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Ostholstein Wuchernde Platanenwurzeln verstopfen Abflussrohre
Lokales Ostholstein Wuchernde Platanenwurzeln verstopfen Abflussrohre
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21:19 02.09.2013
Gerhard Brennecke leidet seit Jahren unter dem Wurzelwuchs in den Abflussrohren seines Hauses. Gestern wurde dieser Strang entfernt.

Die Malenter Platanen-Gegner fühlen sich bestätigt: Über 2000 Euro Schaden haben die meterlangen Wurzel in der Malenter Bismarckstraße angeblich angerichtet. Eine Fachfirma beseitigte gestern den Schaden. Die Abflussrohre im Haus von Gerhard Brennecke, Bismarckstraße 13, waren durch Platanen-Wurzeln verstopft worden.

Jahrelang hatten die Anlieger der Bismarckstraße gefordert, die 30 Jahre alten Platanen zu fällen, weil diese mit ihren Wurzeln den Gehweg anheben und Rohre verstopfen. Doch die Gemeinde lehnte das Fällen ebenso ab wie die Untere Naturschutzbehörde des Kreises. Beide beriefen sich darauf, dass die Bäume eine geschützte Allee darstellen und gesund seien. Vor zweieinhalb Jahren beschloss die Politik, stattdessen den Bäumen einen Pflegeschnitt angedeihen zu lassen. Dieser Pflegeschnitt habe die Bäume offenbar zu noch stärkerem Wachstum angeregt, sagt Ingo Wagner, seit der jüngsten Kommunalwahl Grünen-Gemeindevertreter und Sprecher der Initiative platanengeschädigter Bürger. „Die Ausbreitung der Stämme und Wurzeln scheint nun noch schneller voranzugehen.“

Wagner glaubt, dass die Wurzeln, die Brenneckes Rohre verstopften, von der Platane vor seinem Haus mit der Nr. 18, schräg gegenüber der Nr. 13, kommen und dabei 20 Meter weit gewachsen sind. „Die Wurzeln suchen sich den Weg zum Wasser. Hinter dem Haus fließt die Schwentine entlang.“ Die Folgen des starken Wurzelwachstums seien eindeutig. „Folgende Probleme sind auffällig: erhebliche Anhebung der Bordsteine, Aufplatzen und Erhebung der Fahrbahndecke und oberirdische Wurzelbildung über den Gehwegen.“ Wegen der Beulen in der Fahrbahn müssten sich die Autofahrer äußerst vorsichtig verhalten, um sich nicht beim Entgegenkommen zu berühren oder Schäden am Fahrzeug zu riskieren. „Bei starkem Niederschlag kommt es immer wieder zu Überflutungen in den Senken der Bismarckstraße“, sagt Wagner.

Es stelle sich die Frage, ob die Kanalisation vielleicht durch den Wurzeleinwuchs bereits verstopft sei und deshalb die Wassermengen nicht mehr aufnehmen könne.

Wagner sieht mit den Schäden am Haus von Brennecke die Behauptung des Bauamtes widerlegt, dass die Platanenwurzeln nicht in die Abflussrohre wachsen. Die Bilder von den erneuten Schäden hat er gestern an das Bauamt der Gemeinde Malente geschickt. In einer der nächsten Ausschusssitzungen will Wagner das Problem ansprechen. Er möchte es wieder auf der politischen Agenda sehen.

29 Platanen stehen entlang der Bismarckallee. Seit 1994 kämpfen die Anlieger darum, dass die Bäume gefällt werden. Außer an den Schäden im Rohrsystem stören sie sich an dem Laub der Platanen, das nicht kompostierbar sei, nicht verrotte und deshalb nur schwer zu entsorgen sei. Die Gemeinde hatte stets damit argumentiert, für den Erhalt des Rohrsystems seien die Anlieger zuständig. Außerdem müssten die Platanen, sollten sie gefällt werden, durch neue Bäume ersetzt werden. Das würde an die 70 000 Euro kosten, zu viel für die arme Gemeinde Malente.

Susanne Peyronnet

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