Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Wulfsdorf: Anklage gegen Mann wegen Mordes
Lokales Ostholstein Wulfsdorf: Anklage gegen Mann wegen Mordes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:07 16.05.2018
Die Leiche der 41 Jahre alten Frau war Mitte Januar auf dem Grundstück der Familie gefunden worden. Quelle: dpa
Anzeige
Wulfsdorf

Der Wulfsdorfer soll die 41-Jährige im Schlaf erstickt, ihre Leiche in Plastikfolie gewickelt und im Garten des gemeinsamen Hauses vergraben haben. „Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes erhoben, da es sich um Tötung aus niedrigen Beweggründen gehandelt hat. Nach unserer Auffassung belegen die Ermittlungen, dass der Mann seine Frau dort weghaben wollte, damit seine Geliebte bei ihm einziehen konnte“, sagte die Lübecker Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst. Die 41-jährige Frau soll am 26. oder 27. Dezember getötet worden sein. „Sie wurde im Schlaf erstickt. Wer schläft, ist arglos. Damit ist das Merkmal der Heimtücke erfüllt“, erklärt Hingst. 

Die Leiche der 41 Jahre alten Frau war Mitte Januar auf dem Grundstück der Familie gefunden worden.

Neue Freundin war bereits eingezogen

Nach Angaben der Oberstaatsanwältin beharrt der 40-Jährige auf seiner Aussage, er habe mit dem Tod seiner Frau nichts zu tun. Sie sei in die Schweiz gegangen, um dort zu arbeiten. „Wir sehen aber weiterhin den dringenden Tatverdacht“, sagt Hingst. Sie bestätigt, dass die Freundin des Wulfsdorfers damals bereits bei ihm eingezogen sei. „Es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass die Geliebte vom Tod der Ehefrau wusste. Auch ihr gegenüber hat er erklärt, dass die Ehefrau ins Ausland gegangen sei.“

Der Fall hatte Anfang des Jahres nicht nur die Wulfsdorfer, sondern die ganze Region aufgeschreckt. Seit dem 29. Dezember war die Ehefrau als vermisst gemeldet. Die Vermisstenanzeige hatten ihre Arbeitskollegen aus einem Niendorfer Hotel aufgegeben, die besorgt waren, weil die sonst sehr zuverlässige Frau mehrere Tage nicht zur Arbeit erschienen war. Den Beamten waren rasch Ungereimtheiten aufgefallen. Am 5. Januar übernahm die Lübecker Mordkommission. Durchsuchungen des Hauses und die Vernehmung des Mannes führten dann zu seiner vorläufigen Festnahme. Seitdem das Amtsgericht Lübeck Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlags erlassen hatte, sitzt der Beschuldigte in der Justizvollzugsanstalt Lübeck. Die Leiche seiner Frau war am 16. Januar in einem Beet ihres Gartens entdeckt worden.

Das Ehepaar hatte rund drei Jahre in dem Einfamilienhaus in Wulfsdorf gewohnt. Der gemeinsame zehnjährige Sohn lebt jetzt bei den Großeltern. Für große Aufregung hatten die Umstände des Verschwindens und des Tod der Frau auch in den Reihen der Feuerwehr gesorgt. Der jetzt des Mordes Angeklagte gehörte der Freiwilligen Feuerwehr Wulfsdorf an, seine damalige Freundin war Mitglied einer benachbarten Wehr.

Der Prozess gegen den Mann soll Ende Juni/Anfang Juli beginnen.

Ulrike Benthien

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige