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Ostholstein Wulfsdorf: Leiche von Andrea L. gefunden
Lokales Ostholstein Wulfsdorf: Leiche von Andrea L. gefunden
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10:32 17.01.2018
Die Spurensicherung ist am Nachmittag vor Ort. Laut Staatswanwaltschaft sei in etwa einem halben Meter Tiefe ein "länglicher Gegenstand" gefunden worden. Quelle: Beke Zill
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Wulfsdorf

Gestern waren 35 Polizisten der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung aus Eutin mit Sonden und Schaufeln zu dem Einfamilienhaus der Familie L. in der Straße Am Bauland in Wulfsdorf gefahren. In einem an der rechten Grundstücksseite gelegenen Beet entdeckten sie etwas Verdächtiges. In 50 Zentimeter Tiefe lag ein „länglicher Gegenstand“ vergraben, berichtete Dr. Ulla Hingst, die Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, am Nachmittag. „Form, Größe und Gewicht legten den Verdacht nahe, dass es sich um einen menschlichen Körper handelt könnte.“  

Das Paket wurde nicht geöffnet, sondern so wie es in der Erde lag in die Lübecker Gerichtsmedizin gebracht. Beim Öffnen, so bestätigt es die Staatsanwaltschaft, kam der Leichnam von Andrea L. zum Vorschein. Ihr Ehemann (39) sitzt wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Laut Hingst bestreitet er, etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben.

Die als sehr zuverlässig geltende Andrea L. war am 29. Dezember nicht zur Arbeit erschienen und von ihren Kollegen als vermisst gemeldet worden. Wenige Tage später wurde ihr Ehemann festgenommen. Seitdem suchte die Polizei auch in der Öffentlichkeit nach der Frau. In der vergangenen Woche war der Garten schon einmal durchsucht worden, allerdings ohne Sonden. Am Montag kreiste ein Hubschrauber über dem Dorf. Gestern kam es dann zu einer zweiten, ausgeweiteten Suchaktion.

Als Patrick Rüß die etwa neun Kleinbusse der Polizei vor seinem Haus parken sah, war er in heller Aufregung. „Die ganze Straße war voll“, erklärte der Nachbar, der in unmittelbarer Nähe des Hauses der Familie L. wohnt. Zunächst sollen die Polizisten auf dem umliegenden Feld nach Spuren gesucht haben, ehe sich der Trupp dem Haus näherte. Im Visier wäre erst ein Holzstapel an der Seite des Gebäudes gewesen, berichtet Rüß. Dann durchkämmten die Ermittler das Gartenhäuschen hinter dem Haus, bis sie sich plötzlich einem Beet nur wenige Meter vom Hauseingang direkt an der Grundstückgrenze zum Nachbarn zuwandten. Daraufhin stellten die Beamten Zelte und Sichtschutz auf, berichtet Rüß. Dann holten die Ermittler schweres Gerät aus ihren Wagen und begannen ihre Arbeit. „Sie gruben eine ganze Zeit, sie müssen tief gebuddelt haben“, vermutet Rüß.    

Wenig später fuhr ein Leichenwagen vor, berichtet Patrick Rüß. Er beobachtete, wie ein länglicher schwarzer Plastiksack in den Wagen geschoben wurde. „Das war eindeutig“, sagte Rüß. Der mysteriöse Fund macht schnell die Runde im Dorf. „Die Nachbarschaft geht davon aus, dass die Polizei sie gefunden hat“, sagte der Wulfsdorfer. Bis in den Nachmittag hinein untersuchte die Spurensicherung den Garten und nahm mögliche Beweismittel aus dem Haus mit.

Patrick Rüß ist fassungslos über die Ereignisse. Die Wulfsdorfer hätten bis zum Schluss die Hoffnung gehabt, dass die Frau wieder auftaucht, sagt er. Doch nun haben die Dorfbewohner sowie Familie und Freunde die traurige Gewissheit, dass Andrea L. tot ist.

Beke Zill/Susanne Peyronnet

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