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Ostholstein Wollte eine Floristin ihren Mann töten?
Lokales Ostholstein Wollte eine Floristin ihren Mann töten?
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11:26 14.10.2017
Eine 50-Jährige wird verdächtigt, ihren Ehemann vergiftet zu haben.
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Dahme

Laut Auskunft von Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst hat sich die Tat bereits im August 2015 zugetragen. „Es besteht der Verdacht, dass in Dahme eine 50-jährige Frau ihren 57-jährigen Mann vergiftet hat – mit dem Ziel, ihn zu töten“, sagt Hingst. Die Floristin soll das Pflanzengift in das aufgewärmte Mittagessen gemischt haben. Da es mit der Ehe nicht zum Besten bestellt gewesen sei, habe der Mann Verdacht geschöpft und Stuhlproben von sich gesichert.

Es sei ihm gesundheitlich sehr schlecht gegangen. In eine Klinik oder in andere medizinische Behandlung habe er sich aber nicht begeben. Schließlich äußerte der Vergiftete seinen Verdacht gegenüber der Polizei und reichte die Stuhlproben ein. Tatsächlich wurde ein pflanzliches Gift, das in der Floristik verwendet wird, nachgewiesen. Dies führte im Juli 2017 zur Festnahme der Ehefrau. Von Bedeutung sei in diesem Zusammenhang auch, dass die Ehefrau zur Tatzeit einen Blumenladen mit ihren Eltern betrieb, so Hingst.

Rückblickend war die Vergiftung laut Oberstaatsanwältin lebensgefährlich. Zwar sei die verabreichte Menge zu gering gewesen, um tatsächlich tödlich zu wirken – eine weitere Giftdosis wäre es aber durchaus. Keine Auskunft gab es darüber, warum zwischen der vorgeworfenen Tat und der Festnahme knapp zwei Jahre vergingen.

Die Beschuldigte weist nach wie vor alle Vorwürfe zurück. Dabei blieb sie auch bei der jüngsten Vernehmung, an der ihr Verteidiger teilnahm. Oberstaatsanwältin Hingst erläutert, welches Strafmaß auf die Beschuldigte zukommen kann. „Da es sich hierbei um Heimtücke handelt, ist es nicht versuchter Totschlag, sondern versuchter Mord.“ Heimtücke sei es, weil die Arglosigkeit des Opfers ausgenutzt worden sei und dieses wehrlos gewesen sei. Eine lebenslange Freiheitsstrafe könne hieraus bei einem Schuldspruch resultieren. Da der Mann allerdings nicht starb, handele es sich nur um einen Versuch. Dies könne sich strafmildernd auswirken. Es bliebe jedoch bei drei bis 15 Jahren Freiheitsstrafe.

Die Eltern der Beschuldigten berichten, dass sie von der Unschuld ihrer Tochter überzeugt seien. Bei ihren regelmäßigen Besuchen in der Justizvollzugsanstalt Lübeck seien immer Beamte dabei. Die Mutter der Beschuldigten sagt: „Die beiden hatten erst im Juni 2015 geheiratet. Dann ging es gleich los. Für uns brach eine Welt zusammen.“ Der geschädigte Ex- Mann äußert sich derzeit nicht öffentlich. Er ist nach dem Vorfall aus Dahme weggezogen, lebt aber noch in Ostholstein.

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie Anklage gegen die Frau erhebt.

Von Peter Mantik

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