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Ostholstein Suche nach einem falschen Wolf
Lokales Ostholstein Suche nach einem falschen Wolf
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18:43 08.10.2018
Dieses Foto von dem vermeintlichen Wolf bei Süsel wurde mehrfach in sozialen Medien geteilt. Quelle: privat hfr
Süsel/Bujendorf

Ein Hund im Wolfspelz hat am Montagmorgen für Aufregung gesorgt. Mehrere Menschen meldeten vermeintliche Wolfssichtungen zwischen Süsel und Bujendorf. Eine Nutzerin teilte zudem Fotos des Tiers auf Facebook. Polizei und Wolfsbetreuer wurden eingeschaltet.

„Gegen 9 Uhr wurde der Polizei mitgeteilt, dass im Bereich Süsel und Bujendorf ein Wolf gesichtet worden sei“, sagt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Durch die Verbreitung in den sozialen Medien habe sich diese Nachricht dann zügig verbreitet. „Bald meldeten sich weitere Zeugen, die den Wolf gesichtet haben wollten.“

Für einen Wolf „zu gut im Futter“

Tatsächlich ist aber alles ganz anders: „Für einen Wolf steht das Tier ziemlich gut im Futter“, kommentiert Jens-Uwe Matzen, Koordinator für Wolfsbetreuung in Schleswig-Holstein, nach der Sichtung der Fotos. „Frei lebende Wölfe sind in der Regel etwas schlanker, das hat mich stutzig gemacht.“ Matzen behält recht: „Es meldete sich eine Hundehalterin aus Scharbeutz, die ein Foto ihrer entlaufenen Wolfshündin im Internet entdeckt hatte“, berichtet Dierk Dürbrook. „Die Frau meldete sich bei der Polizei und teilte mit, dass es sich bei dem Wolf lediglich um ihre Hündin handelte. Und dass sie sich sofort auf die Suche machen würde, um das Tier in Sicherheit zu bringen.“ Laut Dürbrook handele es sich bei dem Tier um einen eineinhalbjährigen amerikanischen Wolfshund.

Kein Halsband an der Hündin zu erkennen

Die Suche beginnt. Um die Mittagszeit sind nahe Süsel mehrere Menschen unterwegs, um das entlaufende Tier zu finden. Vorerst ohne Erfolg: „Es folgte eine längere Phase des ’Katz-und-Maus-Spiels’ zwischen Hündin und Besitzerin“, sagt Dürbrook.“Mehrmals wurden der Hundehalterin aktuelle Standorte ihrer Hündin genannt, die natürlich kurze Zeit später nicht mehr stimmten.“

Für Jens-Uwe Matzen eine problematische Situation: „Wolfshunde sollten, genau wie andere Hunde, natürlich nicht frei herumlaufen.“ Bei Wolfshunden ergebe sich, wie in diesem Fall, auch noch eine Verwechslungsgefahr. Zumal Matzen auf den ihm vorliegenden Fotos kein Halsband an dem Tier erkennen könne. „Eine eindeutige Kennzeichnung in Form eines Halsbandes empfehlen wir allen Hundehaltern“, sagt Matzen. Und bei Wolfshunden gelte: „Das sind ’Liebhaberhunde’, die nicht für jeden geeignet sind. In der Regel sollen Wolfshunde sehr freiheitsliebend sein, wie man in diesem Fall ja gut sehen kann.“

Nach mehreren Stunden Suche wollte die Wolfshündin dann aber offenbar doch nach Hause. „Gegen 15 Uhr konnte seitens der Hundehalterin ’Entwarnung’ gegeben werden“, sagt Dürbrook. „Die Hündin hatte letztlich allein wieder zurückgefunden.“

Warum und auf welche Weise die Wolfshündin entlaufen war, ist nicht bekannt. „Das ist jetzt ein Fall für das Ordnungsamt, das sich die Situation vor Ort ansehen wird“, sagt Matzen.

Luisa Jacobsen

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