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Ostholstein Wulfsdorf unter Schock: Wo ist Andrea Lehrmann?
Lokales Ostholstein Wulfsdorf unter Schock: Wo ist Andrea Lehrmann?
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07:51 11.01.2018
Der Hyundai der Vermissten steht noch auf der Auffahrt, das Auto des Ehemannes hat die Polizei abtransportieren lassen. Quelle: Fotos: Polizei, Zill
Wulfsdorf

Ihr Ehemann (39) wird verdächtigt, Andrea Lehrmann getötet zu haben. Bis gestern Mittag lief bei der Polizei ein knappes Dutzend Hinweise ein, denen die Beamten jetzt nachgehen. Wie Dr. Ulla Hingst von der Lübecker Staatsanwaltschaft bestätigt, steht auch eine größere Suchaktion bevor, für die ein Einsatzzug von der Eutiner PD AFB (Polizeidirektion für Aus- u. Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei) angefordert wurde.

Noch immer gibt es keine Spur von Andrea Lehrmann aus Wulfsdorf. Die 41-Jährige gilt seit dem 29. Dezember als vermisst. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet und bittet um Hinweise zum Verbleib der Frau. Gesucht wird allerdings auch nach ihrer Leiche.

„Es steht eine größere Suchaktion bevor." Ulla Hingst, Staatsanwaltschaft

Der Beschuldigte wurde am vergangenen Freitag von der Polizei aus dem Einfamilienhaus in Wulfsdorf mitgenommen, am Tag darauf erließ das Amtsgericht Lübeck wegen Verdachts des Totschlags Haftbefehl.

Bei dem Polizeieinsatz vor Ort soll ein Leichenspürhund am Auto des 39-Jährigen angeschlagen haben, berichten Nachbarn. Dazu erklärt Oberstaatsanwältin Hingst: „Ich kann bestätigen, dass ein Leichenspürhund eingesetzt worden ist. Ob und wo er angeschlagen hat, kann ich nicht sagen.“ Das Auto des Beschuldigten sei mitgenommen worden, es werde kriminaltechnisch untersucht. Der blaue Kleinwagen der Vermissten steht noch auf der Hofeinfahrt des Einfamilienhauses, erzählt eine Frau aus der Nachbarschaft.

Mit Andrea Lehrmann, so schildern die Nachbarn weiter, seien sie gelegentlich ins Gespräch gekommen, „über Arbeit, Kinder, Wetter“. Engeren Kontakt habe es nicht gegeben. „Es war ein normales nachbarschaftliches Verhältnis. Die Umstände und das Leben der Familie kennt man nicht“, sagt ein Wulfsdorfer, der seit mehr als 20 Jahren im Ort lebt.

Andrea Lehrmanns Ehemann dagegen sei eher der redselige Typ. In der Freiwilligen Feuerwehr Wulfsdorf, deren Mitglied er ist, habe er ausgebreitet, dass er eine neue Frau habe, berichten die Nachbarn weiter. Sie soll Mitglied einer benachbarten Feuerwehr sein und sei bereits Ende Dezember bei dem 39-Jährigen eingezogen. Die Ermittlungen richteten sich aktuell nicht gegen diese Frau, sagt die Oberstaatsanwältin auf Anfrage.

„Uns allen gehen diese Ereignisse sehr nahe“, äußert eine Wulfsdorferin. „Erschütternd. Man will das alles gar nicht glauben“, sagt eine andere Anwohnerin. Auch die Arbeitskollegen von Andrea Lehrmann im Niendorfer Hotel „Seehuus“ sind schockiert. Dort war die 41-Jährige seit drei Jahren als Servicekraft im Restaurant beschäftigt. Ihre Kollegen hatten den Fall Ende Dezember ins Rollen gebracht, als sie Andrea Lehrmann bei der Polizei als vermisst meldeten. Die als sehr zuverlässig geltende Frau war der Arbeit ferngeblieben, ohne sich abzumelden – ein für sie ganz und gar untypisches Verhalten. Nachfragen beim Ehemann führten offensichtlich zu so unbefriedigenden und merkwürdigen Antworten, dass sich die Arbeitskollegen an die Polizei wandten.

Das Dorf ist seit dem Verschwinden in Aufruhr. Seit gestern sind zahlreiche Medienvertreter in den Straßen unterwegs. Nachbarn kommen auf der Straße zusammen und unterhalten sich. Dass so etwas gerade in Wulfsdorf passiert, können die Bewohner nicht fassen. „Das sieht man sonst nur im Fernsehen“, sagt ein Nachbar. Viele hoffen noch immer, dass die Polizei Andrea Lehrmann schnell findet und sich der Fall aufklärt.

 Ulrike Benthien u. Beke Zill

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