — die Werbung im Lensahner Fahrradladen scheint wie gemacht für Wolfgang Kulow. Der Lensahner Extremsportler startet ins nächste Abenteuer. Ziel diesmal: Der Yukon Arctic Ultra, der kälteste und härteste Ultra-Marathon der Welt. 300 Meilen oder 500 Kilometer durch die arktische Winterlandschaft im Westen Kanadas. Auf dem Mountainbike. Vom 4. bis 12. Februar — in diesen acht Tagen (192 Stunden) muss er die Strecke von Whitehorse ins weiter nördliche Pelly Crossing schaffen. „Teilnehmer, die das Ziel nicht rechtzeitig erreichen, werden evakuiert“, lautet eine der strengen Regeln des Veranstalters.

„DNF“ — es sind vor allem diese drei Buchstaben, die Wolfgang Kulow kurz vor der Abreise am heutigen Sonnabend noch vor dem warmen Kamin im heimischen Lensahn ins Grübeln brachten. Sie stehen für „Did Not Finish“, zu deutsch: Nicht geschafft. Diese drei Lettern kennzeichnen fast alle Teilnehmer, die im vergangenen Jahr bei dem Rennen gestartet waren. „In der Kategorie über 300 Meilen haben es nur drei ins Ziel geschafft. Nur drei!“, staunt er. „Das hab ich gerade erst gesehen.“ Drei von insgesamt 16. Auch auf den anderen Strecken (100 oder 430 Meilen) sehen die Ergebnisse kaum anders aus. „Ich habe echt Respekt vor der Tour“, sagt der Lensahner.

Die kälteste Temperatur wurde im vergangenen Jahr bei minus 56 Grad gemessen. „Derzeit sind es um die minus 15“, sagt Kulow. Ins Ziel schafft er es nur, wenn er im Schnitt 60 bis 70 Kilometer pro Tag zurücklegt. „Am Tage allein schaffe ich das nicht, ich brauche die Nacht dazu“, so der 66-Jährige. Schlafen oder Essen zubereiten kostet wertvolle Zeit. Jeder Handgriff muss sitzen. Denn egal was bei den extremen Bedingungen zu tun ist — alles gefriert. „Ich setze auf meine sibirischen Fähigkeiten und Erfahrungen, die ich auf dem Baikalsee gemacht habe“, sagt er.

Da ist zum Beispiel die Isomatte, bei der beim Aufpusten immer wieder das Ventil zufror, und das nur über dem Kochtopf aufgetaut werden konnte. Auch zog die Kälte unerträglich von unten durch die Matte, als er im vergangenen Jahr übers Baikal-Eis radelte. Für das neue Abenteuer hat er sich eine neue gegönnt, die der Kälte bis minus 39 Grad trotzen soll. Der neue Schlafsack ebenso.

Wenn es auch für die Menschen ein Ding der Unmöglichkeit darstellt was er vorhat, so findet Kulow es noch immer luxuriöser als in Sibirien. „Dort war ich mit Stefan Schlett auf mich gestellt. Wir mussten alles akribisch perfekt handhaben, um zu überleben.“ In Kanada gebe es hingegen zwischendurch Checkpunkte, wo man heißes Wasser und eine Mahlzeit bekommt. „Das ist etwas ganz anderes“, sagt er. Beim „Yukon Arctic Ultra“ bekommt außerdem jeder Teilnehmer einen Sender. Im Notfall können zwei Knöpfe gedrückt werden — einer für Unterstützung, einer für den Rettungshubschrauber.

Einen entscheidenden Unterschied gibt es aber doch: Bei dem Rennen steht er unter Zeitdruck. Um sich vorzubereiten, ist er in den vergangenen Wochen täglich mit dem Rad durch Ostholstein gefahren. Eine Tour ging mit Gepäck über Nacht von Lensahn rund um Fehmarn und zurück; andere Touren mit Ausrüstung bis Travemünde oder nach Laboe bei Kiel.

Heute hebt sein Flieger nach Kanada ab. Sein sogenanntes Fatbike hat er abgeholt, es wird in Einzelteile zerlegt mitfliegen. Es ist robust genug für Schnee, Eis, Gelände oder Sand, vor allem durch die dicken Winterreifen mit Spikes. Extra eingebaut wurde ein Nabendynamo. Der Extremsportler erhofft sich davon vor allem taghelles Licht. „Das hat hoffentlich den Vorteil, dass ich nicht so schnell müde werde“, sagt er. „Wenn man eine Stirnlampe hat, blickt man permanent in einen Lichtkegel und kann davon Halluzinationen bekommen.“ Auch über ein anderes Stückchen Hightech musste er sich Gedanken machen: Einen Wecker, damit er zwischendurch nicht aus Versehen verschläft.

Nach dem „Yukon Arctic Ultra“ gibt es wohl kaum ein Extrem-Rennen mehr, an dem Kulow nicht teilgenommen hat. Dennoch wäre es verwunderlich, hätte er nicht schon neue Ideen. Zum Beispiel eine Eismeile schwimmen. „Man kann alles schaffen. Wenn man motiviert ist und sich für die Sache begeistern kann.“

Das muss mit
Folgende Ausrüstung ist laut Veranstalter für die 300 Meilen Pflicht: Stirnlampe, Ersatzbatterien, Sturmfeuerzeug, Zündhölzer in wasserdichtem Behälter, Brandbeschleuniger, Schlafmatte, Schlafsack mit Extrem-Zone für minus 45 Grad Celsius oder kälter, Biwaksack, Expeditions-Daunenjacke mit mindestens 400 Gramm Daunenfüllung, Signalpfeife, Kompass, persönliches Erste-Hilfe-Set, Kocher, Topf, Tasse, Schüssel und Löffel, ausreichend Notfall-Nahrung für 48 Stunden sowie eine kleine Säge.

• Internet:
www.arcticultra.de

Irene Burow

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